Ende November haben Tausende in Salzburg „gegen den Pflegeraub“ protestiert – anscheinend mit Erfolg: Der Plan der Salzburger Landesregierung, den Pflege-Bonus mit Beginn 2026 abzuschaffen, wurde revidiert. Der Bonus soll vorerst bis Juni weiter ausbezahlt werden, um einen Reallohnverlust der Pflegekräfte zu verhindern.

Foto: Land Salzburg/Franz Neumayr
Die intensiven Verhandlungen rund um den Stabilitätspakt zwischen Bund und Ländern haben für Salzburgs Pflegekräfte eine positive Wendung gebracht: Durch die Möglichkeit, mehr Schulden aufzunehmen, kann das Land den Pflegebonus bis Ende Juni 2026 weiter ausbezahlen. Das haben Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek in einer Pressekonferenz am 01. Dezember bekanntgegeben.
Die erfolgreichen Verhandlungen haben für Salzburg ab 2026 einen minimalen Spielraum von rund zehn Millionen Euro eröffnet. „Wir werden diesen Spielraum nutzen, um einen Reallohnverlust in der Pflege zu verhindern und den Pflegebonus bis Ende Juni 2026 weiter auszahlen“, sagt Landeshauptfrau Karoline Edtstadler. Von der Fortführung des Pflegebonus profitieren in Salzburg insgesamt rund 11.500 Personen. „Dieses Geld ist kein Durchlaufposten vom Bund wie behauptet, sondern kommt aus dem Pflege- beziehungsweise dem Gesundheitsbudget“, betont Landeshauptfrau Edtstadler.
Kein Reallohnverlust für Pflege
Nach dem Pflegebonus kommt mit Juli 2026 für die Bediensteten in den Landeskliniken und bei den Gemeinden eine Gehaltserhöhung von 3,3 Prozent. „So schaffen wir es, dass kein Reallohnverlust für die Pflege entsteht“, ergänzt die Landeshauptfrau. Für die Beschäftigten in der Sozialwirtschaft wird der Kollektivvertrag gerade verhandelt.
Tausende bei „Pflegedemo gegen den Pflegeraub“

Foto: AK Salzburg_Bernhard Rieger
Der ursprüngliche Plan hatte bei den Beschäftigten aus Pflege, Gesundheits- und Sozialberufen einen Sturm der Empörung ausgelöst. Ende November haben laut Gewerkschaft ÖGB bis zu 12.000 Menschen auf den Straßen Salzburgs gegen die Pläne der Landesregierung protestiert. „Eine so große Demo hat es in Salzburg seit Jahrzehnten nicht gegeben!“, so die Gewerkschaft in einer Aussendung zur „Pflegedemo gegen den Pflegeraub“. Auch die dazugehörige Petition hatte schnell über 82.000 Unterschriften erhalten und wurde an den Landtag übergeben.

