Rezension Band 10: „Who was who“ in der Pflegegeschichte?

25 Jahre pflegehistorische Biografieforschung – der „Jubiläumsband“ ist Sr. Liliane Juchli (1933 – 2020) gewidmet. Unsere Redaktion dankt der Rezensentin für diesen höchst lesenswerten – die gesamte Reihe würdigenden – Rück- und Einblick.

Hubert Kolling (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. „Who was who in nursing history“, Band 10. Verlag hpsmedia. Hungen 2022, 328 Seiten, broschiert, 34,80 €, ISBN 978-3-947665-04-4

Obwohl die Krankenpflege, die während der Corona-Pandemie als „systemrelevante Berufsgruppe“ wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit trat, eine tragende Säule des Gesundheitswesens ist, hat sie mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen, angefangen vom chronischen Personalmangel, der mangelnden Finanzierungsbereitschaft bis hin zur geringen Wertschätzung des Berufs. Wer die heutigen Strukturen sowie Konfliktfelder innerhalb und zwischen den verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen verstehen möchte, kommt nicht umhin, sich mit der jeweiligen Berufsgeschichte intensiver auseinanderzusetzen.

Während es etwa in der Medizin hierzu eine Reihe medizinhistorischer Institute gibt, die regelmäßig entsprechende Arbeiten vorlegen, wird man in der Krankenpflege – trotz der inzwischen rund dreißigjährigen Akademisierung – nach vergleichbaren Einrichtungen vergeblich suchen. Die Beschäftigung mit der Berufsgeschichte spielt dort, und zwar sowohl in den Ausbildungseinrichtungen als auch an den Hochschulen, nach wie vor praktisch so gut wie keine Rolle. Von daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Zahl der vorliegenden Publikationen zur Pflegegeschichte im deutschsprachigen Raum sehr übersichtlich ist. Da es hierzu im Prinzip keine Forschungsprojekte gibt, entstanden die wenigen Neuerscheinungen der letzten Jahre zumeist durch das Privatinteresse ihrer Autor*innen beziehungsweise als notwendige Qualifizierungsarbeiten im Rahmen von Bachelor-, Master- oder Promotionsarbeiten.

25 Jahre „Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Mehr als 1.400 Porträts

Eine wohltuende Ausnahme bildet hier seit 25 Jahren das „Biographische Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in nursing history“: Es gewährt tiefe Einblicke in das Leben und Werk von inzwischen mehr als 1.400 Menschen vom Mittelalter bis zum 21. Jahrhundert, die in der Pflege beziehungsweise für die pflegerische Versorgung und deren Weiterentwicklung eine besondere Rolle spielten. Nachdem 1997 der erste Band erschien, liegt nun 2022 – nach einem viertel Jahrhundert pflegehistorischer Biographieforschung, sozusagen als „Jubiläumsband“ – der zehnte Band vor. Grund genug, nicht nur die aktuelle Ausgabe, sondern die gesamte Reihe über den sonst üblichen Rahmen einer Rezension hinaus vorzustellen und kritisch zu würdigen.

Cover zur Rezension KOLLING Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte, Band 10

Für das „Biographische Lexikon zur Pflegegeschichte“, das von dem Krankenpfleger und Medizinpädagogen Dr. paed. Horst-Peter Wolff (1934-2017) begründet und herausgegeben wurde, zeichnet seit Band 4 (2008) der Pflegehistoriker Dr. phil. Hubert Kolling verantwortlich, der durch eine Vielzahl von Beiträgen maßgeblich bereits die Bände 2 (2001) und 3 (2004) bereichert hat. Der gelernte Krankenpfleger, Diplom-Pädagoge und promovierte Diplom-Politologe widmet sich seit vielen Jahren der Geschichte der Krankenpflege, wobei seine Forschungsergebnisse immer wieder in entsprechende Buch- und Zeitschriftenbeiträge fließen. Darüber hinaus steuert er regelmäßig Beiträge unter anderem zu der von ihm mit initiierten, mittlerweile (2022) im elften Jahrgang online und im Druck zweimal jährlich erscheinenden Fachzeitschrift „Geschichte der Pflege“ (jetzt: „Geschichte der Gesundheitsberufe“) bei (vgl. (https://www.geschichte-der-gesundheitsberufe.info/).

