Schweizer Bundesrat schmettert Volksinitiative zur Stärkung der Pflege ab

Mehr als 100.000 Unterschriften für eine gesetzliche Stärkung der Pflege haben offenbar fürs Erste nichts bewirkt: Die Schweizer Volksvertretung lehnte die Forderungen rundweg ab. Nun wird wohl eine Volksabstimmung darüber entscheiden müssen, wie es im Kampf gegen den aktuellen Pflegenotstand weitergehen soll.
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Der Schweizer Bundesrat lehnt die Pflegeinitiative ohne Gegenvorschlag ab. Für den Pflegeberufsverband SBK ist dieser Entscheid völlig unverständlich: „Der Bundesrat verschließt die Augen vor den Tatsachen. Schon jetzt ist der Fachkräftemangel in der Pflege massiv: 11.000 Stellen im Pflegebereich sind aktuell nicht besetzt, davon über 6500 für diplomierte Pflegefachpersonen. Und die Situation wird sich mit dem vom Bund angekündigten Maßnahmen nicht verbessern lassen“, erklärt SBK-Geschäftsführerin Yvonne Ribi. „Für die Patienten – also uns alle – sind das sehr düstere Aussichten“.

Der Bundesrat begründet seine Ablehnung unter anderem mit Maßnahmen, die bereits ergriffen worden seien, um den Mangel an Fachpersonal im Pflegebereich zu begegnen. „Die bisherigen Maßnahmen haben zu wenig gebracht: Im Bildungsbereich sind die Ausbildungszahlen der dringend benötigten diplomierten Pflegefachpersonen sogar rückläufig. Jede fünfte FaGe hat dem Gesundheitswesen nach fünf Jahren bereits den Rücken gekehrt. Eine Imagekampagne für die Langzeitpflege ist vor diesem Hintergrund reine Pflästerlipolitik“, ärgert sich Yvonne Ribi. „Um die Patientensicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten, braucht es mehr als halbherzige Lippenbekenntnisse. Es führt kein Weg an gesetzlichen Maßnahmen vorbei. Nur damit kann man den Fachkräftemangel in der Pflege nachhaltig bekämpfen.“

Die Pflegeinitiative will eine gute Pflegequalität auch in Zukunft sicherstellen, denn nur so ist auch die Sicherheit der Patienten gewährleistet. Fehlt gut ausgebildetes Pflegefachpersonal, kommt es nachweislich häufiger zu Komplikationen wie Infektionen, Wundliegen oder Stürzen, und das Sterberisiko für die Patienten steigt. „Die Bevölkerung weiß das. Das ist mitunter ein Grund weshalb wir innerhalb von nur 8 Monaten die benötigten Unterschriften gesammelt haben“.

 

Weitere Informationen auf www.pflegeinitiative.ch

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