Kanada: Ärzte wollen für mehr Pflegepersonal auf Gehaltserhöhung verzichten

Quebec

Eine bislang wohl einzigartige Solidaritätsaktion mit dem Pflegepersonal haben jetzt Ärzte in der kanadischen Provinz Quebec gestartet: Mehr als 900 Allgemeinmediziner, Fachärzte und Medizinstudenten haben eine Petition gegen eine Gehaltserhöhung für Ärzte unterzeichnet. Stattdessen soll mehr Pflegepersonal eingestellt und die Kostenhürde für Patienten gesenkt werden.

Wie der US-Nachrichtensender CNN weiter berichtet, habe die Provinzverwaltung von Quebec beschlossen, 700 Millionen Dollar bereitzustellen, um das Gehalt der 10.000 Ärzte um 1,4 Prozent zu erhöhen. „Diese Erhöhungen sind umso schockierender, weil unsere Krankenschwestern, Büroangestellten und andere Fachkräfte mit sehr schwierigen Arbeitsbedingungen konfrontiert sind, während unseren Patienten aufgrund der drastischen Kürzungen in den letzten Jahren der Zugang zu den erforderlichen Diensten verwehrt bleibt. Das einzige, was immun zu sein scheint, ist unser Gehalt“, kritisiert die Petition der Gruppe Médecins Québécois pour la Régime Public (MQRP).

Der Gesundheitsminister von Quebec, Gaetan Barrette, sagte dazu, dass er die Gehaltserhöhung nur rückgängig machen werde, wenn sich die Mehrheit der Ärzte gegen die Gehaltserhöhung ausspreche.

Einer der auslösenden Gründe für den Protest ist die schlechte Situation des überarbeiteten und unterbezahlten Pflegepersonals, welche in der kürzlich durchgeführten Gesundheitsreform ignoriert wurde.

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