Deutschland: Mehr Auszubildende in der Pflege

Wie das statistische Bundesamt Ende Juli mitteilte, steigen die Zahlen an begonnenen und abgeschlossenen Ausbildungen im Pflegebereich. Insgesamt stieg im Jahr 2024 die Zahl der neuen Ausbildungsverträge unter den Auszubildenden gegenüber dem Vorjahr um rund 9 % an.

Auch die Zahl der Abschlüsse stieg deutlich: So haben im letzten Jahr 37.400 Personen ihre Pflegeausbildung zur Fachkraft beendet. Das ist ein Plus von über 3000 Abschlüssen im Vergleich zum Vorjahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiters mitteilt, wählten dabei weiterhin die meisten Absolventinnen und Absolventen (99 %) die 2020 bundesweit eingeführte generalistische Berufsbezeichnung und nur rund 1 % erwarb einen Abschluss mit Schwerpunkt Gesundheits- und Kinderkrankenpflege (rund 280 Abschlüsse) oder Altenpflege (rund 80 Abschlüsse).

Detuschlands Pflegebevollmächtigte Katrin Staffler sieht in den positiven Ergebnissen den Erfolg der Reformvorhaben: „Die nun veröffentlichen Zahlen freuen mich und zeigen auch, dass der Wechsel zur generalistischen Ausbildung gelungen ist und nun Früchte trägt.“

Ein Grund für die steigenden Zahlen dürfte hier auch die inzwischen höchste Ausbildungsvergütung mit durchschnittlich 1.200 Euro im ersten und 1.400 Euro monatlich im dritten Ausbildungsjahr sein. Staffler: „Im stark umkämpften Bereich um Fachkräfte zeigt sich, wie beliebt die Ausbildung in der Pflege inzwischen ist. Die Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten verbessern sich stetig und auch die Bezahlung ist mittlerweile richtig gut.“

Ein Fünftel der Auszubildenden sind 30 Jahre oder älter, drei Viertel sind Frauen

Die Hälfte der Pflegeauszubildenden, die 2024 ihre Ausbildung begonnen haben, war 21 oder jünger. Das Durchschnittsalter lag bei 24 Jahren. Mit 19 % begannen aber auch viele Personen ab einem Alter von über 30 Jahren noch eine Ausbildung zur Pflegefachperson.  Das zeigt, dass die Pflege auch für Quereinsteiger:innen und im Rahmen der beruflichen Neuorientierung zunehmend attraktiv wird. Knapp drei Viertel aller Pflegeauszubildenden zum Ende des Jahres (74 %) waren Frauen und gut ein Viertel (26 %) Männer.

Neue Auszubildende vor allem in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen beschäftigt

Im Jahr 2024 absolvierten die Pflegeauszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag mit rund 51 % besonders häufig ihre Ausbildung in Krankenhäusern. Darauf folgten stationäre Pflegeeinrichtungen mit 35 % und anschließend ambulante Pflegeeinrichtungen mit einem Anteil von rund 11 %. Im Hinblick auf die Art der Trägerschaft begannen 44 % oder 26 100 der neuen Pflegeauszubildenden ihre berufliche Ausbildung bei einem freigemeinnützigen Träger. 29 % der neuen Auszubildenden fingen bei einem privaten Träger an und 25 % bei einem öffentlichen Träger der praktischen Ausbildung.

1 200 Studierende im Pflegestudium nach dem Pflegeberufegesetz

Im Jahr 2024 konnten erstmals Zahlen zu Studierenden im Pflegestudium nach dem Pflegeberufegesetz ermittelt werden. Zum Jahresende befanden sich insgesamt etwa 1 200 Studierende in einem Pflegestudium, davon 740 Studienanfängerinnen und -anfänger. Den Bachelor-Abschluss inklusive einer Berufszulassung zur Pflegefachperson erreichten 2024 rund 140 Studierende.

 

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