Niederösterreich: Primärversorgungszentren werden weiter ausgebaut – auch Pflegeberatung ist gefragt

In Österreich gilt weithin das Naturgesetz: Was finanziell gefördert wird, wird  auch umgesetzt. Dies zeigt sich beispielsweise beim EU-Projekt „Community Nurses“ oder bei den ebenfalls EU-geförderten multiprofessionellen Primärversorgungszentren. So steuert etwa das Land NÖ bereits auf das zehnte PVZ zu.

Böheimkirchen-Ärztezentrum

 

Das PVZ in Böheimkirchen (NÖ)

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Die Bewerbung für eine zehnte Primärversorgungseinheit „PVZ Mostviertel“ in Mauer bei Amstetten für das Jahr 2024 liegt bereits vor. Nach den sechs bestehenden GesundheitszentrenBöheimkirchen, St. Pölten/Harland, Schwechat, Gloggnitz, Purgstall und Netzwerk Melker Alpenvorland – werden im kommenden Jahr in Breitenfurt, Melk und Tullnerfeld neue PVZ eröffnet.

PVZ bieten neben den klassischen Aufgaben der niedergelassenen Ärzte, neben verschiedenen Therapien und Beratungsmöglichkeiten auch öffentliche Gesundheitsaufgaben, Gesundheitsförderung und Prävention oder Sozialberatung an. Angestellte Ärzt*innen profitieren von geregelten, flexiblen Arbeistszeiten ohne unternehmerisches Risiko einer eigenen Praxis. Für weitere Pflege- und Therapieberufe ergeben sich u.a. neue berufliche Einsatzmöglichkeiten mit flexiblen Dienstplänen. Doch am meisten sind es die Patient*innen, die durch längere Öffnungszeiten und das Vermeiden von unnötigen Spitalbesuchen von den neuen PVZ profitieren – eine Win-win-Lösung für alle.

 

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Das PVZ in Schwechat (NÖ)

Foto: Stadt Schwechat

Genauso wie die Hausärzt*innen in Einzelordinationen oder Gruppenpraxen sind PVZ erste Anlaufstellen im Gesundheitssystem. Sie bieten darüber hinaus ein breites Leistungsspektrum, angefangen von der medizinischen Grundversorgung über die kontinuierliche Versorgung chronisch Kranker bis hin zur Impfungen.

PVZ sind dazu prädestiniert, für die Patientinnen und Patienten eine Lotsenfunktion durch das Gesundheitswesen und die Terminkoordination zu übernehmen und sich mit anderen Gesundheitspartnern zum Vorteil der kranken Menschen zu vernetzen. Im Rahmen des EU‐Aufbaufonds (Recovery and Resilience Facility – RRF) sind Förderungen der Europäischen Union erhältlich.

In den multiprofessionellen Teams von PVZ arbeiten Vertreter*innen von Gesundheitsberufen wie Gesundheits- und Krankenpflege, Ergotherapie, Physiotherapie, Diätologie u.a.m. unter einem Dach zusammen. Zur Erinnerung: Im Jahr 2017 wurde in Österreich mit dem „Primärversorgungsgesetz“ eine eigene Rechtsgrundlage für die Gründung und den Betrieb von Primärversorgungseinheiten geschaffen.

> Nähere Infos zu 5 Jahre Primärversorgungsgesetz

> zur Ö-Plattform Primärversorgung

Kostenfreies Webinar am 30. November: Der internationale Blick auf eine gelingende Primärversorgung

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Im Webinar am 30.11 zeigen Lorena Dini (Charité – Universitätsmedizin Berlin) und Jan De Maeseneer (Universiteit Gent), wie bevölkerungsorientierte Primärversorgung auf Grundlage internationaler Forschung und Praxis zukunftsfit und nachhaltig gelingen kann.

Mehr Infos und Anmeldung: https://bit.ly/3A176vZ

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