18. KWA-Symposium 2020, München: „Kassensturz in der Pflege“

Wie wir Pflege und Sorgearbeit in einer Gesellschaft des langen Lebens finanzieren können. – Melden auch Sie sich an! Die Teilnahme am Symposium ist kostenfrei.

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Bleibt Pflege bezahlbar – und für wen? Diese Frage ist sehr prominent und zu recht auf die pflegepolitische Agenda geraten. Denn die Leistungen und Investitionen, die jährlich in Deutschland für Pflege und Sorgearbeit aufgebracht werden, erreichen eine dreistellige Milliarden-Euro-Summe. Allein die staatliche Pflegeversicherung zahlt für die Versicherten jährlich gut 40 Milliarden Euro (2018). Hinzuzurechnen sind unter anderem Millionen von Pflegestunden, die informell in den Familien, von Vereinen, Initiativen oder freiwillig Engagierten geleistet werden.

Doch dieses enorme volkswirtschaftliche Volumen reicht – heute kaum und künftig bei weitem – nicht aus, um Pflege auf Dauer zu sichern. Das liegt zum einem am demografischen Faktor: In den kommenden Jahren werden deutlich mehr Menschen als heute auf Unterstützung und Pflege angewiesen sein, und dies bei einem gleichzeitig schwindenden Potenzial „helfender Hände“, sprich Menschen, die Sorgearbeit leisten.

Zum anderen bereitet die bisherige Finanzierungslogik der Pflegeversicherung – als sogenannte „Teilkasko-Leistung“ – knapp 30 Jahre nach ihrer Einführung immer mehr Probleme. Denn jede Leistungsausweitung und Kostensteigerung, etwa durch einen dringend notwendigen, verbesserten Personaleinsatz, führt zu steigenden finanziellen Eigenbeteiligungen der Betroffenen und zu höheren Ausgaben der Sozialhilfeträger. Und das zu einer Zeit, in der immer mehr Investmentkapital – auch aus dem Ausland – in den deutschen Pflegemarkt drängt, aberwitzige Summen für Pflegeheime gezahlt werden und sich die nächste Immobilienblase schon wieder prall gefüllt hat.

Leere Taschen

Es mehren sich die Forderungen, die Pflege und Sorgearbeit in Deutschland auf eine neue finanzielle Grundlage zu stellen. Gleich mehrere, bis ins Detail ausgearbeitete Konzepte liegen dazu auf dem Tisch. Landen diese Konzepte in den Schubläden der Bundesregierung – oder haben sie eine Chance in der nächsten Legislaturperiode? Die Weichen werden jetzt gestellt.

Das 18. KWA Symposium fokussiert mit der Expertise namhafter Referenten und Experten die aktuellen Ausprägungen der Pflege und sucht Antworten auf folgende Fragen: Wie lassen sich Pflege und Sorgearbeit nachhaltig finanzieren? Welche Konzepte gibt es? Und was müsste jetzt getan werden, damit die pflegerische Versorgung auch in Zukunft gesichert ist?

Die Referenten:

Prof. Dr. Thomas Klie – Evang. Hochschule Freiburg i. Br.
Moderation und Einführung in das Thema: Ausprägungen der aktuellen Diskussion

Prof. Dr. Heinz Rothgang – Universität Bremen

Bernhard Schneider – Hauptgeschäftsführer Evang. Heimstiftung GmbH
Vortrag: „Die Pflege-Teilkaskoversicherung hat ausgedient – Befunde aus der Praxis“

Prof. Dr. Harald Schmitz – Vorstandsvorsitzender Bank für Sozialwirtschaft AG
Vortrag: „Investments in die Pflege – Big Business oder droht die nächste Blase?“

Josef Mederer – Bezirkstagspräsident des Bezirks Oberbayern
Vortrag: „Zwischen Teilhabesicherung und Daseinsfürsorge – Pflegeleistungen des Bezirks Oberbayern“

Teilnehmer der Podiumsdiskussion (Moderation: Prof. Dr. Thomas Klie):

Horst Schmieder
Vorstand KWA Kuratorium Wohnen im Alter gAG, München

Dipl.-Pflegewirtin Britta March
Leitung des Referats Pflege der AOK Baden-Württemberg, Stuttgart

sowie Bewohnervertreter und Angehörige von KWA Stiften

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18. KWA Symposium – „Kassensturz“
Termin: 6. Februar 2020, 9.00 – 17.00 Uhr
Ort: KWA Georg-Brauchle-Haus – Staudingerstr. 58 – 81735 München

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich, sichern Sie sich Ihren Platz
per Mail an Fr. Imke Finze:
finze-imke@kwa.de

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