Der aktuelle „Jubiläumsband“, an dem neben dem Herausgeber 20 Autor*innen aus dem In- und Ausland mitgewirkt haben, vereint gut 60 biographisch-bibliographische Porträts, fünf davon – zu denen neue relevante Informationen vorlagen – in aktualisierter und erweiterter Auflage. Während der Schwerpunkt wiederum auf dem deutschsprachigen Raum liegt, werden auch diesmal wieder einige interessante und pflegehistorisch bedeutende Persönlichkeiten aus anderen Ländern vorgestellt, so aus Belgien, Brasilien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada, Kroatien, Österreich, Polen, Saudi-Arabien, Slowenien, USA, Tschechien und der Schweiz.

Zu den im vorliegenden Band portraitierten Pflegepersönlichkeiten gehören Mediziner wie Fritz Beske (1922-2020) und Friedhelm Dietze (1932-2020), Oberinnen wie Ella Goez (1876-1947) und Marie Schönholzer (1875-1960), Pflegedirektorinnen wie Elke Freyenhagen (1945-2011), Schriftleiterinnen wie Ilse Witte (1921-1992), Lehrbuchautorinnen wie Lilienne Haaf (1924-2010) und Theologen wie Wilhelm Siegert (1893-1949), ebenso Pädagogen wie Walter Schär (1927-2020) und Alfred Vogel (1926-2017), Pflegehistoriker wie Eduard Seidler (1929-2020) und Manfred Stürzbecher (1928-2020), Pflegepädagog*innen wie Jutta Beier (1945-2018) und Karl-Heinz Fichtner (1945-2016) sowie jüngst verstorbene Hochschullehrer*innen wie Theo Dassen (1953-2020), Margret Flieder (1957-2019) und Wilfried Schnepp (1957-2020).

Die drei an dem Lexikon aus Österreichisch beteiligten Autor*innen Prof. Dr. Elisabeth Seidl, Dr. Ilsemarie Walter und Dr. Walter Mentzel stellen aus ihrem Heimatland die Krankenschwester und Pflegeforscherin Lisbeth Hockey (1918-2004) vor, die unter anderem von 1972 bis 1982 die Abteilung für Pflegeforschung an der Universität Edinburgh leitete, den österreichischen Sozialmediziner Alfred Götzl (1873-1946), der sich im Zusammenhang mit der Lungentuberkulose für das Pflegepersonal und die „Fürsorgerinnen“ engagierte, und die Krankenschwester Albine Pecha (1877-1898), die als Mitarbeiterin in der chirurgischen Abteilung des Wiener Allgemeinen Krankenhauses Ende des 19. Jahrhunderts eine der beiden letzten Pesttoten in Österreich war.

Widmung an Dr.h.c. Sr. Liliane Juchli (1933-2020)

Berücksichtigt wurde selbstverständlich auch die jüngst verstorbene Doyenne der professionellen Pflege, die Schweizer Krankenschwester und Ordensfrau Schwester Liliane Juchli (1933-2020). Da sie wie kein anderer durch ihr Wirken – sei es als Dozentin, renommierte Lehrbuch-Autorin oder begeisternde Rednerin – in den vergangenen Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus die Geschichte der Pflege wesentlich mitgeschrieben und die Professionalisierung der Berufsgruppe stark vorangetrieben habe, hat ihr Hubert Kolling den vorliegenden Band gewidmet.

