
Frankreich: Geriatrisches Telemonitoring als Zukunftsmodell ?

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Foto: KHBBLinz/Baxter
Als erstes Krankenhaus in Österreich ist es den Barmherzigen Brüdern Linz bereits 2020 gelungen, die patientenindividuelle Medikamentenverblisterung (Unit Dose) auf allen Stationen des Krankenhauses erfolgreich umzusetzen. Das System ist seit dieser Zeit flächendeckend im Einsatz. Die Basis dafür wurde bereits früh gelegt: Schon seit 2004 wird die individuelle Neuverblisterung in der Apotheke der Barmherzigen Brüder Linz konsequent weiterentwickelt.
„Gerade in Zeiten, in denen Krankenhäuser unter hohem Effizienz- und Kostendruck stehen, zeigt die Unit-Dose-Verblisterung, dass Digitalisierung gleichzeitig Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit verbessern kann“, sagt Mag. Gunda Gittler MBA, aHPh, Leitung der Apotheke der Barmherzigen Brüder Linz und Zentraleinkauf Medikamente BHB Österreich
„Mit der flächendeckenden Umsetzung der Unit-Dose-Versorgung unterstreichen die Barmherzigen Brüder ihren Anspruch, Digitalisierung gezielt als Hebel für eine sichere, effiziente und nachhaltige Gesundheitsversorgung einzusetzen“, ergänzt Mag. Peter Ausweger, Gesamtleiter Einrichtungen der Barmherzigen Brüder Österreich.
Unter Verblisterung versteht man das patientenbezogene, zeitgenaue Abpacken fester oraler Arzneimittel wie Tabletten oder Kapseln in kleine, eindeutig beschriftete Säckchen. Jeder Blister enthält exakt jene Medikamente, die zu einem bestimmten Einnahmezeitpunkt vorgesehen sind – beschriftet mit Namen, Dosierung, Datum und Uhrzeit. Dadurch wird das Risiko von Medikationsfehlern massiv reduziert.
Die Vorteile sind klar belegbar: Interne Studien zeigen, dass 99 Prozent der festen oralen Arzneimittel neuverblistert werden können. Der Zeitaufwand für die Medikamentenvorbereitung durch das Pflegepersonal sinkt dadurch um rund drei Stunden pro Tag, was einer Zeitersparnis von bis zu 75 Prozent entspricht. Diese gewonnene Zeit steht der Pflege direkt für Tätigkeiten an den Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Eine interne Befragung des Pflegepersonals im Linzer Brüderkrankenhaus ergibt zudem eine sehr hohe Zufriedenheit mit dem System.
Auch die Patientensicherheit steigt signifikant: Die Fehlbefüllungsrate liegt bei lediglich 0,004 bis 0,006 Prozent, während beim händischen Befüllen laut Literatur Fehlerquoten von 7 bis 10 Prozent auftreten können. Gleichzeitig konnte der Verbrauch verblisterbarer Arzneimittel um 26 Prozent gesenkt werden – ein wesentlicher Beitrag zur Kosteneffizienz in der Arzneimittelversorgung.
Mittlerweile werden in der Apotheke der Barmherzigen Brüder Linz monatlich mehr als 850.000 Tabletten für ca. 4.000 Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen patientenindividuell verpackt. Um dieses Volumen und den hohen Qualitätsstandard sicherzustellen, waren gezielte zeitliche und personelle Anpassungen in der Apotheke notwendig.
Die Innovationskraft des Projekts wurde auch bereits anerkannt: Das Projekt „Unit Dose Versorgung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz“ wurde 2021 mit dem Austrian Patient Safety Award (APSA) in der Kategorie Medikationssicherheit ausgezeichnet. Zudem erhielt die klinische Pharmazie der Apotheke bereits 2020 den Integri-Preis für ihre Leistungen im Bereich der Patientensicherheit.


Mit der Zeugnisverleihung am 27. Jänner 2026 schlossen 16 Teilnehmer:innen aus dem Pinzgau und angrenzenden Regionen die Weiterbildung zum/zur Praxisanleiter:in in der Regionalstelle Pinzgau des BFI Salzburg erfolgreich ab. Der berufsbegleitende Lehrgang vermittelt jene Kompetenzen, die für die Begleitung von Pflegeauszubildenden in der Praxis erforderlich sind.
Die Weiterbildung umfasste 177 Unterrichtseinheiten und wurde von April 2025 bis Jänner 2026 berufsbegleitend durchgeführt. Neben Präsenzphasen kamen auch E-Learning-Elemente zum Einsatz. Ergänzt wurde der Lehrgang durch 40 Stunden praxisbezogene Anwendungsaufträge im eigenen Tätigkeitsfeld. Die 14 Teilnehmerinnen und 2 Teilnehmer kamen aus verschiedenen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen der Region.

Im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten wurden Ende Jänner 30 Absolventinnen und Absolventen des Interprofessionellen Palliativ-Basislehrgangs (IPBL) 2026 feierlich ausgezeichnet. Der IPBL umfasst zwei Semester mit 168 Unterrichtseinheiten sowie ein 40-stündiges Praktikum. Der Abschluss berechtigt zur Teilnahme am Universitätslehrgang Palliative Care an der Paracelsus Medizinischen Universität (PMU) Salzburg.

