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Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

 Die Fachkommission „Digitalisierung in der Pflege“ des Deutschen Pflegerats (DPR) hat ein umfassendes Expert:innenpapier zur Pflege-Informatik-Initiative (PII) vorgelegt. Ziel der Initiative ist es, pflegerische Daten gleichwertig im Gesundheitssystem nutzbar zu machen und eine evidenzbasierte, sektorenübergreifende Versorgung zu ermöglichen.

„Die Pflege ist die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen – dennoch fehlen valide, interoperable Daten, um Qualität, Versorgung und Politik wirksam zu steuern. Mit der Pflege-Informatik-Initiative schließen wir diese Lücke und schaffen die Basis dafür, dass pflegerische Daten sowohl für primäre Zwecke wie Versorgung und Steuerung als auch für sekundäre Zwecke wie Forschung, Public Health und Qualitätspolitik im Sinne der Logik pflegerischen Handelns nutzbar werden“, sagt Thomas Meißner, Leiter der DPR-Fachkommission Digitalisierung in der Pflege.

Kernforderungen der PII:

  1. Kerndatensatz Pflege (KDP): Entwicklung eines international anschlussfähigen, standardisierten Datensatzes, der Routinedaten, Qualitätsindikatoren und Forschungsergebnisse strukturiert zusammenführt und die Eigenlogik pflegerischer Versorgung abbildet.
  2. Pflege-Datenintegrationszentren: Aufbau spezialisierter Strukturen zur Erhebung, Integration und Auswertung pflegerischer Daten – komplementär zur Medizininformatik-Initiative, mit eigenständigen pflegespezifischen Inhalten.
  3. Bundesförderprogramm „Pflege-Informatik 2030″: Mindestens 300 Mio. Euro für Infrastruktur sowie gezielten Ausbau von Studienplätzen, Professuren und Promotionsprogrammen, um Pflegeinformatik als Disziplin dauerhaft zu verankern.
  4. Pflege-Datengesetz: Rechtliche Grundlage analog § 64e SGB V für Datenzugang, Governance und die verpflichtende Dateneinspeisung durch Einrichtungen.
  5. Europäische Anbindung: Aktive Beteiligung an der Gestaltung des European Health Data Space (EHDS), um pflegerische Datenmodelle und Use-Cases europaweit zu verankern.

Hintergrund

Pflegerische Routinedaten sind in Deutschland schwer zugänglich, uneinheitlich dokumentiert und selten interoperabel verfügbar; dadurch fehlt eine belastbare Evidenzbasis für Praxis und Politik. Internationale Beispiele (u. a. Kanada, Niederlande, Finnland) zeigen, wie standardisierte Pflegedaten Forschung, Qualitätssicherung und Steuerung ermöglichen.

Die PII ergänzt die Medizininformatik-Initiative, schafft Sichtbarkeit für pflegerisches Handeln, ermöglicht Benchmarking und evidenzbasierte Qualitätssicherung und liefert eine belastbare Grundlage für politische Entscheidungen. Ein klarer Umsetzungsfahrplan über zehn Jahre – von der Konzeption über Pilotprojekte bis zur Verstetigung – liegt vor und soll die schrittweise Einführung sichern.

„Die PII ist kein technisches Projekt, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag. Wenn die Pflege in eigenen Datenräumen und Forschungsstrukturen abgebildet wird, kann sie die Zukunft des Gesundheitssystems aktiv mitgestalten“, so Meißner weiter.

Call to Action

Damit die PII Realität wird, braucht es:

  • politische Beschlüsse in dieser Legislaturperiode (Fördermittel und Rechtsgrundlagen, inkl. rechtlich verankerter Dateneinspeisung),
  • einen abgestimmten Fahrplan mit Bund, Ländern und Hochschulen sowie Pilotprojekte für Pflege-Datenintegrationszentren,
  • Finanzielle Anreize (Zuschläge) für Einrichtungen, die KDP-konforme Qualitätsdaten liefern,
  • pflegespezifische Datenstandards in die gematik-Spezifikationen aufnehmen und Pflegeinformatik-Expertise in EHDS-Gremien entsenden; perspektivisch Einbeziehung in den Arbeitskreis nach § 3 Abs. 4 des Gesundheitsdatennutzungsgesetzes (GDNG).

Das Expert:innenpapier liegt der Anlage bei und steht hier zum Download zur Verfügung.





Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Das Institut für Pflegewissenschaft und -praxis der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) feiert ein besonderes Jubiläum: Seit 15 Jahren bietet es das Bachelorstudium Pflegewissenschaft als innovatives Onlinestudium an. Anlässlich des Geburtstags vergibt die PMU ein Jubiläumsstipendium, das berufstätigen Pflegefachkräften den Einstieg ins Studium erleichtern soll.

Foto: PMU / Patrick Daxenbichler

Virtuell, praxisnah, individuell: Bereits seit 2010 profitieren die Studierenden von der Flexibilität des Studiums, Unterricht in Kleingruppen und einem qualitativ hochwertigen, fachlichen Austausch – statt reinem Frontalunterricht. Heute studieren rund 300 Pflegekräfte online an der PMU, fast 500 Absolvent*innen haben den Bachelor of Science in Nursing (BScN) bereits erfolgreich abgeschlossen.

Next Generation Nursing

Von Beginn an setzte der Studiengang auf neue digitale Kommunikationsformen: Foren, virtuelle Hörsäle und sogar eine von Studierenden initiierte „Skype-Cafeteria“ ermöglichten einen wertvollen Austausch untereinander– auch über Ländergrenzen hinweg. Die einmal jährlich stattfindenden Präsenzwochen am PMU-Campus in Salzburg ergänzen das Online-Studium durch persönliche Begegnungen und gemeinsames Arbeiten vor Ort.

Studieren auch ohne Matura oder Abitur

Ein besonderes Merkmal des Studiengangs: Der Zugang ist nicht nur Pflegekräften mit Matura oder Abitur vorbehalten. Durch ein eigens entwickeltes Zulassungsverfahren können auch Pflegefachkräfte mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung ohne Reifeprüfung den akademischen Abschluss „Bachelor of Science in Nursing“ erwerben. Der Einstieg ins Studium ist ganzjährig möglich – frei nach dem Motto: „Bewerben und sofort starten“.

Jubiläumstipendium

Zum 15-jährigen Bestehen vergibt die PMU ein Stipendium in zwei Kategorien:

  • Einreichungen von Pflegenden mit Matura/Abitur
  • Einreichungen von Pflegenden ohne Matura/Abitur

In jeder Kategorie wird die beste Einreichung ausgezeichnet. Die Förderung umfasst die vollständigen Studien- und Prüfungsgebühren für das erste Kompetenzlevel im Wert von 3.850 Euro.

Wer kann sich bewerben?

  • Österreich: Pflegefachkräfte des gehobenen Dienstes (mit und ohne Matura)
  • Deutschland: Examinierte Pflegefachkräfte (dreijährige Ausbildung, mit und ohne Abitur)

Bewerbungsschluss: 15. Oktober 2025

Weitere Informationen zu den Einreichkriterien unter: bit.ly/bachelorstudium_pflege

Bewerbungen bitte per E-Mail an: onlinebachelor@pmu.ac.at





Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Die Österreichische Gesellschaft für vaskuläre Pflege (ÖGVP) und der Verein Wunddiagnostik und Wundmanagement Österreich (WDM) luden am 17. und 18. September 2025 zum mittlerweile siebzehnten Pflegekongress nach Wien ein. Mit diesem traditionsreichen und zugleich hochaktuellen Fachforum setzten die Organisator*innen eine kontinuierliche, nunmehr 27-jährige Fortbildungsreihe fort, die sich als zentraler Treffpunkt für Pflegeexpert*innen im deutschsprachigen Raum etabliert hatte. Mehr als 550 Teilnehmer*innen aus Österreich, Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Slowenien und Italien nahmen an der zweitägigen Veranstaltung teil.


Das Leitthema „Pflege und Wundmanagement“ spiegelte die wachsende Bedeutung der Versorgung akuter und chronischer Wunden im Gesundheitswesen wider. Chronische Wunden stellen nicht nur eine pflegerische, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung dar, da sie ein hohes Maß an evidenzbasiertem Fachwissen, interdisziplinärer Zusammenarbeit und patientenzentrierter Betreuung erfordern. Der Kongress verstand sich daher als Plattform für Wissenstransfer, fachlichen Diskurs und praxisorientierte Innovationen, um den steigenden Anforderungen an eine moderne Wundversorgung gerecht zu werden.