Aufgebaut sind die mit den Bänden 1 (1997), 2 (2001), 3 (2004), 4 (2008), 5 (2011), 6 (2012), 7 (2015), 8 (2018) und 9 (2020) durch zahlreiche Querverweise verknüpften Beiträge, deren Umfang je nach Autor*in und Quellenlage unterschiedlich lang ausfällt, jeweils in der Art, dass sie – weit über die ansonsten in Lexika übliche Reduktion auf Lebensdaten und Werke hinaus – Leben und Werk der einzelnen Personen zumeist eingebettet in die zeitgenössischen politischen und sozialen Rahmenbedingungen vorstellen. Für weitergehende Forschungsarbeiten sind dabei die zu jedem Beitrag jeweils separat aufgeführten Quellen- und Literaturangaben sehr hilfreich, ebenso wie das am Ende des Buches platzierte Gesamtverzeichnis aller in der Reihe bisher vorgestellten Personen (fettgedruckt die Biographien des aktuellen Bandes).

„Nichts vermag die Achtung vor dem Beruf der Krankenpflege so fest und so tief zu begründen, wie die Kenntnis ihrer Geschichte.“

Medizinalrat Dr. med. Wilhelm Alter (1875-1943) in: „Geschichte der Krankenpflege“ (dt. Übersetzung, 1936)

Unter Bezugnahme auf die englische Krankenschwester und Historikerin Lucy Ridgeley Seymer (1893-1971) und ihr pflegehistorisch bedeutendes Buch „A general History of nursing“ (London 1932) macht der Herausgeber einleitend auf die Bedeutung aufmerksam, die der Krankenpflege-Historiographie nicht zuletzt im Hinblick auf die eigene Berufsidentität zukommt. Hierzu lässt er den Geheimen Regierungs- und Medizinalrat Dr. med. Wilhelm Alter (1875-1943) zu Wort kommen, der im Vorwort seiner 1936 vorgelegten deutschen Übersetzung des Buches („Geschichte der Krankenpflege“) insistiert, dass die Kenntnis der Pflegegeschichte für alle Pflegenden „notwendig, ja unerläßlich“ ist:

„Es ist ein langer Weg durch Jahrtausende, der die Krankenpflege zu dem Hochstand an Idealen, an Inhalten und an Leistungen geführt hat, die ihr Begriff heute umspannt. Und es ist vielleicht nur dem, der diesen Weg kennt, möglich, die ganze Bedeutung, den ganzen Wert und die ganze Tragweite guter Krankenpflege zu ermessen und zu würdigen. Jede Darstellung des geschichtlichen Werdens der Krankenpflege ist schon aus diesem Grunde belangreich und wichtig. […] Es wäre vielen Menschen nützlich, wenn sie diese Geschichte mit Verständnis und Nachdenken studieren wollten. Notwendig, ja unerläßlich, ist das für Jeden, der selbst im Beruf der Krankenpflege steht oder in seiner Arbeit mit ihr verbunden ist. Nichts vermag die Achtung vor dem Beruf der Krankenpflege so fest und so tief zu begründen, wie die Kenntnis ihrer Geschichte.“

Ebenso zitiert er Schwester Dominika Pietzcker (1887-1976), die einstige Oberin des Rudolfinerhauses in Wien, die zur deutschen Übersetzung des besagten Buches ebenfalls ein Vorwort beisteuerte, in dem sie die Bedeutung der Geschichte der Krankenpflege im Hinblick auf die Identität des Pflegepersonals betont. Demnach genügten „wissenschaftliches Studium und praktische Kenntnisse allein“ nicht, vielmehr müsse der Lehrplan auch der Geschichte der Krankenpflege die Beachtung schenken, welche ihr tatsächlich zukommt: „Denn nichts begeistert junge Menschen mehr und erweckt in ihnen so sehr den Wunsch nach ähnlichen Leistungen, als das Beispiel jener Großen, die unter unsäglichen Mühen und Opfern den Weg gebahnt haben, auf welchem die jetzigen Generationen so ruhig und selbstsicher schreitet.“