An der Schule für Sozialbetreuungsberufe am Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe (BiGS) der Caritas St. Pölten haben im Jänner 13 Absolvent*innen ihre Ausbildung zum/zur Fach-Sozialbetreuer*in Behindertenarbeit und 3 Absolvent*innen ihre Ausbildung zum/zur Fach-Sozialbetreuer*in Altenarbeit erfolgreich abgeschlossen. LAZARUS gratuliert herzlich !


Foto: ULG PALL PÄD
Im Februar 2026 startete der fachspezifische Lehrgang „Palliative Care in der Pädiatrie“ bereits zum 20. Mal. Was 2006 aus einem klar erkannten Bedarf heraus entstand, ist heute ein international anerkannter Leuchtturm in der Ausbildung pädiatrischer Palliativfachkräfte und ein starkes Zeichen für Menschlichkeit, Kompetenz und interprofessionelle Zusammenarbeit.
Seit 2009 ist der Lehrgang fixer Bestandteil des akkreditierten Masterprogramms „Palliative Care“, das in Kooperation zwischen MOKI, der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg, dem HOSPIZ ÖSTERREICH und dem Landesklinikum Baden-Mödling durchgeführt wird. Mehr als 450 Absolventinnen und Absolventen aus Österreich, Deutschland, Südtirol und der Schweiz tragen seither das erworbene Wissen in ihre Praxis – in Spitäler, mobile Dienste Hospize, Pflegeeinrichtungen und psychosoziale Versorgungsstrukturen. „Dieser Lehrgang ist aus der Überzeugung entstanden, dass kein junger Mensch mit einer schweren Erkrankung allein bleiben darf. Dass wir dieses Anliegen nun seit 20 Jahren gemeinsam mit so vielen engagierten Absolventinnen und Absolventen tragen, erfüllt uns mit großer Dankbarkeit und Verantwortung“, so die Studiengangsleitung Doris Schlömmer, BSc, MA, MMSc..
Kinder und Jugendliche mit lebenslimitierenden oder lebensbedrohlichen Erkrankungen zu begleiten, bedeutet, sich täglich zwischen Hoffnung und Abschied zu bewegen. Genau hier setzt der Lehrgang an: mit einem fundierten, praxisnahen und interdisziplinären Curriculum, das medizinische, pflegerische und psychosoziale Perspektiven vereint.
Der zweisemestrige Vertiefungslehrgang umfasst sechs intensive Ausbildungsblöcken. Zu den zentralen Inhalten zählen Palliatives Symptom- und Funktionsmanagement, palliative Notfälle und Krisensituationen im pädiatrischen Setting, spezifische Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und deren Familien, psychologische, psychiatrische und psychotherapeutische Aspekte, Kommunikation, Teamarbeit und Familienbegleitung sowie Recht, Ethik und Therapiezielfindung.
Was den Lehrgang seit zwei Jahrzehnten prägt, ist nicht nur fachliche Exzellenz, sondern eine klare ethische Haltung: Wertschätzung, Empathie und Respekt gegenüber Kindern, Jugendlichen und ihren Familien.
„Junge Menschen mit schweren Diagnosen zu begleiten bedeutet, Angst, Wut, Trauer und Hoffnung gleichermaßen auszuhalten. Dafür braucht es nicht nur Fachwissen, sondern auch eine besondere Haltung der Menschlichkeit“, betont Renate Hlauschek, MMSc, Geschäftsführerin von MOKI NÖ und Gründungsmitglied des Lehrgangs.
Der 20. Durchgang ist nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein Blick in die Zukunft: Der Bedarf an spezialisierten pädiatrischen Palliativfachkräften wächst stetig. Mit seinem interdisziplinären Ansatz, der starken Vernetzung und der hohen Praxisrelevanz bleibt der Masterstudiengang ein zentraler Pfeiler für eine würdevolle Versorgung von Kindern und Jugendlichen in schweren Lebensphasen.

Welche Folgen hat es für die Patient*innen und die Versorgungskosten, wenn im Krankenhaus bestimmte Aufgaben oder Rollen von Ärzt*innen auf Pflegefachkräfte übertragen werden? Ein jetzt veröffentlichter Cochrane Review beleuchtet die internationale Studienlage.

