München: Altenpflege-Ausbildung speziell für Flüchtlinge und Asylsuchende

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73 Menschen aus 23 Nationen machen bei der Münchenstift gGmbH zurzeit die Altenpflege-Ausbildung. 16 von ihnen sind Flüchtlinge und Asylsuchende (Foto: Münchenstift).

 

Die „Münchenstift gGmbH“, größter Altenpflege-Anbieter in der bayerischen Landeshauptstadt und bundesweit größter kommunaler Ausbilder in der Altenpflege, hat zum Start ins neue Ausbildungsjahr eine spezielle Klasse für Flüchtlinge und Asylsuchende ins Leben gerufen, die nach einem besonderen Konzept ausgebildet werden.

 

Das Konzept mit dem Titel „Chancen nutzen“ stellt eine Kombination von Ausbildung und Integrationsmaßnahmen dar. So gibt die Münchenstift den Altenpflegeschüler*innen mit Fluchthintergrund neben der Ausbildung weitere Hilfestellungen, etwa beim Arztbesuch oder bei der Wohnungsvermittlung.

Aktuell 16 Flüchtlinge – größtenteils zwischen 18 und 21 Jahre alt – werden in einer zunächst einjährigen Ausbildung zum Altenpflegefachhelfer in einer Klasse betreut. Die jungen Männer und Frauen stammen aus nordafrikanischen und arabischen Ländern wie Afghanistan (4), Irak (2), Somalia (2), Nigeria (2), Eritrea (2) sowie Sierra Leone, Syrien, Äthiopien und Sudan. „Viele leben schon seit zwei bis drei Jahren in Deutschland und haben ein Berufsorientierungspraktikum hinter sich, bei dem sie die Arbeit mit Senioren und die Pflegeeinrichtungen kennenlernen konnten“, sagte die Integrationsbeauftragte der Münchenstift, Heidi Obermeier, gegenüber der Münchner Boulevardzeitung „tz“.

 

Zudem sprechen sie schon gut Deutsch: „Wenn sie aus Drittstaaten kommen, müssen sie das Sprachzertifikat B1 vorweisen.“ Für die einjährige Ausbildung müssen die Kandidat*innen zudem erfolgreich die Hauptschule in Deutschland absolviert haben. Danach können sie für drei weitere Jahre bei der Münchenstift in Ausbildung gehen. Nach insgesamt vier Jahren sind sie „examinierte Altenpfleger*innen“.

Insgesamt bildet das Unternehmen dieses Jahr 73 Menschen aus 23 Nationen in der Altenpflege aus. Hinzu komen 27 TeilnehmerInnen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), die sich auf diesem Wege auf eine Altenpflegeausbildung vorbereiten und die Zeit zum Erlernen der deutschen Sprache nutzen wollen.

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