Eine kostbare Quelle stärkt die Berufsidentität der Pflegenden

Wer sich darüber informieren möchte, welche Menschen im Laufe der Zeit die Entwicklung der Krankenpflege mitgeprägt haben, der wird vom „Biographischen Lexikon zur Pflegegeschichte“ nicht enttäuscht sein. Konzeptionell bewusst von einem weit gefassten Pflegebegriff ausgehend, ist das Spektrum der dort vorgestellten Personen – die jeweils alle Geschlechter umfassen – breit gestreut, wobei es neben unmittelbar in der Pflege Wirkenden von Adeligen und Medizinern über Theologen bis hin zu Gewerkschaftern reicht. Hinzu kommen Pflegehistoriker, Pflegewissenschaftler, Pflegedirektoren, Hospitalgründer und deren Vorsteher, Lehrbuchautoren, Vertreter der mittelalterlichen Krankenpflege, Gründer von Krankenpflegeorden sowie Ordensgemeinschaften und Schwesternschaften, ebenso wie Repräsentanten der Mutterhäuser.

Berücksichtigt wurden auch solche Personen, die mehr in die Breite als in die Tiefe und mehr zerstörend als aufbauend wirkten. Dementsprechend enthält das Lexikon für die Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) sowohl Inhaber von für die Krankenpflege wichtigen politischen Ämtern, als auch solche Pflegepersonen, die sich an der sogenannten „Euthanasie“ beteiligten oder aber dem Unrechtsregime – zumeist unter großem persönlichem Risiko für Leib und Leben – entgegenstellten.

Selbstverständlich sind in dem Gesamtwerk auch Lebensgeschichten und Schicksale der Förderer und Praktiker der jüdischen Krankenpflege enthalten. Beachtung finden schließlich Herausgeber und Redakteure von Pflege-Fachzeitschriften, Vertreter von Berufs- und Verbandsorganisationen, der „Behinderten-Pflege“, Pflegepersonen von „Lepra-Kranken“, „Krankenhaus-Fürsorgerinnen“, „Röntgenschwestern“, bedeutende Hebammen, Gründer und Vorsteher von Krankenpflegeschulen sowie Krankenpflegelehrer, Vertreter der „Kriegskrankenpflege“, Krankenschwestern in Internierungslagern und der Flüchtlingshilfe, ebenso wie Vertreter und Förderer der „Häuslichen Krankenpflege“, der „Laienkrankenpflege“, der „Hospizarbeit“ und der „Psychiatrischen-Pflege“.

Viele neue Erkenntnisse auch im 10. „Jubiläumsband“

Wie seine Vorgänger bietet auch der 10. Band des „Biographischen Lexikons zur Pflegegeschichte“ viele neue Erkenntnisse zur Geschichte und Entwicklung der Krankenpflege beziehungsweise über das Leben und Wirken ihrer Protagonist*innen. Insofern sollte es als unentbehrliches Nachschlagewerk in Ausbildung, Studium, Lehre und Forschung in den Bibliotheken der entsprechenden Ausbildungseinrichtungen einen festen Platz haben. Darüber hinaus richtet sich das Lexikon als spannendes „Lesebuch“ aber auch an alle professionellen Pflegefachpersonen, die sich einen Überblick über die vielfältigen Entwicklungen der Pflegeschichte verschaffen möchten.

25 Jahre pflegehistorische Biographieforschung in Deutschland und das daraus resultierende (bis jetzt) zehn Bände umfassende Lexikon sind unterdessen keine Selbstverständlichkeit, wird doch das dem Gesamtwerk zugrundeliegende Forschungsprojekt weder von einer Hochschule noch von einem Berufsverband getragen oder unterstützt. Es beruht vielmehr von Anfang an auf einer Privatinitiative, bei der seitens des Herausgebers und aller Mitwirkenden sämtliche damit verbundenen Arbeiten – da auf keinerlei finanzielle Ressourcen zurückgegriffen werden kann – ehrenamtlich erbracht und die damit verbunden Kosten selbst getragen werden. Eine bemerkenswerte Situation, in der sich scheinbar auch der Stellenwert der Pflege in unserer Gesellschaft widerspiegelt.

