DE: Pflege als Studium wenig gefragt?

Weniger als die Hälfte der vorhandenen Studienplätze für die hochschulische Ausbildung von Pflegefachpersonen sind aktuell belegt. Darauf weisen die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft und der Deutsche Pflegerat hin und fordern massives Gegensteuern.

„Die akademische Ausbildung der Pflege bricht ein“, mahnt Christine Vogler, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats (DPR). Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft hat der DPR ein > Statement zur prekären Situation der akademischen Ausbildung der Pflege veröffentlicht.

studium-Pfkegewiss Foto_Werner Krüper

„Die Gründe für diese besorgniserregende Entwicklung liegen in fehlenden bzw. unzureichenden Regelungen des Pflegeberufegesetzes“, weist Vogler in einer aktuellen Pressemitteilung hin.

  • Erstens fehlt eine Vergütung der Praxiseinsätze der Studierenden. In der berufsfachschulischen Ausbildung gibt es diese. Die Pflegestudierenden haben dagegen keinen Anspruch auf Entlohnung.
  • Zweitens fehlt die Refinanzierung der Praxisanleitung der Studierenden. Sie muss von den Ausbildungseinrichtungen selbst finanziert werden. Das senkt deren Kooperationsbereitschaft zur Ausbildung.
  • Drittens werden die Hochschulen finanziell unzureichend ausgestattet. Der akademische Mittelbau für die Begleitung der Studierenden sowie für die nötigen Skill Labs fehlt daher.“

Drei Schritte könnten zur Lösung des Problems beitragen:

  1. Die Studierenden müssen eine Vergütung für die zu leistenden umfangreichen Praxiseinsätze erhalten.
  2. Der Bundesgesetzgeber müsse die Rahmenbedingungen für ein primärqualifizierendes Pflegestudium analog dem Hebammenreformgesetz schaffen.
  3. Die Hochschulen müssten für den Auf- und Ausbau primärqualifizierender Pflegestudiengänge finanziell unterstützt werden. Bund und Länder müssten Bedingungen schaffen, die es ermöglichen, Studiengänge personell und materiell angemessen auszustatten und weitere, dringend benötigte Studienplätze schaffen. Laut Vogler würden in den nächsten zehn Jahren 10.000 Studienplätze zusätzlich benötigt.
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