Das zweitägige Programm vereinte wissenschaftliche Vorträge, Posterpräsentationen und interaktive Formate. Fachbeiträge reichten von aktuellen Evidenzen zum Einsatz semiokklusiver Verbände über schmerzreduzierende Strategien in der Versorgung chronischer Wunden bis hin zu Fragen der Ernährung, der Edukation und der Beratung. Themen wie Burnout-Prävention in der Pflege, die Rolle freiberuflicher Pflege sowie rechtliche Aspekte der Verordnung von Medizinprodukten durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen ergänzten das Spektrum. Renommierte Expert*innen aus Österreich und dem benachbarten Ausland teilten neueste Erkenntnisse und diskutierten praxisnahe Lösungsansätze. Auch die Pflegeexpert*innen der Zukunft waren vertreten und das Organisationsteam freute sich über Vertreter*innen und Studierende der IMC-Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems. Ein Höhepunkt war die Prämierung der Posterbeiträge: Den 1. Platz der Posterpräsentation erhielt Michaela Krammel aus Wien, der 2. Platz ging an Thomas Bonkowski aus Regensburg und den 3. Platz erreichte Kerstin Protz aus Hamburg.

In der Mitte die drei Postergewinner*innen des Pflegekongresses Wien

Der Festabend im Wiener Rathauskeller als Ausklang des ersten Kongresstages war ein gelungener Höhepunkt voller Begegnung, Freude und wertschätzender Gespräche zwischen Pflege und Politik. In festlicher Atmosphäre wurde deutlich, wie stark die Gemeinschaft der Pflege ist und wie sehr Austausch und Miteinander verbinden.

Interdisziplinarität und Fortbildungscharakter

Der Kongress bot 14 anrechenbare Fortbildungsstunden gemäß § 63 GuKG und förderte den interprofessionellen Austausch zwischen Pflege, Medizin und Industrie. Die aktive Teilnahme der Besucher*innen – von Diskussionen bis hin zu praxisorientierten Posterbeiträge – wurde ausdrücklich betont, um kollegiales Lernen und die Entwicklung innovativer Pflegekonzepte zu stärken. Austragungsort war der traditionsreiche Campus der Universität Wien, der mit moderner Infrastruktur und kulturellem Umfeld den idealen Rahmen für den fachlichen Dialog bot. Unter dem Motto „Ohne Spitzenpflege keine Spitzenmedizin“ setzte der XVII. Pflegekongress ein deutliches Signal: Die kontinuierliche Professionalisierung der Pflege, insbesondere im Bereich des Wundmanagements, erwies sich als wesentlicher Pfeiler einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung.

Mit der Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz, praxisnahen Impulsen und interdisziplinärem Diskurs leistete der Kongress einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der pflegerischen Kompetenz und stärkte die Rolle der Pflege im österreichischen und internationalen Gesundheitswesen. Der XVII. Pflegekongress präsentierte sich mit einem engagierten Organisationsteam in familiärer Atmosphäre, Charme, Interdisziplinarität, viel Expertise, neuen Forschungsergebnissen und Praxiswissen.

Das enorm positive Feedback der Kongressteilnehmer*innen bestärkt die Organisator*innen bei der Themenauswahl und gibt die Motivation für die nächsten beiden Veranstaltungen am 9.9.2026 und am 8.-9.9.2027 wieder in den Räumen der Universität Wien.





Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Die Mundgesundheit der Gesamtbevölkerung verbessert sich stetig – jedoch gilt dies bislang nicht für Menschen mit pflegerischem Unterstützungsbedarf. Der gemeinnützige Verein mund-pflege e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, genau das zu ändern.

Zweck des Vereins ist die Förderung der Mundgesundheit in der Pflege – sowohl im Versorgungsalltag als auch in der Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie in der Forschung. Angesprochen werden alle Personen und Berufsgruppen, die sich mit dem Thema Mundgesundheit in der Pflege beschäftigen. Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit steht der Betrieb, die Implementierung, die Verbreitung (Dissemination) und die Weiterentwicklung der Online-Plattform mund-pflege.net. Diese Plattform wurde in den Jahren 2020 bis 2024 im Rahmen des Förderprogramms „Forschung an Fachhochschulen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) entwickelt.

Nach dem planmäßigen Auslaufen der Projektförderung wurde zur nachhaltigen Fortführung der genannten Aufgaben am 26. Oktober 2024 der gemeinnützige Verein mund-pflege e.V. ge-
gründet und am 10. Februar 2025 beim Amtsgericht Ulm offiziell eingetragen.

