D-A-CH-Region: Pflegeberufsverbände fordern neue Aus- und Weiterbildungsschwerpunkte «Desaster Nursing» und «Infectious Disease Control»

Gesundheitsschutz, psychologische Beratungs- und Begleitungsangebote, höchste Priorität bei der Covid-19-Schutzimpfung, ausreichende Versorgung mit Schutzmaterialien: Das sind die zentralen Forderungen, die von den drei Verbänden DBfK, ÖGKV und SBK im heute veröffentlichten, gemeinsamen Positionspapier gestellt werden.

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„Dies sollte eigentlich selbstverständlich sein“, sagt DBfK-Präsidentin Christel Bienstein. „Wir sehen aber immer noch, dass das nicht überall sichergestellt ist, obwohl seit Beginn der Pandemie immer wieder darauf hingewiesen wird.“ Es müsse aber auch über die aktuelle Pandemie hinausgedacht und Verbesserungen für die Pflegeberufe auf den Weg gebracht werden.

Die beruflich Pflegenden leisteten seit bereits einem Jahr Ausserordentliches und seien dabei in allen Versorgungsbereichen über die Maßen durch die Pandemie belastet, so die Verbände. „In Deutschland muss noch in dieser Legislatur etwas passieren, das die Berufsbedingungen nachhaltig verbessert und das Gesundheitssystem auf die nächsten Pandemien vorbereitet“, so Bienstein weiter.

Pflegefachpersonen sind durch die Pandemie in mehrfacher Hinsicht enorm belastet. Sie arbeiten unter hohem Leistungsdruck und zunehmend in Situationen, die die individuelle Leistungskraft, aber teilweise auch die des gesamten Gesundheitssystems überschreiten. In der Intensivpflege werden COVID-Patient*innen hochkomplex und aufwändig gepflegt. Trotzdem muss hier eine hohe Sterblichkeitsrate verkraftet werden. In der Langzeitpflege treten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen vermehrt Infektionen in Pflegeheimen auf – mit fatalen Folgen für die dort versorgten Menschen.

Darüber hinaus gehören Pflegefachpersonen durch ihre Berufstätigkeit zu den Hochrisikogruppen für eine Ansteckung und potenzieller Gefährdung der Gesundheit ihrer Angehörigen. Laut WHO sind 10 % der an Covid-19 erkrankten Personen Mitarbeitende in Gesundheitsberufen.

Alle präventiven Anstrengungen müssen politisch unterstützt werden, um auf weitere Epidemien und Katastrophenfälle vorbereitet zu sein, fordern die drei Berufsverbände einhellig. Pflegefachpersonen können hierzu einen umfänglichen Beitrag leisten, ihre Expertise muss endlich auf allen Entscheidungsebenen eingebunden werden.

>> zum gemeinsamen Positionspapier

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