Steiermark: Neue Pflegedirektorin am neuen Spitalsverbund LKH Graz II

 

LKH-Graz-II Gruppenfoto 01-2019

Mit Jahresbeginn 2019 entstand durch den Zusammenschluss der Landeskrankenanstalten LKH Graz Süd-West und LKH Hörgas-Enzenbach unter dem Namen „LKH Graz II“ der zweitgrößte Spitalsverbund der Steiermark.

 

Die daraus resultierenden Änderungen beinhalten den Zusammenschluss der vier Standorte Graz Süd, Graz West, Enzenbach und Hörgas im „LKH Graz II“ unter einem betriebsorganisatorischen Dach, die Verlagerung der AG/R stationär vom Standort Hörgas in das „Krankenhaus Graz Mitte, Standort Krankenhaus Elisabethinen“ (Krankenhauskooperation Ordensspital Graz Mitte) ab 1. April 2019 und die Inbetriebnahme des Facharztzentrums Hörgas ab Juli 2019. Letzteres entwickelt sich aus der bestehenden Krankenhaus-struktur und soll in Form einer Anstaltsambulanz geführt werden.

 

Die Kollegiale Führung des „LKH Graz II“ (Wagner Jauregg-Platz 1) setzt sich wie folgt zusammen:

Pflegedirektorin: DGKP Eveline Brandstätter, MSc

Ärztlicher Direktor: Prim. Univ. Prof. DDr. Michael Lehofer

Betriebsdirektor: Dipl. KHBW Bernhard Haas, MBA

 

PDL neu Brandstätter MSc Eveline LKH-Graz-II 01-2019

Neue Pflegedirektorin Eveline Brandstätter, MSc

(Statement zu ihren Zielen und Schwerpunktsetzungen)

 

Jeder, der bereits eine Zusammenlegung von Spitalsstandorten miterlebt hat, weiß, dass gerade das erste Jahr der Verbundwerdung eine Herausforderung bietet. Heißt es doch, was in der Projektvereinbarung niedergeschrieben bzw. in den einzelnen Arbeitspaketen erarbeitet wurde, gut auf Schiene zu bringen ist.

Nun, wo sehe ich meinen Fokus:

Wer mich und meinen Führungsstil kennt weiß, dass das Gemeinsame für mich im Vordergrund steht. Nur durch ein patientenorientiertes, gut organisiertes Zusammenwirken mit allen Berufsgruppen und auch mit den Angehörigen ist eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung gewährleistet. Dafür benötigt es eine von gegenseitigem Respekt und Freundlichkeit getragene Teamkultur. Ich betrachte es als meine persönliche Verantwortung – neben den fachlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für eine gute Pflege – durch mein Vorbild ein Klima von Offenheit und Vertrauen im Team zu schaffen.

An dieser Stelle möchte ich Altbürgermeister Alfred Stingl zitieren, der unlängst in einem Medienbericht folgendes gesagt hat:

„Hier sollen nur Menschen arbeiten, die Menschen lieben.“

Diese Aussage kann ich nur zu 100 Prozent bejahen. Auch das sehe ich als einen Schwerpunkt meiner Führungsarbeit, der sicher nicht einfach werden wird, nämlich Pflegepersonen zu rekrutieren, die geeignet sind den Pflegeberuf professionell und doch mit Herz auszuüben. Die Generation Y unterscheidet sich in ihren Wertevorstellungen. Da ist man als Führungsperson genauso gefordert den Ansprüchen wie optimale Ausbildung, gutes Arbeitsklima, optimale Führung, leben beim Arbeiten, gerecht zu werden. Meine Rolle sehe ich als Dirigent, Koordinator und Coach von Einzelkünstlern zu einem gemeinsamen Werk. Dass setzt natürlich voraus, dass ich immer wieder auch vor Ort präsent bin.

 

Eine Besonderheit von Graz II sehe ich darin, dass PatientInnen mit sehr unterschiedlichen Krankheitsbildern zu versorgen sind. Besonders in der stationären Versorgung im psychiatrischen Bereich, stehen große Umbrüche bevor und doch wird es von meiner Seite Zielsetzungen geben, die auf alle vier Standorte zutreffen werden und ein Zusammenrücken der Standorte fördern.

