Pflege und Wundmanagement im Fokus: Rückblick auf den XVII. Pflegekongress Wien 2025

Die Österreichische Gesellschaft für vaskuläre Pflege (ÖGVP) und der Verein Wunddiagnostik und Wundmanagement Österreich (WDM) luden am 17. und 18. September 2025 zum mittlerweile siebzehnten Pflegekongress nach Wien ein. Mit diesem traditionsreichen und zugleich hochaktuellen Fachforum setzten die Organisator*innen eine kontinuierliche, nunmehr 27-jährige Fortbildungsreihe fort, die sich als zentraler Treffpunkt für Pflegeexpert*innen im deutschsprachigen Raum etabliert hatte. Mehr als 550 Teilnehmer*innen aus Österreich, Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Slowenien und Italien nahmen an der zweitägigen Veranstaltung teil.


Das Leitthema „Pflege und Wundmanagement“ spiegelte die wachsende Bedeutung der Versorgung akuter und chronischer Wunden im Gesundheitswesen wider. Chronische Wunden stellen nicht nur eine pflegerische, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung dar, da sie ein hohes Maß an evidenzbasiertem Fachwissen, interdisziplinärer Zusammenarbeit und patientenzentrierter Betreuung erfordern. Der Kongress verstand sich daher als Plattform für Wissenstransfer, fachlichen Diskurs und praxisorientierte Innovationen, um den steigenden Anforderungen an eine moderne Wundversorgung gerecht zu werden.

Das zweitägige Programm vereinte wissenschaftliche Vorträge, Posterpräsentationen und interaktive Formate. Fachbeiträge reichten von aktuellen Evidenzen zum Einsatz semiokklusiver Verbände über schmerzreduzierende Strategien in der Versorgung chronischer Wunden bis hin zu Fragen der Ernährung, der Edukation und der Beratung. Themen wie Burnout-Prävention in der Pflege, die Rolle freiberuflicher Pflege sowie rechtliche Aspekte der Verordnung von Medizinprodukten durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen ergänzten das Spektrum. Renommierte Expert*innen aus Österreich und dem benachbarten Ausland teilten neueste Erkenntnisse und diskutierten praxisnahe Lösungsansätze. Auch die Pflegeexpert*innen der Zukunft waren vertreten und das Organisationsteam freute sich über Vertreter*innen und Studierende der IMC-Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems. Ein Höhepunkt war die Prämierung der Posterbeiträge: Den 1. Platz der Posterpräsentation erhielt Michaela Krammel aus Wien, der 2. Platz ging an Thomas Bonkowski aus Regensburg und den 3. Platz erreichte Kerstin Protz aus Hamburg.

In der Mitte die drei Postergewinner*innen des Pflegekongresses Wien

Der Festabend im Wiener Rathauskeller als Ausklang des ersten Kongresstages war ein gelungener Höhepunkt voller Begegnung, Freude und wertschätzender Gespräche zwischen Pflege und Politik. In festlicher Atmosphäre wurde deutlich, wie stark die Gemeinschaft der Pflege ist und wie sehr Austausch und Miteinander verbinden.

Interdisziplinarität und Fortbildungscharakter

Der Kongress bot 14 anrechenbare Fortbildungsstunden gemäß § 63 GuKG und förderte den interprofessionellen Austausch zwischen Pflege, Medizin und Industrie. Die aktive Teilnahme der Besucher*innen – von Diskussionen bis hin zu praxisorientierten Posterbeiträge – wurde ausdrücklich betont, um kollegiales Lernen und die Entwicklung innovativer Pflegekonzepte zu stärken. Austragungsort war der traditionsreiche Campus der Universität Wien, der mit moderner Infrastruktur und kulturellem Umfeld den idealen Rahmen für den fachlichen Dialog bot. Unter dem Motto „Ohne Spitzenpflege keine Spitzenmedizin“ setzte der XVII. Pflegekongress ein deutliches Signal: Die kontinuierliche Professionalisierung der Pflege, insbesondere im Bereich des Wundmanagements, erwies sich als wesentlicher Pfeiler einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung.

Mit der Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz, praxisnahen Impulsen und interdisziplinärem Diskurs leistete der Kongress einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der pflegerischen Kompetenz und stärkte die Rolle der Pflege im österreichischen und internationalen Gesundheitswesen. Der XVII. Pflegekongress präsentierte sich mit einem engagierten Organisationsteam in familiärer Atmosphäre, Charme, Interdisziplinarität, viel Expertise, neuen Forschungsergebnissen und Praxiswissen.

Das enorm positive Feedback der Kongressteilnehmer*innen bestärkt die Organisator*innen bei der Themenauswahl und gibt die Motivation für die nächsten beiden Veranstaltungen am 9.9.2026 und am 8.-9.9.2027 wieder in den Räumen der Universität Wien.

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