In Deutschland war die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten durch Pflegefachpersonen bis Ende 2025 nur durch ärztliche Delegation möglich und auf zeitlich befristete Modellvorhaben begrenzt. Seit dem 1. Januar 2026 gilt jedoch das „Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege“: Damit dürfen Pflegefachpersonen bei nachgewiesenen Kompetenzen klar definierte Leistungen im stationären und ambulanten Versorgungskontext eigenverantwortlich erbringen. Welche Auswirkung dies auf Versorgungsqualität und -kosten haben könnte, haben jetzt Cochrane-Autor*innen unter Leitung von Seniorautor Timothy Schultz, Wissenschaftler am australischen „Flinders Health and Medical Research Institute“, in 82 randomisierten internationalen Studien untersucht.
Wenn Pflegefachpersonen in einem klar bestimmten und beschränkten Umfang ärztliche Aufgaben übernehmen:
• unterscheidet sich die Sterblichkeit von Patient*innen wahrscheinlich kaum oder gar nicht. (Relatives Risiko: 1,03)
• macht das für die Patient*innen wahrscheinlich keinen oder kaum einen Unterschied für Lebensqualität und Selbstwirksamkeit – verglichen mit Patient*innen, um die sich Ärzt*innen kümmern.
• gibt es möglicherweise kaum oder keinen Unterschied bei unerwünschten Ereignissen – wie etwa, dass Komplikationen nach Operationen nicht entdeckt werden oder eine Medikamentenanpassung zu stärkeren Nebenwirkungen führt.
• bleibt unklar, ob Geld gespart wird oder Mehrkosten entstehen. Direkte Kosten wurden in 36 Studien analysiert. In 17 dieser Studien sanken die Kosten, wenn ärztliche Aufgaben an Pflegefachkräfte übertragen wurden; in neun Studien stiegen die Kosten hingegen. Als mögliche Gründe für höhere Kosten wurden unter anderem längere Konsultationen, mehr Überweisungen oder Unterschiede im Verordnungsverhalten genannt.
Für den Review untersuchten die Wissenschaftler eine große Bandbreite unterschiedlicher Modelle in denen Pflegefachpersonen ärztliche Aufgaben im stationären sowie ambulanten Krankenhausbereich übernahmen – nämlich in verschiedenen Fachgebieten und Verantwortungsbereichen und mit unterschiedlichen Qualifikationsniveaus und Autonomiegraden der Pflegenden. So übernahmen Pflegefachkräfte etwa die Nachsorge bei Diabetes- und Rheumapatient*innen, um den Krankheitsverlauf zu kontrollieren oder die Medikamente anzupassen. In weiteren Studien übernahmen Pflegefachkräfte die Wundversorgung nach Operationen – und andere, speziell geschulte Pflegende führten beispielsweise Vorsorge-Darmspiegelungen durch.
Die ermutigenden Ergebnisse des Reviews ließen sich aber nicht pauschal und uneingeschränkt auf Deutschland übertragen, gab der wissenschaftliche Direktor von Cochrane Deutschland Prof. Dr. Jörg Meerpohl zu bedenken. Denn die Rolle von Pflegefachkräften im Vereinigten Königreich – dem Land, in dem die meisten eingeschlossenen Studien durchgeführt wurden – unterscheide sich aktuell rechtlich und organisatorisch deutlich von den Rahmenbedingungen in Deutschland. Mehr als zwei Drittel der untersuchten Studien wurden in europäischen Ländern durchgeführt – allerdings keine in Deutschland.
Auch Seniorautor Timothy Schultz warnte, dass der Einsatz von Pflegefachpersonal statt Ärzt*innen kein einfacher Eins-zu-eins-Ersatz sei. Damit Patient*innen in der Praxis profitieren könnten, seien die richtige Ausbildung, Unterstützung und geeignete Versorgungsmodelle erforderlich. Dennoch könnte angesichts von Personalmangel, langen Wartezeiten und steigendem Bedarf in der Gesundheitsversorgung die Übertragung klar definierter ärztlicher Aufgaben an andere Berufsgruppen im Krankenhaus sinnvoll sein, so die Review-Autor*innen. Eine Umsetzung entsprechender Maßnahmen in Deutschland sollte begleitend evaluiert werden, um lokale Hürden in Organisation, Zuständigkeiten und Qualifikationswegen früh zu identifizieren und Patient*innensicherheit sowie Versorgungsqualität verlässlich abzusichern.
Die Ergbnisse sind für Sandra Mehmecke (Bild), Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe Nordwest, nicht überaschend. In einem Kommentar auf BibliomedPflege‑News schreibt die Pflegeexpertin, dass die deutsche Vorsorgungspraxis diese Ergebnisse bereits seit Jahren wiederspiegelt. Denn obwohl zahlreiche Maßnahmen wie zum Beispiel Injektionen, Infusionen, Trachealkanülen‑Wechsel, Wundversorgung, Medikamentengabe und kontinuierliches Symptom‑Monitoring als „ärztliche Behandlung“ gelten, werden sie bereits seit Jahrzehnten überwiegend pflegerisch erbracht. Generell benennen deutsche Richtlinien, Kataloge und gesetzlichen Vorgaben zahlreiche Tätigkeiten als „ärztlich“, obwohl sie inhaltlich klar pflegerisch sind. Die Diskrepanz zwischen rechtlicher Etikettierung und pflegerischer Kompetenz durchziehe die gesamte Versorgungsarchitektur.
Der internationalen Vergleich zeige klar: Länder, in denen Pflege hochschulisch qualifiziert und gesetzlich als eigenständige Profession verankert ist, nutzen diese Kompetenzen auch entsprechend. In Deutschland werde allerdings so diskutiert, als ginge es um die Übertragung von „neuen“ Aufgaben an die Pflege. Tatsächlich würden viele dieser Tätigkeiten längst erledigt, nur nicht rechtssicher, nicht vergütet und nicht als pflegerische Leistung anerkannt.
Die eigentliche Frage sei daher nicht mehr, ob Pflege ärztliche Aufgaben übernehmen könne, sondern wie kann das System die bestehenden pflegerischen Kompetenzen sinnvoll, sicher und qualifikationsorientiert integrieren kann, so Mehmecke.

