Schweizer Spitäler: Stationäre Pflegetage sinken, Kosten nicht

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Die Verlagerung in den ambulanten Bereich macht sich bemerkbar – gleichwohl steigen die Spitalkosten weiter an. Das berichtet das Branchenblatt „MedInside“.

Erstmals seit 20 Jahren ist der Bevölkerungsanteil, der stationäre Spitalbehandlung benötigt, gesunken: Knapp jede achte Person  begab sich 2017 mindestens einmal in Spitalpflege, so die kürzlich vom Statistischen Bundesamt publizierten Spitalzahlen 2017  . Weil die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in den allgemeinen Krankenhäusern (- 1,4 %) und in den psychiatrischen Spezialkliniken (- 3,2 %) gesunken ist, nahm die Anzahl der Pflegetage von 11,8 auf 11,6 Millionen ab. Trotzdem stiegen die stationären Kosten leicht an (+0,8%).

In der Psychiatrie nahm die Zahl der behandelten stationären Fälle um +4,3 % zu – die Kosten und die Pflegetage steigen dagegen deutlich weniger stark an (+1,2 bzw. +1 Prozent).

 

 

Das Kostenwachstum findet fast ausschliesslich im Akutbereich statt.

 

 

 

Verlagerung in ambulanten Spitalbereich

Stark gestiegen sind die  Kosten im ambulanten Spitalbereich. Diese erhöhten sich gegenüber 2016 um +5,4 % auf 7,8 Mrd. Franken – obwohl die Zahl der ambulanten Behandlungen nur um +1,5 % angestiegen ist. Somit ergab sich insgesamt keine Kostensenkung, sondern nur eine Verschiebung und Verlangsamung des Kostenwachstums.

Auch die Zahl der Beschäftigten stieg – wenngleich langsamer als in den Vorjahren – um +1,9% weiter an. Ende 2017 arbeiteten 212.090 Personen im Schweizer Spitalsektor (164.964 Vollzeitäquivalente). Die Personalkosten betrugen mit rund 15 Mrd. Franken die Hälfte der Ausgaben der Spitäler.

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