Schweizer Pflegeinitiative: Nationalrat stimmt ein volles Jahr später der Ausbildungsoffensive zu

Der eidgenössische Nationalrat hat auf den Tag genau ein Jahr nach dem positiven Volksentscheid der Pflegeinitiative dem Paket 1 des Bundesrats zur Umsetzung zugestimmt. Damit stellt der Bund die finanziellen Mittel für eine Ausbildungsoffensive zur Verfügung, die nun möglichst rasch von den Kantonen abgerufen werden sollten.

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„Vor dem Hintergrund der angespannten Situation in der Praxis ist der Entscheid dringend nötig“, erklärt Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Pflegeberufsverbandes SBK. Sie fordert von den Kantonen, nun endlich ihre Hausaufgaben zu machen, damit die Ausbildungsoffensive ins Rollen kommt. Denn dafür brauche es nicht nur Geld, sondern auch genügend Berufsbildner*innen für die Betreuung der Studierenden in der Praxis.

Nach dem Ständerat hat jetzt auch der Nationalrat das Bundesgesetz über eine Ausbildungsoffensive und den eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereich für Pflegefachpersonen mit 132:47 Stimmen angenommen. Der Bund will die Ausbildungsoffensive in der Pflege mit rund 500 Mio. Franken finanzieren – sofern auch die Kantone Gelder in gleicher Höhe zur Verfügung stellen.

Juchli Pflegeinitiative 07.11.2017

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Auch die prominente Unterstützung der Volksinitiative durch Sr. Liliane Juchli (1933-2020) im November 2017 in Zürich hat zum Erfolg der Pflegeinitiative beigetragen (Foto: SBK)

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In der aktuellen Situation mit über 7.300 offenen Stellen für Pflegefachpersonen müssen die Kantone alles daran setzen, die verbliebenen Kolleg*innen im Beruf zu halten, so Frau Ribi. „Wir fordern gemeinsam mit Gewerkschaften fünf Sofortmassnahmen, um den «Pflexit» zu stoppen. Die Kantone sind jetzt in der Verantwortung, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.“

Weiters fordert der SBK die Bundesregierung (Bundesrat) auf,, bereits das Paket 2 rasch auf den Gesetzesweg zu bringen: Damit die Pflegeinitiative die Arbeitsplatzsituation der Pflegenden verbessern könne, müssen drei Kernforderungen umgesetzt werden: Bessere Arbeitsbedingungen, eine bedarfsgerechte Personalbemessung und eine angemessene Finanzierung der Pflegeleistungen, fordert der SBK nachdrücklich.

 

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