Das Pflegeprojekt Vietnam des Landes Niederösterreich und des International Nursing Centers des IMC Krems erreicht Mitte Februar einen zentralen Meilenstein: Die erste Ausbildungsgruppe mit derzeit 41 Teilnehmer*innen schließt ihre Ausbildung mit der kommissionellen Endprüfung ab. Nach erfolgreichem Abschluss treten die Absolvent*innen ihre berufliche Tätigkeit in Pflegeheimen und weiteren Einrichtungen der Langzeitpflege in Niederösterreich an.

Das Pflegeprojekt wurde vom Land Niederösterreich initiiert, um dem steigenden Fachkräftebedarf im Pflegebereich strukturiert und langfristig zu begegnen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der zunehmenden Zahl pflegebedürftiger Menschen setzt das Projekt auf eine qualitätsgesicherte internationale Fachkräftegewinnung in Kombination mit einer Ausbildung nach österreichischen Standards. „Dieses Projekt ist im Pflegebereich mit der universitären Kooperation zwischen Hanoi und Krems einzigartig in Europa. Die Ausbildung – Erlernen der deutschen Sprache in Vietnam und Aneignung der fachlichen Kompetenz nach österreichischen Standards in Niederösterreich – ermöglicht genau jenen Nutzen, den wir uns erhofft und erwartet haben: Qualifizierte Fachkräfte für unsere Eltern und Großeltern und eine wichtige Entlastung für unsere heimischen Pflegekräfte“, so Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.
Die Teilnehmer*innen des Projekts wurden in Vietnam ausgewählt und absolvierten dort eine mehrjährige sprachliche Vorbereitung mit dem Zielniveau Deutsch B2. Anschließend erfolgte die pflegerische Ausbildung in Niederösterreich am International Nursing Center des IMC Krems, ergänzt durch praktische Einsätze in Einrichtungen der NÖ Landesgesundheitsagentur. Die Ausbildung orientiert sich vollständig an den geltenden rechtlichen und fachlichen Rahmenbedingungen des österreichischen Gesundheits- und Pflegewesens.
Mit der nun anstehenden kommissionellen Endprüfung wird die formale Qualifikation der ersten Ausbildungsgruppe abgeschlossen. Im Anschluss daran nehmen die Absolvent*innen reguläre Beschäftigungsverhältnisse in niederösterreichischen Pflegeheimen auf und verstärken dort bestehende Pflegeteams. Ziel ist es, insbesondere in der stationären Langzeitpflege zur Stabilisierung der Versorgungssituation beizutragen und das bestehende Personal nachhaltig zu entlasten. Die Beschäftigungsaufnahme nach der Ausbildung entspricht den arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich und beruht auf freier Willensentscheidung der Absolvent*innen.
Das Pflegeprojekt Vietnam ist als mehrjähriges Vorhaben konzipiert. In den kommenden Jahren sollen weitere Ausbildungsgruppen folgen, um schrittweise zusätzliche qualifizierte Pflegekräfte für Niederösterreich zu gewinnen. Neben der fachlichen Qualifikation stehen dabei auch begleitende Maßnahmen zur sozialen, sprachlichen und beruflichen Integration im Fokus. Zum Thema Integration leisten die Mitarbeiter*innen der Landesgesundheitsagentur und die Gemeinden des Landes Niederösterreich Hervorragendes, ein Schulterschluss zwischen Bevölkerung, Gesundheitsversorgung und Ausbildungsstelle, der einzigartig ist.
„Vietnam ist ein wachsendes Land mit rund 100 Millionen Einwohner*innen und einem Durchschnittsalter von knapp über 30 Jahren. Das IMC Krems lebt seit vielen Jahren eine gute Partnerschaft mit der Universität Hanoi. Das Projekt garantiert unsere hohen Qualitätserwartungen und vor allem jene hohen Ansprüche, die die Pflegebedürftigen in Niederösterreich haben“, so Markus Golla, Lehrgangsleitung & Prokurist „International Nursing Center“.
Mit dem Abschluss der ersten Ausbildungsgruppe wird ein wesentlicher Schritt in der Umsetzung des Projekts erreicht. Die gewonnenen Erfahrungen sollen in die Weiterentwicklung des Programms einfließen und einen Beitrag zur langfristigen Sicherstellung der pflegerischen Versorgung im Bundesland Niederösterreich leisten. „Wir setzen laufend Initiativen im Personalrecruiting. Alleine im Jahr 2025 haben wir 1.300 neue Pflegekräfte in der Landesgesundheitsagentur aufgenommen. Dennoch ist es langfristig wichtig, dass wir auf internationalem Parkett qualifizierte Arbeitskräfte finden und langfristig an uns binden. Der wichtigste Schlüssel ist die Integration, in dem wir die vietnamesischen Fachkräfte in unseren Betrieb und die österreichische Kultur integrieren. Das Projekt bietet auch einen guten Zeitfaktor. Eine fertig ausgebildete Fachkraft, die den Weg der Nostrifizierung geht, kann dieselbe Zeitspanne benötigen, als wenn wir die Leute selbst ausbilden“, so Rupert Schreiner von der Landesgesundheitsagentur NÖ.