Hintergrund

Der Expertenstandard „Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“ des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) hat im Jahr 2023 erstmals bundesweit abgestimmte Handlungsempfehlungen veröffentlicht, entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen Pflege und Zahnmedizin. Zur Implementierung dieses Standards steht die Plattform mund-pflege.net zur Verfügung. Sie bietet auch pflegenden Angehörigen leicht verständliche, anschauliche und praxisnahe Unterstützung für die Umsetzung im pflegerischen Alltag – jederzeit und überall abrufbar.





Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Laut einer aktuellen IQWiG-Untersuchung sind keine gesundheitlichen Vor- oder Nachteile durch die Anwendung von Kinästhetik in der Pflege nachweisbar.

Im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat ein Wissenschafts-Team unter der Leitung des Instituts und Poliklinik für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sowie des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck untersucht, ob die Anwendung von Kinästhetik („Lehre von der Bewegungsempfindung“) für Pflegebedürftige mit Mobilitätseinschränkungen und für beruflich Pflegende Vorteile bringt.

Das Ergebnis: Für die Pflegebedürftigen zeigen die von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern identifizierten Studien keine gesundheitlichen Vor- oder Nachteile durch die Anwendung von Kinästhetik in der Pflege. Die Aussagekraft dieser Studien ist zudem wegen methodischer Mängel eingeschränkt. Methodisch hochwertige Studien, die den Nutzen für beruflich Pflegende untersuchen, fehlen ganz. Der Nutzen oder Schaden von Kinästhetik in der pflegerischen Bewegungsförderung für bewegungseingeschränkte Menschen und für beruflich Pflegende bleibt somit unklar.

Anfrage einer Bürgerin war Ausgangspunkt des ThemenCheck-Berichts

Die Kinästhetik, die Lehre von der Bewegungsempfindung, ist vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet. Das Handlungskonzept dient der Bewegungsförderung von pflegebedürftigen Menschen und soll zugleich die Pflegenden körperlich entlasten. Die Kinästhetik beinhaltet keine spezifischen Techniken, um Pflegebedürftige in ihrer Bewegung zu unterstützen. Vielmehr sollen beruflich Pflegende mithilfe des kinästhetischen Konzeptsystems Bewegungsabläufe, Aktivitäten und Interaktionen strukturiert analysieren und daraus individuelle Ansätze zur Bewegungsförderung ableiten.

Die Themenvorschlagende, selbst in der Pflege tätig, fragt sich, ob die Kinästhetik im Pflegealltag tatsächlich die körperliche Belastung der Pflegenden mindert und darüber hinaus die Versorgung der Pflegebedürftigen verbessert.

Bisher fehlt ein Nachweis für den Nutzen der Kinästhetik

Die vorliegenden Studien zeigen keinen Vorteil für Pflegebedürftige durch die Anwendung kinästhetischer Prinzipien. Studien zum Nutzen der Anwendung der Kinästhetik für beruflich Pflegende gibt es nicht. Darüber hinaus gibt es für beide Fragestellungen keine Hinweise auf Studien, deren Ergebnisse (noch) nicht veröffentlicht wurden. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass sich die Studienlage zur Anwendung der Kinästhetik in näherer Zukunft verbessert.

Die Implementierung kinästhetischer Konzepte ist zudem aufwändig und erfordert zusätzliche Ressourcen. Daher und wegen des bisher fehlenden Nutzennachweises erscheint eine Förderung der Anwendung der Kinästhetik, etwa aus Mitteln der gesetzlichen Kranken- oder Pflegeversicherung, nicht gerechtfertigt. Empfehlungen zur Kinästhetik erfordern zunächst den Nachweis eines Nutzens durch aussagekräftige, methodisch hochwertige vergleichende Interventionsstudien.

Den vorläufigen Bericht zur Kinästhetik – mit der Frage, ob pflegebedürftige Menschen und beruflich Pflegende davon profitieren – hatte das Institut im Mai 2025 als vorläufigen ThemenCheck-Bericht veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Nach Abschluss des Stellungnahmeverfahrens wurde der Bericht überarbeitet und jetzt in seiner finalen Fassung veröffentlicht.





Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Am 1. Oktober 2025 wurde Wolfgang Fürweger als Salzburger Landesrat für Soziales, Lebensmittelaufsicht und Verbraucherschutz sowie Regionalentwicklung und EU-Regionalpolitik gewählt und angelobt. Durch die konsequente Umsetzung der Strategie „digital vor ambulant vor stationär“ will der ehemalige Pressesprecher der Salzburger Landeskliniken die hohen Standards des Salzburger Sozialsystems auch in Zukunft garantieren.

Foto: Land Salzburg / Franz Neumayr

Wolfgang Fürweger ist neuer Soziallandesrat. Er hat Politikwissenschaft studiert, eine Ausbildung zum Milizoffizier absolviert und war zuletzt Pressesprecher der Salzburger Landeskliniken. Für die herausfordernde Aufgabe fühlt er sich gut gerüstet.

Pflege zu Hause

Für den neuen Landesrat muss das System Sozialwesen so gestaltet werden, „dass wir den heutigen Standard auch in 15 Jahren noch gewährleisten können. Dazu gibt es eine klare Strategie von Bund, Ländern und Sozialversicherung. Die heißt: digital vor ambulant vor stationär und fasst das gut zusammen. Bei allem, was wir tun müssen wir uns fragen, wie es da reinpasst. Digitalisierung und die Stärkung von ambulanten und tagesklinischen Strukturen sind dabei wichtig. Die Menschen müssen dort betreut werden, wo es für sie am sinnvollsten ist und das ist zu Hause“, betont Fürweger.

Wertschätzung für Pflegepersonal

„Wir müssen der Pflege die Wertschätzung geben, die sie verdient“, ist Wolfgang Fürweger überzeugt. „Der Partner meiner ältesten Tochter hat kürzlich das Diplom zur Pflegefachassistenz bekommen. Welche diplomierte Kraft möchte sein Leben lang Assistent sein? Niemand käme bei einem Tischler auf die Idee ihn lebenslang als Assistent zu bezeichnen. Wertschätzung, habe ich gelernt, ist die neue Währung im Sozialen. Dafür muss man keine großen Beträge in die Hand nehmen. Es beginnt schon bei der Berufsbezeichnung, denn damit wird der Beruf interessanter.“





Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Vergangenen Sonntag wies Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach (Bild) darauf hin, dass noch Plätze für den mit jeweils 10.000 Euro geförderten Praxisanleiterbonus offen sind. Die innovativen Praxisanleitungskonzepte sollen zukünftig als Best Practice dienen.

Bislang hätte das Ministerium rund 160 Anträge erhalten, wovon 54  bereits bewilligt wurden. Insgesamt können bis zu 180 Boni vergeben werden. Die Ministerin erklärte: „Die Praxisanleitung spielt eine entscheidende Rolle im Theorie-Praxis-Transfer in der Ausbildung. Mit dem Praxisanleiterbonus möchten wir ein starkes Signal für Qualität und Innovation in der Praxisanleitung setzen. Ich rufe alle Praxisanleitenden auf, innovative und praktisch erprobte Konzepte vorzubereiten und einzureichen.“Praxisanleitung richtet sich an Pflege-Auszubildende, die bei ihren Praxiseinsätzen in die pflegerischen Aufgaben eingewiesen werden. Diese Anleitung umfasst zehn Prozent der praktischen Ausbildungszeit durch Pflegefachkräfte, die die Qualifikation als Praxisanleitung erworben haben. Sie basiert auf einem Konzept, das Vorbereitung, gemeinsame Durchführung und eine Evaluation umfasst.

Bewerbungen werden bis zum 30. November beim Landesamt für Pflege angenommen. Die Bonuszahlung erfolgt bei entsprechender Wertigkeit des Praxisanleitungskonzeptes nach der Reihenfolge des Eingangs der vollständigen Antragsunterlagen. Ein Leitfaden zur Entwicklung von Praxisanleitungskonzepten sowie die zur Einreichung notwendigen Formulare und weitere Informationen stehen auf der Webseite des Landesamtes für Pflege unter https://www.lfp.bayern.de/pranbeip/ zur Verfügung.





Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

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Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) feierte am 17. September 2025 sein 20-jähriges Bestehen. Seit der Gründung im Jahr 2005 hat sich das APS als zentrale Plattform für Patientensicherheit in Deutschland etabliert und maßgebliche Impulse für eine fehlerarme Gesundheitsversorgung gesetzt.

