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Diakonie Bayern: Springer-Pools wirken Personalmangel nachhaltig entgegen

Mit eigens für kurzfristige Personalengpässe vorgesehenen Springerkräften lässt sich die bundesweite Krise in der Altenpflege nach Einschätzung der Diakonie Bayern deutlich mildern: Weniger Krankenstände, weniger Überstunden und höhere Arbeitszufriedenheit seien innerhalb von drei Jahren nachgewiesen worden.

Zu diesem Schluss kommt die Diakonie Bayern nach einem dreijährigen Pilotprojekt in fünf ambulanten und sechs stationären Einrichtungen, das als Blaupause für weitere Einrichtungen dienen könnte. Die am Projekt beteiligten Einrichtungen konnten auf Springerkräfte zugreifen, wenn etwa aufgrund von Krankheit eine Pflegeperson kurzfristig ausgefallen war. „Das bedeutet im Normalfall, sie rufen die Kolleg*innen an, die gerade frei haben“, so Sprecher Daniel Wagner. Diese für die Angestellten sehr belastende Praxis werde durch Springermodelle verhindert.

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Die Diakonie habe dadurch eine um 40 Prozent gesunkene Krankheitsquote gemessen, ebenso einen Rückgang der Überstunden um bis zu 66 Prozent sowie eine deutliche Steigerung der Arbeitszufriedenheit – was die Altenpflege-Einrichtung wiederum für neue Pflegefachpersonen attraktiv mache. „Das kann ein Baustein sein, um die Pflegekrise in den Griff zu kriegen, und zwar nicht nur in Bayern, sondern bundesweit“, so Wagner. Allerdings müssten nun Politik und Kostenträger sicherstellen, dass die „dauerhafte Bereitschaft“ der Springerkräfte auch flächendeckend umsetzbar sei und finanziert werde (dpa).