Seit Oktober 2025 testen die neun städtischen Pflegeheime der MÜNCHENSTIFT, ob die Vier-Tage-Woche in der Pflege ein Arbeitszeitmodell der Zukunft ist. Die Halbzeitbilanz des Pilotprojekts im Januar fällt positiv aus, zeigt sich allerdings nicht für alle Lebenssituationen geeignet.

„Unsere Mitarbeitenden haben signalisiert, dass die MÜNCHENSTIFT mit der Vier-Tage-Woche auf dem richtigen Weg ist“, zieht MÜNCHENSTIFT-Geschäftsführer Andreas Lackner in einer Presseaussendung Bilanz. Nach der erste Hälfte des Testzeitraums seien 90 Prozent der Rückmeldungen aus der Belegschaft positiv.
Im erprobten Konzept arbeiten die Pflegekräfte nach wie vor Vollzeit: Sie verteilen 39 Wochenstunden auf vier statt wie bisher auf fünf Tage. Das heißt: Sie arbeiten jetzt nicht mehr 7,8 Stunden am Tag, sondern 9,75 Stunden, jeweils zuzüglich Pause. „Für unsere jungen, kinderlosen Kolleg:innen fallen eine Stunde und 42 Minuten Mehrarbeit am Tag kaum ins Gewicht“, sagt MÜNCHENSTIFT‑Geschäftsführer Andreas Lackner. „Im Gegenteil: Sie freuen sich, dass sie einen freien Tag mehr haben und nehmen das als großen Vorteil wahr.“
Anders hingegen sei die Situation für die Mütter und Väter unter den Kolleg:innen. Zu ihrem Alltag passten die längeren Arbeitszeiten weniger, etwa, weil sie ihre Kinder zu bestimmten Zeiten aus der Betreuung abholen müssen.
Laut Lackner sei die Vier-Tage-Woche ein freiwilliges Angebot und werde es – im Falle einer Fortführung – auch bleiben. Damit könnten sich Mitarbeitende für das bestmöglich zu ihrer jeweiligen Lebenssituation passenden Arbeitszeitmodell entscheiden.
„Ich genieße es, mehr Freizeit zu haben“, sagt Zerina Avdic, Pflegehelferin im MÜNCHENSTIFT-Haus an der Tauernstraße gut gelaunt. Wenn die MÜNCHENSTIFT die Vier-Tage-Woche nach dem Ende der Testphase weiter anbietet, möchte sie auf jeden Fall so weiter machen. Die langen Schichten seien kein Problem für die 21-Jährige. An den langen Tagen habe sie viel mehr Zeit für die Bewohner:innen und könne sich intensiver mit ihnen beschäftigen. Die Überschneidung der Dienste ermögliche es ihr auch, ihre Kolleginnen besser zu unterstützen.
Auch Mirza Hasanovic, 36, Wohnbereichsleiter im MÜNCHENSTIFT-Haus Ramersdorf, ist mit seinem neuen Arbeitsalltag zufrieden. Er erzählt, dass er sich längere Dienste gewünscht hat und freut sich, jetzt die Möglichkeit dazu zu haben. Die längere Freizeit am Stück habe Ihm ermöglicht, Kurztrips in die Niederlande und nach Bosnien zu unternehmen, ohne sich dafür Urlaub nehmen zu müssen. Auch er beobachtet, dass die langen Schichten die Personalsituation entspannen, vor allem am Morgen, wenn in der Pflege die meiste Arbeit anfällt. „Wenn man jung und ungebunden ist, ist das ein wunderbares Konzept“, findet er.
Mit dem neuen Konzept will die MÜNCHENSTIFT ihren Mitarbeitern längere Erholungsphasen bieten: Wer vier lange Tage in Folge arbeitet, hat anschließend drei Tage am Stück frei. Bei einer entsprechenden Dienstplangestaltung können daraus sogar sechs oder mehr freie Tage am Stück werden.
Ein weiterer Vorteil ist die wegen der langen Arbeitstage entehende Überlappung der Dienstzeiten, die es den Mitarbeitenden ermöglicht, ihre Bürozeiten entspannter zu erledigen.
Die MÜNCHENSTIFT testet die Vier-Tage-Woche als freiwilliges Angebot in jedem ihrer neun Pflegeheime in je einem Wohnbereich. Das Projekt endet planmäßig im März 2026 – ob das Angebot danach dauerhaft eingeführt wird, ist laut Presseaussendung noch offen.

Nach zähen Verhandlungen wurde Ende Jänner eine Einigung im Kollektivvertrag für die Sozialwirtschaft 2026/27 erzielt: Für die ca. 130.000 Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich erhöhen sich die KV-Gehälter und – löhne ab 01. April um + 2,6 %.

