Tagungsrückblick aus Aarau (CH): Wer führen will, muss kommunizieren

Es gibt kein Generalrezept für gutes, erfolgreiches Führen. Denn dies ist in hohem Maße von der Authentizität der jeweiligen Leitungskraft und deren „stimmiger“, situationsgerechter Kommunikation abhängig.

 

Führungs- und Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen sind in einem anspruchsvollen und sensiblen Umfeld tätig. Ihre Kommunikationskompetenz ist deshalb besonders gefordert. Doch wie kommuniziert man richtig? Eine brennende Frage. Das hat die Führungstagung von Careum Weiterbildung mit dem Titel «Wer führen will, muss kommunizieren» gezeigt, die mit mehr als 400 Teilnehmenden  am 4. September 2018 im Kultur- und Kongresshaus in Aarau stattfand.

Keine generelle Empfehlung für richtige Kommunikation

Mitarbeitende motivieren, Gremien für Ideen begeistern oder Konflikte bewältigen. Kommunikation ist ein mächtiges Instrument. Eine generelle Empfehlung zur richtigen Kommunikation in der Führungsrolle gibt es aufgrund der verschiedenen Situationen und Menschen allerdings nicht. Stimmiges Verhalten sollte laut dem Kommunikationswissenschafter und Diplom-Psychologe Marcus Poenisch (Hamburg) „passend zur Person sein und dem eigenen Wesen entspreche“» sowie „mit der Situation, dem Kontext und der Rolle übereinstimmen“. Als Hilfestellung für kommunikative Herausforderungen stellte Marcus Poenisch zwei bewährte Modelle vor: das Kommunikationsquadrat sowie das Modell vom Inneren Team. Sein Fazit: Wer eine gute Führungskraft sein will, muss in sich selbst hineinschauen und Leiter des „Inneren Teams „werden.

Spannungssymptome rechtzeitig erkennen, Management von Differenzen

Führen ist für Prof. Dr. Dr. h. c. Friedrich Glasl (Mediator für Organisationen und bei Friedensprozessen) zu einem grossen Teil Management von Differenzen. Damit diese nicht zu destruktiven Konflikten eskalieren, sollten Führungspersonen Spannungssymptome rechtzeitig und gut erkennen sowie verstehen können.

Als „change agents“ den Wandel selbst vorleben

Prof. Martina Dalla Vecchia, Dozentin für E-Commerce, Online-Marketing und Social Media an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, forderte die Führungskräfte derweil auf, zu „Change-Agenten des digitalen Wandels“ zu werden. Um die Digitalisierung im Unternehmen voran zu treiben, brauche es Führungspersönlichkeiten, die diesen Wandel auch vorleben würden.

 

(Die nächste Führungstagung von Careum Weiterbildung findet am 10. September 2019 statt.)

Abstracts, Präsentationen und Fotos finden Sie hier.

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