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Green Care-Tagung präsentierte innovative Betreuungsangebote für Jung und Alt

v.l.n.r.: Abg. z. NÖ Landtag Bgm.in Renate Gruber, Dipl. Päd.in Ing. Daniela Fux (Bildungszentrum Gaming), Bettina Haas (Bäuerin, Kindergartenpädagogin und Leiterin des Green Care Betriebes „Franzlhof“), Dr. Sophie Karmasin (Bundesministerin für Familien und Jugend), KDir. Ing. Robert Fitzthum und Mag.a(FH) Nicole Prop (beide Green Care Österreich), Waltraud Stöckl (Bürgermeisterin St. Anton an der Jeßnitz), Thomas Wallisch (Rotes Kreuz NÖ, Gesundheits- und Soziale Dienste) -Foto: © Poncioni
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Welche wichtige und nachhaltige Rolle Österreichs Bauernhöfe bei der Betreuung von Kindern und alten Menschen spielen können, stand im Mittelpunkt der 5. Green Care-Tagung in der Vorwoche in Wien. Einerseits beleuchteten Familienministerin Sophie Karmasin und Green Care Österreich-Obmann Robert Fitzthum aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und politische Antworten. Andererseits präsentierten einige Pionierbetriebe und eine Leader-Region ihren Weg, sich mit Hilfe von Green Care ein zusätzliches (sozial-)wirtschaftliches Standbein zu schaffen.

 

Im ersten Teil der Tagung standen pädagogische Einrichtungen im Zentrum. „Es ist besonders wichtig, flexible Kinderbetreuungs-Angebote zu schaffen, die auf die Bedürfnisse der Familien auch außerhalb der großen Ballungszentren optimal eingehen. Green Care – Wo Menschen aufblühen ist hier ein guter Schritt für eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum, wo Vereinbarkeitsmaßnahmen für Frauen, wie etwa der Ausbau an Kinderbetreuungs-Einrichtungen, wichtig sind, um Absiedlung zu verhindern. Die Möglichkeit der Kinderbetreuung, zum Beispiel durch Tageseltern am Bauernhof, ist zukunftsweisend“, betonte Karmasin in ihrer Ansprache.

 

Bauernhöfe müssen Potenziale ausloten und Chancen entdecken

Laut Fitzthum gibt es aber noch viele weitere Herausforderungen. Demnach hatten über 30.600 Schülerinnen und Schüler in Österreich im Schuljahr 2014/15 einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Viele Kinder wissen auch kaum mehr etwas über die Lebensmittelproduktion oder sind fettleibig. Auf der anderen Seite sei es auch für Agrarbetriebe immer wichtiger, ihre Potenziale auszuloten, unterstrich der Obmann, der gemeinsam mit Nicole Prop, der Geschäftsführerin von Green Care Österreich, wichtige Fortschritte dieses Netzwerkes präsentierte, wie die zunehmende Zertifizierung der Betriebe.

 

Innovative Bauernhof-Kindergärten in Oberösterreich und Bayern

Die Bäuerin und gelernte Kindergarten-Pädagogin Bettina Haas präsentierte ihren oft recht steinigen Weg zur erfolgreichen Leiterin des Green Care-Betriebes „Franzlhof“, einem Bauernhof-Kindergarten im oberösterreichischen Pregarten, der mit zahlreichen Vorteilen für Kinder punktet. Unter völlig anderen Voraussetzungen aber mit einem ähnlichen Ziel hat die diplomierte Sozialpädagogin Friederike Becker im bayerischen Olching einen Bauernhof-Kindergarten aufgebaut, der zusätzlich Musikkurse und eine Nachmittagsbetreuung für Schülerinnen und Schüler anbietet.

 

Tagesbetreuung von älteren Menschen als Chance für Bauernhöfe

Der zweite Teil der Tagung widmete sich der Betreuung von älteren Menschen. Laut Fitzthum prognostiziert die Statistik Austria, dass die Anzahl der Über-65-Jährigen von 1,6 Mio. im Jahr 2014 auf 2,8 Mio. im Jahr 2060 ansteigt. Auch die Summe der Demenzkranken dürfte stark zunehmen. Thomas Wallisch, stellvertretender Landesgeschäftsführer des Roten Kreuzes Niederösterreich, betonte, dass Älterwerden mehr sein sollte „als nur trocken, warm und sauber“ zu sein.

 

Ein Betrieb, der genau diese Herausforderungen als Chance für sich erkannt hat, ist der Hof Hundsriegl im niederösterreichischen St. Anton an der Jeßnitz. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester Sandra Punz möchte auf ihrem Familienbetrieb ein Tageszentrum für zwölf ältere Menschen einrichten und Angehörige entlasten. Dass ein erheblicher Bedarf an Green Care-Angeboten speziell für ältere Menschen besteht, bestätigte die Bürgermeisterin von St. Anton an der Jeßnitz, Waltraud Stöckl.

 

Green Care als Schwerpunkt der LEADER-Region „Eisenstraße Niederösterreich“

Der Hof Hundsriegl ist Teil der LEADER-Region „Eisenstraße Niederösterreich“, die Green Care – Wo Menschen aufblühen zu einem strategischen Schwerpunkt erklärt hat, wie die Landtagsabgeordnete und Obmann-Stellvertreterin dieser LEADER-Region, Renate Gruber, darlegte. „Green Care ist eine Antwort auf die demografischen Herausforderungen und soll der Abwanderung entgegenwirken“, so Gruber. Daniela Fux, Direktorin des auch in dieser Region beheimateten Bildungszentrums Gaming bot Einblicke in das neue und österreichweit einzigartige Green Care-Bildungsangebot ihres Hauses. So kann man sich dort etwa zum „Diplomierten Green Care-Coach“ zertifizieren lassen. „Green Care ist für unsere Schule nicht Sozialromantik. Es muss unter dem Strich etwas dabei herauskommen“, so Fux.

 

Alle Unterlagen zur Green Care-Tagung finden Sie unter www.greencare-oe.at/tagung.

 

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Zu Green Care – Wo Menschen aufblühen

Green Care – Wo Menschen aufblühen macht land- und forstwirtschaftliche Betriebe zu Partnern der Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und Wirtschaftssysteme. Der Bauernhof wird in Kooperation mit Sozialträgern und Institutionen zum Arbeits-, Bildungs-, Gesundheits- und Lebensort und ermöglicht eine Vielzahl an Angeboten und Dienstleistungen für junge und ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, körperlichen und seelischen Belastungen. Im Mittelpunkt steht dabei die Interaktion zwischen Mensch, Tier und Natur. Durch dieses innovative soziale Angebot wird die Lebensmittel- und Umweltkompetenz der bäuerlichen Familienbetriebe um eine zukunftsweisende soziale Komponente erweitert. Für bäuerliche Unternehmerinnen und Unternehmer und für Sozialträger und Institutionen stellt Green Care neue Möglichkeiten der Angebotsdiversifizierung dar. Green Care – Wo Menschen aufblühen bildet eine ideale Brücke zwischen Land- und Forstwirtschaft und der Bevölkerung und stärkt somit den Zusammenhalt im ländlichen Raum. Der Verein Green Care Österreich bildet gemeinsam mit neun Landwirtschaftskammern das Kompetenznetzwerk für die Entwicklung und Umsetzung von innovativen Green Care- Dienstleistungen auf aktiven bäuerlichen Familienbetrieben.