Rahmenrechtliche Verbesserungen ab 1. Jänner 2026

Zum bereits 11. Mal seit 2004 werden auch heuer wieder herausragende Projekte in Österreichs Alten- und Pflegeheimen mit dem einzigen österreichischen Altenpflegepreis, dem TELEIOS, honoriert. Bis spätestens 25. Mai 2026 können Sie Ihr Projekt einreichen !
Zum Preis nominiert werden die besten 45 Projekte, unter denen die unabhängige Jury unter notarieller Begleitung die Preisträger:innen kürt. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen eines Gala-Abends am 5. November 2026 im Congress Center Casino Baden.
Bei Rückfragen zu den Einreichunterlagen senden Sie bitte ein Email an: office@lebensweltheim.at

Die Gesellschaft altert, Pflegekräfte fehlen, in Pflegeheimen müssen immens hohe Eigenanteile gezahlt werden, und dennoch gehen viele Einrichtungen insolvent. In der im Jänner erschienene Folge des Demzenz-Podcasts der deutschen Alzheimergesellschaft und des medhochzwei Verlags bieten Pflegeexperten eine Bestandsaufnahme zur derzeitigen Pflegesituation in Deutschland, und versuchen machbare Ansätze und Visionen zu finden, die eine für alle bezahlbare und gute Pflege möglich machen können.
Interviewpartner in dieser Folge:
Zur aktuellen Folge des Demenz-Podcasts

Eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim und des ifo Instituts zur Grenzregion zwischen Deutschland und der Schweiz zeigt deutlich: Wo Pflegefachpersonen fehlen oder nicht ausreichend qualifiziert sind, verschlechtern sich Versorgung und Pflegequalität. Dies hat messbare Folgen für Krankheitshäufigkeit (Morbidität) und Sterblichkeit (Mortalität).

Die Analyse basiert auf Daten von 2006 bis 2017. In diesem Zeitraum führte die Abwanderung von Pflegefachpersonen aufgrund besserer Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu einem Rückgang des Pflegefachpersonals in grenznahen deutschen Kliniken um rund zwölf Prozent. In der Folge stieg dort die Krankenhaussterblichkeit um 4,4 Prozent.
Der durch den Pflegekräftemangel bedingte Rückgang von notwendigen medizinischen Eingriffen wirkte sich vor allem auf ältere Patientinnen und Patienten sowie Notfälle aus. Bei ihnen erhöhte sich die Sterberate. In den betroffenen Regionen ließ sich eine stagnierende Lebenserwartung beobachten, während diese im Rest Deutschlands stieg. Daraus kann man ableiten, dass Fachkräftemangel nicht nur das Wirtschaftswachstum, sondern auch den Anstieg der Lebenserwartung negativ beeinflussen kann“, erklärt Studienautor Oliver Schlenker (Bild), Research Associate am ZEW-Forschungsbereich „Arbeitsmärkte und Sozialversicherungen“ und stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft in Fürth.
Durch den Mangel an Pflegekräften begannen Krankenhäuser in den betroffenen deutschen Regionen zudem, Patientinnen und Patienten nach ihren medizinischen Bedürfnissen zu priorisieren und insbesondere die Anzahl nicht dringlicher Operationen zu reduzieren. Dennoch sank auch die Betreuungsrate für Notfallpatienten/-innen, weshalb sich deren Sterblichkeit besonders stark erhöhte – so beispielsweise bei Erkrankten mit Sepsis und Herzinfarkt um 11,6 bzw. 17,7 Prozent. Insgesamt stieg die regionale Sterblichkeit, insbesondere bei älteren Personen, und die Lebenserwartung in der Grenzregion sank um etwa 0,3 statistische Lebensjahre im Vergleich zu ähnlichen Kreisen im Inland.
Laut Deutschen Pflegerat (DPR) ist das Ergebnis der Untersuchung nicht überraschend, sondern bestätigt die Ergebnisse der Pflegeforschung der letzten 20 Jahre. Große internationale Studien, unter anderem aus dem RN4CAST-Forschungsprogramm, belegen laut DPR kontinuierlich: Je mehr Patient:innen eine Pflegefachperson versorgen muss, desto höher ist das Risiko für Komplikationen und Todesfälle. Jeder zusätzliche Patient pro Pflegefachperson erhöht das Sterberisiko um etwa 7 Prozent. Umgekehrt senkt ein höherer Anteil akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen mit ausgewiesener Expertise die Sterblichkeit signifikant.
Auch für Deutschland liegen diese Erkenntnisse seit Langem vor, so der DPR. Ein Gutachten des Instituts für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zeigt 2016, dass eine bessere Pflegepersonalausstattung mit geringerer Mortalität, weniger Komplikationen und höherer Versorgungsqualität einhergeht.
Quellen:
Discussion Paper „The Deadly Consequences of Labor Scarcity: Evidence from Hospitals“, ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Ifo Institut, LMU München, IAB Nürnberg, Oliver Schlenker (2025) (Homepage ZEW)
Studie (RN4CAST). Nurse staffing and education and hospital mortality in nine European countries: a retrospective observational study, Aiken, L.H., Sloane, D.M., Bruyneel, L., Van den Heede, K., Griffiths, P., Busse, R. et al. (2014) (Homepage The Lancet)
Gutachten. Auswirkungen der Pflegekapazität auf die Versorgungs- und Ergebnisqualität, Prof. Dr. phil. Gabriele Meyer, Medizinische Fakultät, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, 2016 (Homepage Bundesgesundheitsministerium)


