Stift Göttweig (NÖ): Pflegende Angehörige im Gespräch mit der Politik

Anlässlich des Tages der pflegenden Angehörigen (13.9.) und des Welt-Alzheimertages (21.9.) luden Caritas-Direktor Hannes Ziselsberger und die Caritas-Kompetenzstelle Demenz am 11. September im Stift Göttweig zu einem Round-Table-Gespräch mit Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und pflegenden Angehörigen.

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Wie können pflegende Angehörige entlastet werden? Wie können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsbereich für die Bedürfnisse Demenzerkrankter geschult und sensibilisiert werden? Welche Angebote sollten für demente Menschen in den nächsten Jahren ausgebaut werden? Fragen wie diese wurden im Rahmen eines Round-Table-Gesprächs im Stift Göttweig von pflegenden Angehörigen gemeinsam mit Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Caritasdirektor Hannes Ziselsberger und Demenzexpertin DGKP Lea Hofer-Wecer besprochen.

Derzeit gibt es in Niederösterreich mehr als 20.000 Demenzerkrankte. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl auf Grund der steigenden Lebenserwartung und der zunehmenden Alterung der Gesellschaft verdoppeln. Mehr als 75% aller pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause von ihren Angehörigen betreut. „Das ist eine enorme Herausforderung für die Betroffenen“, weiß Lea Hofer-Wecer, Gründerin und Leiterin der Caritas Kompetenzstelle Demenz. „Die pflegenden Angehörigen sind rund um die Uhr für die an Demenz erkrankten Menschen da – sie haben kein freies Wochenende, oft nicht einmal die Zeit einkaufen zu gehen oder Zeit für sich selbst.“

„Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz bringt große Herausforderungen für die Zukunft und muss weiter ausgebaut werden. Die Caritas der Diözese St. Pölten hat das früh erkannt und bereits im Jahr 2006 die Kompetenzstelle für Demenz gegründet. In den Sozialstationen oder über die NÖ Demenz-Hotline können sich Interessierte über die vielfältigen Hilfsangebote und Unterstützungen informieren“, so Caritasdirektor Hannes Ziselsberger.

„Bei Fragen rund um das Thema Pflege und Betreuung steht in Niederösterreich die NÖ Pflegehotline unter 02742/9005 9095 kostenlos zur Verfügung und ist damit erste Anlaufstelle für pflege- und betreuungsbedürftige Menschen und deren Angehörige. Mit dem Demenz-Service NÖ wird speziell Betroffenen dabei geholfen, lange selbstständig und aktiv zu bleiben und Angehörige zu unterstützen, damit sie durch die große Belastung in dieser schweren Lebenszeit nicht selbst erkranken“, so Landesrätin Teschl-Hofmeister.

Caritas Kompetenzstelle Demenz

Mit umfassender Beratung bei Hausbesuchen und weiteren Angeboten wie Vorträgen, Angehörigenstammtische oder Gedächtnistraining zur Unterstützung für Betroffene und Angehörige sensibilisiert die Caritas Kompetenzstelle Demenz seit nunmehr 14 Jahren für die Krankheit Demenz.

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v.l.: Caritasdirektor Hannes Ziselsberger, DGKP Lea Hofer-Wecer (Caritas Kompetenzstelle Demenz, seit 2006), Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister
Fotos: Caritas / Christoph Riedl

 

Die Betreuung und Pflege eines Menschen mit Demenz kann eine große psychische Belastung bedeuten, die Betreuende oft an ihre Grenzen bringt. Die Kompetenzstelle bietet hier persönliche Beratung und Information über die Krankheit für Betroffene und Angehörige. Zusätzlich werden in Vorträgen, Seminaren und Workshops Grundkenntnisse über Anzeichen und Verlauf der Krankheit vermittelt.

2015 wurde der sogenannte Stammtisch für pflegende Angehörige ins Leben gerufen. Hier können sich die Betroffenen mit Menschen in ähnlicher Situation über Erfahrungen und Erlebnisse austauschen. Zusätzlich geben Caritas Demenzexpertinnen Tipps und fachliche Informationen.

„In den Gesprächen beim Stammtisch geht es um mehr als nur die Demenz“, betont Lea Hofer-Wecer. „Es geht auch um Beratung in juristischen Fragen, um Fragen der Verantwortlichkeiten gegenüber dem demenzerkrankten Menschen. Informationen, die man sonst nur schwer bekommt.“ Lea Hofer-Wecer hat die „Kompetenzstelle Demenz“ in der Caritas der Diözese St. Pölten aufgebaut: „Wir wollen Menschen ermutigen, sich frühzeitig Hilfe zu holen sowie ein größeres Verständnis für die Krankheit in der breiten Öffentlichkeit schaffen“, so die Demenz-Expertin. „Demenzerkrankte Menschen sollen in ihrer Welt gut leben können. Das ist unser Ziel.“

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