Sozialwirtschaft Österreich: Neuer KV-Abschluss nur magere +1,3 Prozent

Die Kollektivvertragsverhandlungen für rund 120.000 Beschäfigte in der privaten Sozialwirtschaft Österreichs (vormals BAGS) wurden vor wenigen Tagen abgeschlossen. Die Löhne und Gehälter steigen mit 01. Februar 2017 um +1,3 Prozent und somit hart an der Grenze zum Reallohnverlust. Denn die Inflationsrate betrug laut WKO-Statistik zum Ende 2016 +1,44 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2015.

 

Enttäuscht zeigen sich Vertreter der Initiative „Sozial aber nicht blöd“. In einer ersten Reaktion heißt es:

„Schade um die vergebene Chance im Sozialbereich etwas zu verbessern. 1,3% ist schlicht und einfach viel zu wenig. Weiter kämpfen hätte sich bezahlt gemacht. Leider scheint, das passiert zu sein was wir befürchtet haben. Erst die KollegInnen zu einer Demonstration raus holen und dann einen Abschluss machen, der die Einkommenssituation weiter verschlechtert“ (facebook)

Die Gewerkschaft GPA-djp lobt in einer Aussendung den Abschluss und spricht von von „umfangreichen Verbesserungen im Rahmenrecht“. Wermutstropfen: Diese werden für viele Beschäftigte kaum oder gar nicht im Geldbörsel wirksam:

  • Erhöhung der Gehälter und Zulagen um 1,3 %
  • Möglichkeit für kleine Betriebe ohne Betriebsrat, Durchrechnungszeiträume zu vereinbaren
  • Ermöglichung der 24-Stunden-Dienste in der vollen Erziehung
  • Verankerung der offenen Jugendarbeit
  • Einschränkungen der Zuschlagspflicht bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses
  • Regelung für Ferienaktionen
  • Verankerung des Familienzeitbonus („Papamonat“)
  • Dienstfreistellung für den 1. Volksschultag
  • Anrechnung der Sonderkarenz

Eine Arbeitszeitverkürzung in Richtung 35-Stundenwoche  konntedagegen nicht erreicht werden. Dieses magere Gesamtergebnis als „Erfolg“ zu bezeichnen bleibt wohl einigen Gewerkschaftern vorbehalten…

 


Quelle: ÖGB via APA, 19.01.2017

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