Die Präsidentin der Pflegekammer NRW und Leiterin der Stabsstelle „Pflege und Sozialpolitik“ der Marienhaus-Gruppe beeindruckte die Jury unter anderem durch ihren außergewöhnlichen Einsatz für die Berufspolitik.
Die Pflegefachfrau, Berufspädagogin und Pflegewissenschaftlerin zeichnet sich, so die Jury, durch ein hohes Maß an Verhandlungs- und Moderationsgeschick aus. „Sandra Postel hat früh verstanden, dass Pflege nicht nur ein Beruf ist, sondern eine Profession. Und Professionen brauchen Strukturen, Mitsprache, Selbstverwaltung“, sagt Dr. Hendrik Pugge, Geschäftsführer Sales & Pflege beim Springer Medizin Verlag. „Sie hat diesen Gedanken nicht nur geteilt – sie hat ihn getragen, vorangetrieben und in die Realität überführt.“
Die Verleihung des jährlich durch den Bundesverband Pflegemanagement und Springer Pflege vergebenen Preises fand am Abend des 30. Januar 2026 in Berlin statt.
In einer zweiten Kategorie wurden auch wieder drei Nachwuchskräfte für ihre Leistungen ausgezeichnet: In diesem Jahr teilen sich Dorothea Sophie Baus vom Evangelischen Klinikum Bethel und David García Méndez von der Klinik für Gerontopsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Pfalzklinikums AdöR den ersten Platz. Beide zeigten mit ihren Projekten, welche Potenziale in der Versorgung von Patient*innen durch einen verstärkten Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) liegen.
Dorothea Sophie Baus hat mit der Etablierung von APN im Akutkrankenhaus Bethel Pionierarbeit geleistet. Ihr fundiertes pflegepraktisches Wissen in Kombination mit ihrer akademischen Expertise sind die Grundlage für den Erfolg des von Baus mitentwickelten Projekts „Patientenbeteiligung mal anders“, das 2024 mit der Theodor-Fliedner-Medaille ausgezeichnet wurde und das als Modellprojekt für eine erfolgreiche APN-Rollenentwicklung in Deutschland gilt.
Als Projektleiter für „Prävent+ Ihr Plus für ein gesundes Gedächtnis“ bringt David García Méndez sein gesamtes Potenzial als Pflegepraktiker und -akademiker ein. Die Früherkennung mittels evidenzbasierter Instrumente sowie die systematische Einbindung und Unterstützung pflegender Angehöriger stehen bei dem Projekt im Mittelpunkt. Ein Novum ist sowohl die sektorenübergreifende Denkweise als auch die Etablierung von APNs als Fallverantwortliche in der Demenzdiagnostik und
-versorgung.
Auf den zweiten Platz kam Borislav Bacic. Seine Vita steht vor allem für gelungene Integration. 2018 kam er aus Serbien nach Deutschland, bewarb sich für das „Programm Triple Win“ und absolvierte in kürzester Zeit neben der Arbeit auf Station seine fachliche Anerkennung und eine Sprachprüfung in Deutsch. Kurze Zeit später übernahm er Führungsverantwortung für die kardiologische Wachstation. Mit hoher fachlicher Kompetenz, Empathie und einer offenen Kommunikation gelang es Bacic in wenigen Monaten, ein durch Fluktuation gekennzeichnetes Team in ein leistungsstarkes Spitzenteam zu verwandeln.
„Alle drei Nachwuchsführungskräfte stehen für eine neue Generation im Pflegemanagement – eine Generation, die professionelle Pflege konsequent in Versorgungsverantwortung bringt“, so Pugge.


