Europa altert – aber nicht gesund

Am 23. November 2016 veröffentlichten die Europäische Kommission und die OECD den gemeinsamen Bericht „Gesundheit auf einen Blick: Europa 2016.“ Laut Bericht liegt die Lebenserwartung in den meisten EU-Ländern inzwischen bei über 80 Jahren. Allerdings geht dieser Rekordwert nicht mit einem gesunden Älterwerden einher. Etwa jede/r Zehnte, mithin also rund 50 Millionen Menschen in der EU sind mehrfach chronisch krank.

Chiemseehof, Fahnen 9.3.2016

Die Kernbotschaften an alle Mitgliedsstaaten:

 

  • Die Gesundheitssysteme müssen effektiver werden: 550 000 Menschen im arbeitsfähigen Alter sterben jedes Jahr an potenziell vermeidbaren Krankheiten. 16 % der Erwachsenen sind heutzutage fettleibig. Die Ressourcen der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention müssen wesentlich stärker ausgeschöpft werden.
  • Die Gesundheitssysteme müssen einfacher zugänglich werden: 27 % der Patientinnen und Patienten suchen eine Notaufnahme auf, weil nicht genügend Einrichtungen zur medizinischen Grundversorgung vorhanden sind. Für arme Menschen in Europa verzehnfacht sich im Vergleich zu ihren wohlhabenderen Mitbürgern das Risiko, aus finanziellen Gründen nur schwer angemessene medizinische Versorgung zu erhalten. Die Mitgliedstaaten sollten vor allem den Zugang zur medizinischen Grundversorgung stärken und übermäßig lange Wartezeiten verringern.
  • Die Gesundheitssysteme müssen belastbarer werden: In der gesamten EU ist der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren aktuell auf fast 20 % angestiegen. Faktoren wie eine alternde Bevölkerung sowie vermehrt auftretende chronische Krankheiten und finanzielle Zwänge erfordern neue Wege bei der Gesundheitsversorgung. Dazu gehören etwa E-Health-Angebote, kürzere Krankenhausaufenthalte, indem die Primär- und lokale Versorgung verbessert werden, sowie ein wesentlich verstärkter Einsatz von Generika.

 

  Eine Zusammenfassung des Informationszyklus zum „Gesundheitszustand in der EU“ ist hier abrufbar.

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