Niederösterreich: Auftakt zum landesweiten Demenz-Service

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v. l.: Caritas Direktor Hannes Zieselsberger, LR Ludwig Schleritzko, Lea Hofer-Wecer, Romana Kittel

Bei der Auftakt-Pressekonferenz am 4. Oktober gab der Vorsitzende des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS), Landesrat Ludwig Schleritzko,  den Start zur landesweiten Umsetzung der NÖ „Demenzstrategie“ bekannt. Zu den ersten Angeboten zählen eine kostenlose Demenz-Hotline, eine Info Homepage, eine neue Demenz-Broschüre, sowie eine große Informationsveranstaltung „Demenztag 2017“ am 13. Oktober am VAZ St. Pölten.

Niederösterreich hat mit 4. Oktober das neue „Demenz-Service NÖ“ als Drehscheibe für die Demenzversorgung beim NÖGUS eingerichtet. Dessen Hauptaufgabe ist, alle Leistungen im Demenzbereich in Niederösterreich besser miteinander zu vernetzen und aufeinander abzustimmen – von den NÖ Kliniken, über die NÖ Pflege- und Betreuungszentren, Anbieter wie Caritas, Haus- und Fachärzte bis hin zu diversen Betreuungs- und Wohnformen. Neue Angebote wie die kostenlose NÖ Demenz-Hotline 0800 700 300, die Info-Homepage und eine neue Broschüre bieten Demenzkranken und Angehörigen Hilfestellung und Orientierung im Gesundheitssystem. Ein wichtiger Partner im Demenz-Service NÖ ist die Kompetenzstelle Demenz der Caritas der Diözese St. Pölten unter Leitung der Demenzpflegeexpertin Lea Hofer-Wecer (Bild unten). Diese hat in den vergangenen elf Jahren enorme Aufbauarbeit in diesem Bereich geleistet und ihre Expertise und reiche Erfahrung auch in die Entwicklung der „NÖ Demenzstrategie“ eingebracht.

„Mit dem Demenz-Service NÖ bündeln wir alle Kräfte in Niederösterreich unter einem Dach. Unser Ziel ist es, Betroffenen bestmöglich dabei zu helfen, lange selbstständig und aktiv zu bleiben und Angehörige zu unterstützen, damit sie durch die große Belastung in dieser schweren Lebenszeit nicht selbst erkranken. “, so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Ludwig Schleritzko.

Derzeit gibt es in Niederösterreich 22.000 Demenzerkrankte. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl auf Grund der steigenden Lebenserwartung und der zunehmenden Alterung der Gesellschaft verdoppeln. Die Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken, nimmt ab einem Lebensalter von 65 Jahren stark zu. Laut Statistiken wird im Jahr 2050 rund ein Drittel der niederösterreichischen Bevölkerung über 65 Jahre alt sein.

„Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz bringt große Herausforderungen für die Zukunft. Die Caritas der Diözese St. Pölten hat das früh erkannt und sich als die ‚Kompetenzstelle für Demenz‘ in Niederösterreich bewährt. Wir werden unsere Erfahrungen gerne in das Demenz-Service NÖ einbringen, um gemeinsam die Demenzversorgung für die Zukunft zu gestalten“, so Caritas-Direktor Hannes Ziselsberger.

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Demenzseesack der Öffentlichkeit vorgestellt

Lea Hofer-Wecer hat 11 Jahre lang die „Kompetenzstelle Demenz“ in der Caritas der Diözese St. Pölten aufgebaut und geleitet: „Wir wollen Menschen ermutigen, sich frühzeitig Hilfe zu holen sowie ein größeres Verständnis für die Krankheit in der breiten Öffentlichkeit schaffen. Zu diesem Zweck haben wir auch den „Demenzseesack“ entwickelt, dessen vielfältiger Inhalt den Umgang mit Demenzkranken, angepasst an den jeweiligen Schweregrad, erleichtern soll.“ Die Bestandteile des Demenzseesacks – darunter Memory-Kartenspiele, eine „Demenzdecke“ für händische Beschäftigung, ein Liederbuch mit alten regionalen Volksliedern, Puzzles, Duftsäckchen und vieles mehr – werden im Rahmen eines Beratungsgesprächs individuell für jeden Demenzkranken und dessen Angehörige zusammengestellt und von der Caritas Behindertenwerkstätte in Schrems händisch angefertigt. Anfragen hierzu sind ab sofort möglich unter Mail: bup.hofer-wecer@stpoelten.caritas.at

 

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