Foto: BIBB/ Hagedorn
In 2023 konnten von den bundesweit 100.000 angebotenen Ausbildungs- und Studienplätzen in der Pflege nur rund 54 Prozent besetzt werden – dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor. Gleichzeitig zeigt sie eine hohe Übernahmequote und eine hohe Mobilität zwischen unterschiedlichen Pflegeeinrichtungen.
Die zweite Erhebungswelle im Pflegepanel des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt, dass das Ausbildungsangebot in der Pflege die Nachfrage weit überschreitet: 2023 stellten ausbildende Einrichtungen nahezu 100.000 Ausbildungsplätze bereit, von denen 54 Prozent besetzt wurden. Auch an Pflegeschulen blieb ein deutlicher Angebotsüberhang bestehen: Von rund 83.000 angebotenen Plätzen wurden etwa 61.500 belegt (74 Prozent). In pflegepraktischen, insbesondere primärqualifizierenden Bachelorstudiengängen blieben ebenfalls Kapazitäten ungenutzt.
Die Gründe für unbesetzte Ausbildungsplätze unterschieden sich je nach Versorgungsbereich: Pflegeheime und ambulante Dienste berichteten vor allem von zu wenigen Bewerbungen, während Pflegeschulen und Krankenhäuser häufiger eine fehlende Eignung der Bewerbenden nannten. Bei der Auswahl neuer Auszubildender wurden Motivation, persönlicher Eindruck und ein vorheriges Kennenlernen vielerorts wichtiger bewertet als Schulnoten oder formale Vorqualifikationen. Für Krankenhäuser hatten schulische Abschlüsse tendenziell höhere Bedeutung, gleichzeitig berichteten sie vergleichsweise seltener von Besetzungsproblemen.
Positiv fällt der Blick auf den Übergang in den Beruf aus: Fast 80 Prozent der Ausbildungsabsolvierenden in Krankenhäusern und rund zwei Drittel der Absolvierenden in Pflegeheimen und -diensten wurden übernommen – überwiegend unbefristet. Die Daten der befragten Einrichtungen liefern zudem Hinweise auf die Mobilität der Auszubildenden. Geschätzte 1.800 Personen wechselten direkt nach dem Abschluss aus stationärer oder ambulanter Langzeitpflege in den Krankenhausbereich. Insgesamt skizzieren die Ergebnisse einen eindeutig charakterisierbaren Ausbildungsmarkt: Einrichtungen suchten weiterhin Nachwuchs, und Auszubildende fanden gute Einstiegschancen vor.
Die Daten der zweiten Erhebungswelle des BIBB-Pflegepanels wurden im ersten bis dritten Quartal 2024 erhoben. Insgesamt wurden mehr als 7.200 Ausbildungsverantwortliche zur beruflichen und hochschulischen Pflegeausbildung zum Bezugsjahr 2023 befragt. Davon kamen 6.276 aus ausbildenden Einrichtungen, 925 aus Pflegeschulen und 46 aus Hochschulen mit pflegepraktischem Anteil. Der Bericht mit den Ergebnissen zur dritten Erhebungswelle wird voraussichtlich Ende 2026 erwartet.
Zum vollständigen Bericht zur zweiten Erhebungswelle im BIBB-Pflegepanel

Der aktuelle Blog-Beitrag auf hospiz.at zeigt auf, dass Hospiz und Palliative Care noch immer nicht ausreichend in den Grundstudien bzw. -ausbildungen der österreichischen Gesundheitsberufe thematisiert wird. Welche Folgen hat das? Und mit welchen Angeboten können Sie auch schon vor überfälligen Änderungen der Curricula die Ausbildung verbessern?
„Können Sie sich noch erinnern, als Sie als Profi ihre:n erste:n palliativ erkrankte:n Patient:in begleitet haben und welche Gedanken oder Gefühle Sie davor oder dabei hatten? Oder: Mit welchen Gedanken und Emotionen würden Sie aktuell vor dieser Situation stehen? …“


Egal ob Pflegelehre, Ausbildung zur Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz und Sozialbetreuung oder Bachelorstudium für Gesundheit und Krankenpflege: Mit insgesamt rund 2.600 Auszubildenden absolvieren derzeit so viele Personen wie noch nie eine Pflegeausbildung in Tirol.
Neben rund 1.800 Studierenden sowie SchülerInnen an der fh gesundheit und in den acht regionalen Gesundheits- und Krankenpflegeschulen, insgesamt über 400 SchülerInnen in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen und über 340 Auszubildenden im Bereich der Sozialbetreuung wird vor allem die Pflegelehre in Tirol überdurchschnittlich gut angenommen: Rund 125 Lehrlinge haben sich bereits für diesen Ausbildungsweg entschieden – mehr Personen als in allen anderen Bundesländern zusammen.
Ein zentrales Element für die hohe Nachfrage sei laut Pflege- und Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (Bild) die gezielte finanzielle Unterstützung der Auszubildenden. Seit September 2022 erhalten bundesweit alle Auszubildenden einen monatlichen Ausbildungsbeitrag von damals 600 Euro von Bund und Land. Auf Antrag Hageles wird dieser nun rückwirkend mit 1. Jänner 2026 auf rund 660 Euro erhöht: „Diesen monatlichen Zuschuss erhalten alle Studierenden sowie Schülerinnen und Schüler in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in den Fach- und Diplom-Sozialbetreuungsberufen während der gesamten Ausbildungsdauer. Diese Maßnahme erleichtert den Zugang zur Ausbildung und schafft finanzielle Sicherheit.“
Tirol bietet auch finanzielle Unterstützung für jene, die keinen Anspruch auf den bundesweiten Ausbildungsbeitrag haben: So wurde für Personen, die aufgrund ihres Ausbildungsbeginns vor dem 1. September 2022 keinen Anspruch hatten, eine landesseitige Übergangslösung geschaffen. Darüber hinaus wurde auch der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert. Seit 2024 erhalten auch alle Auszubildenden in Sozialbetreuungsberufen mit den Schwerpunkten Altenarbeit, Behindertenarbeit, Familienarbeit und Behindertenbegleitung – unabhängig von einer zusätzlichen Pflegeassistenz-Ausbildung – ebenfalls einen Ausbildungsbeitrag.
„Die steigenden Ausbildungszahlen zeigen deutlich: Die Pflegeberufe sind attraktiver denn je. Mit einem breiten Ausbildungsangebot und einer verlässlichen finanziellen Unterstützung schaffen wir beste Voraussetzungen, um junge Menschen und Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger für die Pflege zu gewinnen“, betont LRin Hagele.