
GeriPAIN: Erste umfassende S3-Leitlinie für Schmerzmanagement bei älteren Menschen erschienen
Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. hat in dieser Woche die erste nationale und internationale S3-Leitlinie speziell für ältere Menschen mit akuten und chronischen Schmerzen offiziell veröffentlicht: „Schmerzmanagement bei GERiatrischen PAtIeNt:innen (GeriPAIN)“. Die Leitlinie steht ab sofort allen Pflegenden, Therapeut:innen frei zur Verfügung.
Geriatrische Patient:innen sind durch Multimorbidität, Polypharmazie und kognitive Beeinträchtigungen besonders schmerzempfindlich und gefährdet. Schmerz ist dabei nicht nur ein Symptom, sondern ein wesentlicher Prädiktor für Gebrechlichkeit, Sturzneigung, Pflegebedürftigkeit und erhöhte Sterblichkeit. Trotz dieser Risiken bleibt Schmerz bei älteren Menschen häufig unerkannt oder unzureichend behandelt – oft weil er als „normal“ im Alter abgetan wird. Diese Fehleinschätzung hat schwerwiegende Folgen für die Lebensqualität und das Wohlbefinden.
Evidenzbasierte Empfehlungen für eine sichere und individuelle Therapie
„GeriPAIN“ liefert erstmals eine strukturierte, evidenzbasierte Orientierung für die Diagnose und Behandlung von Schmerzen bei älteren Menschen. Die Leitlinie berücksichtigt spezifische Herausforderungen wie die Erkennung von Schmerzen bei Menschen mit Demenz oder kognitiven Einschränkungen. Sie stellt klare Empfehlungen für nicht-medikamentöse Therapien wie Physiotherapie, Ergotherapie, psychosoziale Unterstützung und Bewegungstherapie bereit. Gleichzeitig werden sichere und wirksame medikamentöse Strategien vorgestellt, die auf individuellen Risiken und Wechselwirkungen beruhen. Invasive Verfahren wie gezielte Injektionen oder Nervenblockaden werden nur bei klaren Indikationen und unter Berücksichtigung des Gesamtrisikoprofils empfohlen.
Ein zentraler wissenschaftlicher Mehrwert liegt in der Integration interdisziplinärer Perspektiven: Ärzt:innen, Pflegekräfte, Therapeut:innen, Sozialarbeiter:innen und Patient:innen werden gleichermaßen in den Versorgungsprozess einbezogen. Dies fördert eine ganzheitliche, patientenorientierte Versorgung, die über die reine Symptombehandlung hinausgeht.
Beteiligung von Betroffenen
Ein besonderes Merkmal der „GeriPAIN“-Entwicklung ist die aktive Einbindung einer Vertreterin der von Schmerz Betroffenen bereits in die Antragsstellung. Heike Norda von der UVSD SchmerzLOS e.V. war nicht nur als Expertin, sondern als Lebenserfahrungsträgerin in den Prozess eingebunden. Dies unterstreicht die Zielrichtung der Leitlinie: Schmerzversorgung auch aus der Perspektive der Betroffenen.
Ein neuer Standard für die Versorgung im Alter
Mit der Veröffentlichung von „GeriPAIN“ wird erstmals ein umfassender, interprofessioneller und sektorenübergreifender Ansatz für das Schmerzmanagement bei älteren Menschen in Deutschland etabliert – in der ambulanten, akutstationären und langzeitstationären Versorgung. Die Leitlinie baut auf der bereits bestehenden S3-Leitlinie „Schmerzassessment bei älteren Menschen in der vollstationären Altenhilfe“ (AWMF-Registernummer 145-001) auf und erweitert sie um zentrale Aspekte der Diagnosestellung sowie der nicht-medikamentösen, medikamentösen und invasiven Schmerztherapie. Damit wird ein bisher fehlender systematischer Rahmen für die ganzheitliche Schmerzversorgung im Alter geschaffen.
Zugang und Verbreitung
Die vollständige S3-Leitlinie „GeriPAIN“ ist ab sofort im AWMF-Leitlinienregister sowie auf der Website der Deutschen Schmerzgesellschaft frei zugänglich. Sie steht damit allen Fachkräften und Interessierten zur Verfügung, um die Versorgung älterer Menschen mit Schmerzen in Deutschland nachhaltig zu verbessern.
Die Entwicklung der Leitlinie wurde durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (Aktenkennzeichen: 01VSF22017) gefördert. Die Koordination lag bei der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. unter der Projektleitung von Prof. Dr. Erika Sirsch (Essen), Prof. Dr. Thomas Fischer (Dresden), Dr. Corinna Drebenstedt (Friesoythe) und Heike Norda (UVSD SchmerzLOS e.V.).
Quelle: IDW/Universitätsklinikum Essen
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Mit dem Pflegefachassistenzeinführungsgesetz wird ein eigenständiges, bundesweit einheitliches Berufsprofil für die Pflegefachassistenz geschaffen. Damit können künftig Personen mit der Qualifikation einer Pflegefachassistenz leichter in ein anderes Bundesland wechseln: Die neue Ausbildung ersetzt die bisherigen 27 landesrechtlich geregelten Pflegehilfe- und Pflegeassistenzausbildungen – aus 27 mach 1. Auch die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse wird erleichtert.
Die Definitionen – auf Basis eines differenzierten Prozesses mit hunderten Pflegefachpersonen und Pflegewissenschaftlerinnen bzw. -wissenschaftlern – zeigen, wie breit und unverzichtbar professionelle Pflege heute wirkt: Professionell Pflegende setzen sich in der direkten Versorgung für das Recht auf bestmögliche Gesundheit ein. Sie fördern eine kooperative, kulturell sichere, menschenzentrierte und nachhaltige Versorgung, ermöglichen einen gerechten Zugang zur Gesundheitsversorgung, gehen sorgsam mit Ressourcen um und tragen aktiv zum Schutz der Umwelt bei. Diese Definitionen sind mehr als ein sprachliches Update. Sie geben der professionellen Pflege eine gemeinsame Stimme, stärken ihre Sichtbarkeit und machen deutlich, dass Pflege weit über die unmittelbare Versorgung hinauswirkt – in Politik, Bildung, Forschung und Gesellschaft.










Pflegerische Routinedaten sind in Deutschland schwer zugänglich, uneinheitlich dokumentiert und selten interoperabel verfügbar; dadurch fehlt eine belastbare Evidenzbasis für Praxis und Politik. Internationale Beispiele (u. a. Kanada, Niederlande, Finnland) zeigen, wie standardisierte Pflegedaten Forschung, Qualitätssicherung und Steuerung ermöglichen.



