Caritas NÖ: 10 Jahre „Kompetenzstelle Demenz“ – . . eine enorme Pionierleistung

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Als Pionierin des Tages vielfach bedankt und gefeiert:  .                                          . Demenz-Pflegeexpertin Lea Hofer Wecer

 

Internationale Grussbotschaften von renommierten Demenzexpert/innen und FachbuchautorInnen wie Naomi Feil (USA), Prof. Erich Grond (BRD), Sr. Liliane Juchli (CH) und Prof. Erwin Böhm (A), sowie vielfache Gratulationen und wertschätzende Danksagungen gab es für DGKS Lea Hofer Wecer (Bild o.) in St. Pölten. Am Welt-Alzheimertag 21. September feierte die von ihr begründete, Österreich-weit erste „Kompetenzstelle für Demenzkranke und pflegende Angehörige“ im Rahmen der Caritas NÖ mit rund 100 Gästen das zehnjährige Bestandsjubiläum. Eine beachtliche Erfolgsbilanz mit hoher Wirksamkeit.

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Der herbstlich geschmückte Festsaal des Hauses St. Elisabeth war bis zum letzten Platz gefüllt. Führungskräfte der Caritas NÖ und Wien gaben der Jubilarin ebenso die Ehre wie VertreterInnen des NÖ. Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS), der NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft, diverser Pfarren, des Katholischen Bildungswerks NÖ und zahlreiche weitere Netzwerkpartner sowie Ehrenamtliche und pflegende Angehörige von Demenzbetroffenen. Durch die Festveranstaltung führte Erich M. Hofer, Chefredakteur der LAZARUS Pflegezeitschrift und Leiter des gleichnamigen Bildungsinstituts für Pflegeberufe in Kirchstetten.

 

Nach der Begrüßung erläuterte Frau Diplomkrankenschwester Lea Hofer-Wecer (Bild o.), Gründerin und Leiterin der Kompetenzstelle: „Unser Ziel ist es, Menschen zu ermutigen, sich frühzeitig Hilfe zu holen sowie ein größeres Verständnis für die Krankheit in der Bevölkerung zu schaffen.“ Vor allem die Betreuung und Pflege eines Menschen mit Demenz kann eine große psychische Belastung bedeuten, die Betreuende oft an ihre Grenzen bringt, berichtete die erfahrene Demenzexpertin. Die Kompetenzstelle biete hier persönliche Beratung und Information für Betroffene und Angehörige. Zusätzlich werden in Vorträgen und Workshops Grundkenntnisse über Anzeichen und Verlauf der Krankheit vermittelt. Die Zahl der Demenzkranken wird derzeit Österreich-weit auf 130.000 und in Niederösterreich auf 22.000 Menschen geschätzt.

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In ihrem Eröffnungsreferat „Wie lange kann man Pionier/in sein?“ würdigte Frau DSA Karin Thallauer (Bild), Bereichsleitung Familie und Pflege der Caritas St. Pölten, die herausragende Pionierleistung der „Kompetenzstelle Demenz“ und deren Gründerin Lea Hofer-Wecer. Trotz der überzeugenden Leistungsbilanz – die im Anschluss als Tonbildschau präsentiert wurde (Details siehe Kasten u.) – sei es jedoch bislang nicht gelungen, dieses hauptsächlich spendenfinanzierte Projekt einer Regelfinanzierung – etwa durch Land NÖ, Krankenkassen usw. – zuzuführen, bedauerte Frau Thallauer und gab ihrer Hoffnung auf eine zukunftsfähige Lösung im Rahmen der neuen „Demenzstrategie NÖ“ Ausdruck.

 

Hohe regionale Wirksamkeit der Kompetenzstelle Demenz (2006 – 2016):

*  1.592 Hausbesuche mit individueller Angehörigenberatung
*  12.614 Teilnehmende bei Demenz-Vorträgen
*  9 Vorführungen des Demenz-Films „Honig im Kopf“ (seit 2015)
*  31 kirchliche Messfeiern zum Thema „Das Herz wird nicht dement“
*  7 Angehörigenstammtische begründet und regelmäßig fachlich betreut: Böheimkirchen, Spratzern, Horn, Groß Gerungs, Scheibbs, Furth bei Göttweig, Amstetten-Mauer
*  Präventives Gedächtnistraining (110 Personen) und Erinnerungsbiografiearbeit (82 Personen)

 

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Beim anschliessenden Podiumsgespräch mit Moderator Erich M. Hofer (re.) führte der scheidende Caritas Direktor Mag. Friedrich Schuhböck (2. v. re.) aus, warum er dieses finanzielle Wagnis für ein wegweisendes Pilotprojekt eingegangen ist: „Durch die Installierung der Kompetenzstelle für Demenzkranke und pflegende Angehörige setzt die Caritas St. Pölten gezielt ein Zeichen zur Erhaltung der Würde alter Menschen und reagiert damit auf die Herausforderung der gestiegenen Lebenserwartungen“.

 

Ziehen alle künftig an einem Strang?

Anlass für vorsichtigen Optimismus hinsichtlich der praktischen Umsetzung und künftigen Finanzierung bot der Neurologe und Psychiater Dr. Andreas Schneider vom NÖ Gesundheits- und Sozialfonds – NÖGUS (Bildmitte), unter dessen Leitung eine Arbeitsgruppe – unter kompetenter Mitwirkung von Demenzexpertin Lea Hofer-Wecer – die neue „Demenzstrategie NÖ“ erarbeitet und kürzlich veröffentlicht hat. Dabei sollen alle fünf in NÖ tätigen Trägerorganisationen (Caritas NÖ, Hilfswerk NÖ, Volkshilfe, Rotes Kreuz und Caritas Wien) ebenso in die flächendeckende Ausrollung eingebunden werden wie das Netzwerk „Gesunde Gemeinden“ und weitere Partner, bekräftigte Dr. Schneider.

 

Die hohe Wirksamkeit der vielfältigen Aktivitäten der Kompetenzstelle Demenz wurde im weiteren Verlauf der Feier sowohl von Mitarbeiterinnen der Hauskrankenpflege als auch von pflegenden Angehörigen in teils berührenden Wortmeldungen dankbar bestätigt. Abschließend bedankte sich Frau Lea Hofer-Wecer bei allen MitgestalterInnen, insbesondere bei den Ehrenamtlichen mit Blumensträussen und „demenzfreien“ Email-Herzen.   Nicht zuletzt gratulierte auch der ORF wenige Stunden später mit einem TV-Beitrag in der Hauptabendsendung „NÖ heute“ (Fotos: Caritas/Gleiss – weitere Fotos hier).

 

Demenz-Hotlines der Caritas NÖ:

0676 / 83 844 – 609 (Frau Lea Hofer-Wecer)

                          – 8172 (Frau Bettina Kellner-Hofmann)

                          – 608 (Frau Elisabeth Haller)

Nähere Infos zur Kompetenzstelle und ihren Angeboten finden Sie hier.

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