Einer dieser Schwerpunkte wird in der Fortsetzung der Demenz- und Delir-Prävention liegen. Die Pflege von verwirrten, verhaltensauffälligen PatientInnen stellt an das Personal große Anforderungen. Wichtig ist, das Verhalten der Menschen zu verstehen, sich selbst zu fragen, warum tut dieser Mensch das. Die beste Basis dazu, stellt die Bezugspflege dar. Die Bezugspflege schafft Vertrauen in der Pflegebeziehung, bietet die Grundlage für maximale Informationsgewinnung, gewährleistet den Pflegeprozess und bestmögliche Behandlungsplanung im Team.

Einen neuen Weg und damit eine verbundene Unterstützung z.B. bei PatientInnen mit Demenz und Delir sehe ich mit der Einführung des E-Learnings und den bereits positiv erprobten Piloten Delir-Screening am Standort West.

 

Etwas ganz Neues wird das Facharztzentrum, übrigens das erste in der KAGes, am Standort Hörgas sein, eine spannende Herausforderung für alle Berufsgruppen. Durch die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Standort Graz-West und dem Standort Enzenbach wird sich unter anderem auch die Zusammenarbeit im Pflegebereich vertiefen.

Eine wichtige These für mich ist:

MitarbeiterInnen müssen ihren Job gerne machen, das Unternehmen soll die zweite Familie für die MitarbeiterInnen sein. Wir werden versuchen, durch Optimierung von Prozessen bzw. Abläufen mehr Zeit für die persönliche PatientInnenbetreuung zu schaffen. Gemeinsam erarbeitete Maßnahmen, sollen sowohl fachlich als auch organisatorisch Orientierung bieten.

Ein weiteres Prinzip meinerseits ist es, Mitarbeiterpotenziale klar zu erkennen, diese zu nutzen, aber auch zu fördern. In jedem Menschen steckt ein Genie, man muss es ihm auch sagen. Solche ausgebauten Fähigkeiten kommen nicht nur dem MitarbeiterInnen selbst, sondern vor allem dem PatientInnen zu Gute.

 

Lebenslauf

DGKP Eveline Brandstätter, MSc

Geboren am 4. Jänner 1963 in Graz

Schul- und Berufsbildung

 1978 – 1982             Schule für Gesundheits- und Krankenpflege – Diplom mit  Auszeichnung

30.06.1985                Abschluss der Sonderausbildung für Operationspflege – mit Auszeichnung

1988 – 1992             Bundesgymnasium für Berufstätige – Matura

  • Abschluss im mittleren Pflegemanagement

2002 – 2004             Universitätslehrgang für leitendes Krankenpflegepersonal

an der Medizinischen Universität Wien

Juni 2004                  Abschluss zur akademisch geprüften Pflegedienstleitung

an der Med. Universität Wien

2004 – 2005             Studium der Pflegewissenschaft an der Med. Universität Graz

2007 – 2009             Universitätslehrgang Pflegemanagement (Donau-Universität Krems)

25.06.2009                Graduierung zur Master of Science (DUK Krems)

Beruflicher Werdegang

 1982 – 1983             Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (Station, Hals-Nasen-Ohren-Universitätsklinik – LKH-Univ. Klinikum Graz)

1983 – 1999             Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (im Operationsbereich, HNO-Univ. Klinik Graz)

1999 – 2000             Leitende Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (Ambulanz, HNO-Universitätsklinik – LKH-Univ. Klinikum Graz)

2000 – 2002             Pflegeleitung an der Hals-Nasen-Ohren-Universitätsklinik und Universitätsklinik für Strahlentherapie-Radioonkologie (LKH-Univ. Klinikum Graz)

2002 – 2005             Assistentin der Pflegedirektorin – LKH-Univ. Klinikum Graz

2004 – 2005             Pflegeleitung an der Universitätsklinik für Psychiatrie und

Psychotherapeutische Medizin – LKH-Univ. Klinikum Graz

2005 – 2013             Stellvertretende Pflegedirektorin – LKH-Univ. Klinikum Graz

2008-2016                Pflegedirektorin – LKH Voitsberg

2014-2016                Pflegedirektorin – LKH Deutschlandsberg

Seit 01/2017             Pflegedirektorin – LKH Weststeiermark (Standort DEU und VOI)

 Zusatzfunktionen

Seit 2012                   Vorsitzende der ARGE Pflegedirektor/innen im ÖGKV, LV-Steiermark

Seit 2012                   Vertretung der steirischen Pflegedirektor/innen (ANDA)

 

Weitere Qualifikationen

  • Personalentwicklung:
    • Forschungsarbeit „Periodisches Mitarbeitergespräch“
    • Literaturarbeit-Mastherthesis „Die effektive Führungskraft in der Pflege“
  • Diplom „Systemischer Coach“
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