Dass öffentliche Gelder für Forschungszwecke vorhanden sind, wenn auch nicht für die historische Pflegeforschung, mag ein aktuelles Forschungsprojekt der Technischen Universität Dresden zum Einfluss von Musik auf das Schlafverhalten zeigen. An dem Projekt „Lullabyte“, an dem Wissenschaftler*innen von zehn europäischen Universitäten und Unternehmen beteiligt sind, wird untersucht, inwieweit traditionelle Wiegenlieder und moderne Relaxing Music Gemeinsamkeiten haben. Sicherlich ein interessantes und spannendes Thema, wenngleich die entsprechenden Erkenntnisse – im Gegensatz zur Bedeutung der Krankenpflege – nur für einen sehr kleinen Teil der Gesellschaft von Bedeutung sein dürften.

Noch immer fehlt eine öffentliche Förderung der historischen Pflegeforschung – Indiz für (zu) geringen Stellenwert der Pflege?

Vor diesem Hintergrund dürfte auch der Hinweis aufschlussreich sein, dass es Hubert Kolling erst mit dem 5. Band gelungen ist, für das „Biographische Lexikon zur Pflegegeschichte“ mit „hpsmedia“ einen festen Verlag (https://www.hpsmedia-verlag.de) zu finden. Nachdem der Verlag „Ullstein Mosby“ (Berlin, Wiesbaden), in dem der erste Band erschien, in Konkurs gegangen war, wechselte der frühere Herausgeber Horst-Peter Wolff mit Band 2 zu „Urban & Fischer“ (München), wobei er zu Band 3 – der Verlag Urban & Fischer gehörte inzwischen zur „Elsevier GmbH“ (München) – einen namhaften Betrag aus seiner Privatschatulle auf den Tisch legen musste. Eine Korrekturfahne gab es trotzdem nicht; der auf dem Cover falsch geschriebene Vorname des seinerzeitigen Herausgebers (aus „Horst“ war „Hans“ geworden) wurde so erst nach der Drucklegung bemerkt. Band 4 wiederum konnte nur erscheinen, weil es Hubert Kolling zwischenzeitlich gelungen war, die Robert Bosch Stiftung (Stuttgart) davon zu überzeugen, für das Werk einen Druckkostenzuschuss zu gewähren.

Selbstredend, dass er aus Gründen der Kostenersparnis, wie auch späterhin, trotzdem die Erstellung der Druckvorlage selbst in die Hand nehmen musste. Im Vorwort zu Band 5 schrieb er zu dem Problem: „Der Versuch, den vorliegenden Band erneut bei Elsevier (Urban & Fischer) Verlag zu veröffentlichen, scheiterte trotz mehreren Anläufen kläglich, weil ein solches Buch für ein primär ökonomisch orientiertes Unternehmen aufgrund der geringen Auflagenhöhe, sprich der zu niedrigen erwartenden Absatzzahlen, völlig unattraktiv ist.“

In ihrem Buch „Krankenpflege: Einführung in das Studium ihrer Geschichte“ (Frankfurt am Main 2007) beklagen Horst-Peter und Jutta Wolff, dass die pflegehistorische Biographik in Deutschland im internationalen Vergleich noch in den Kinderschuhen steckt. Demnach gehörten entsprechende Arbeiten aus der Krankenpflege im Vergleich „mit einer wahren Flut von ärztlichen Autobiographien noch zu den Seltenheiten“. Diese Situation hat sich dank des langen Atems von Hubert Kolling inzwischen gründlich geändert. 25 Jahre pflegehistorische Biographieforschung haben ihre Spuren hinterlassen. Die historische Pflegeforschung und alle, denen die Pflege am Herzen liegt, können sich glücklich schätzen, dass es das „Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte“ gibt. Fehlt nur noch die öffentliche Würdigung des Projekts, die jedenfalls längst überfällig ist.

Rezension: Prof. Dr. Christine Auer, Studiengangsleitung GuKbac, Carl Remigius Medical School, 60528 Frankfurt am Main – www.carl-remigius.de

 

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