Patientensicherheit bedeutet, vermeidbare Fehler im Gesundheitssystem zu verhindern. Dabei geht es nicht um die Suche nach Schuldigen, sondern darum Systeme und Strukturen zu schaffen, die die Sicherheit von Patienten in den Fokus stellen. Vor 20 Jahren schlossen sich deshalb Vertreter aus allen Bereichen des Gesundheitswesens zusammen, um das Aktionsbündnis zu gründen – darunter die Ärztekammer Berlin, die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie, der AOK Bundesverband und die BAG Selbsthilfe. Das Besondere war von Anfang an die Breite des Bündnisses, das heute über 800 Mitglieder zählt.

Bundesgesundheitsministerin würdigt zwei Jahrzehnte Engagement

Das Bundesministerium für Gesundheit stand bei der Gründung Pate und hat die Arbeit des APS seither eng begleitet und finanziell unterstützt. Im Verlauf einer hochkarätig besetzten Jubiläumsveranstaltung im Konferenzzentrum der Ministerien, KOM27, würdigte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken als Schirmherrin die Arbeit des Bündnisses: „In den letzten zwei Jahrzehnten ist aus einer Idee eine Bewegung geworden. Patientensicherheit ist kein Zustand, den man einmal erreicht und dann abhakt. Sie ist ein dauerhafter Auftrag und fortwährender Prozess. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit leistet einen bedeutenden Beitrag dazu, das Vertrauen der Bevölkerung in das Gesundheitswesen zu stärken.“

Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des APS, unterstrich in ihrer Begrüßung: „Patientensicherheit ist heute kein Randthema mehr. Sie ist ein zentrales, Vertrauen bildendes Merkmal unseres Gesundheitswesens – und sie ist zu einem verbindenden Thema über Berufs- und Systemgrenzen hinweg geworden. Patientensicherheit heißt für uns auch Patient Empowerment.“

Handlungsempfehlungen und Kampagnen setzen Standards

Die Jubiläumsveranstaltung blickte zurück auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit, insbesondere die der interdisziplinären und ehrenamtlichen Arbeitsgruppen. Aus dieser engagierten Zusammenarbeit entstanden zahlreiche Handlungsempfehlungen und Patienteninformationen, die heute Standards im Gesundheitswesen sind – wie beispielsweise die Handlungsempfehlung zur Prävention von Eingriffsverwechslungen oder „Jeder Tupfer zählt!“ zur Vermeidung unbeabsichtigt belassener Fremdkörper im OP-Gebiet.

Wegweisende Kampagnen wie die „Aktion Saubere Hände“ zur Verbesserung der Händedesinfektion in Gesundheitseinrichtungen und „#DeutschlandErkenntSepsis“ haben Tausende Menschen erreicht. Das Projekt „Stimmen für Patientensicherheit“ ermutigt Patientinnen und Patienten, sich aktiv an ihrer Behandlung zu beteiligen und jederzeit Fragen zu stellen.

Zum 20-jährigen Jubiläum betont das APS: Patientensicherheit gelingt nur gemeinsam. National wie international müssen alle Akteure im Gesundheitswesen zusammenarbeiten, um eine sichere medizinische Versorgung zum Wohl der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.

Alle Highlights in der Jubiläumsbroschüre




Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Die Sicherheit von Kindern im Gesundheitssystem muss oberste Priorität haben. Das fordern das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS), die KKH Kaufmännische Krankenkasse und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) anlässlich des Welttags der Patientensicherheit am 17. September. Eine aktuelle forsa-Umfrage zeigt eine wachsende Verunsicherung bei Eltern, während Expert:innen systematische Verbesserungen in der Kindermedizin anmahnen.

Unter dem Motto „Patientensicherheit von Kind an – eine Investition fürs Leben“ richtet das APS in diesem Jahr den Fokus auf die besonders vulnerable Gruppe der Kinder und Neugeborenen. Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind alarmierend: Bis zu 70 Prozent der schweren unerwünschten Ereignisse bei Neugeborenen wären durch konsequente Sicherheitsprotokolle vermeidbar. Mangelnde Teamkommunikation verdreifacht laut WHO das Risiko für Schäden im Neugeborenenalter. Bei fast 40 Prozent schwerer Komplikationen gibt es Stunden zuvor erkennbare Warnzeichen – die nur rechtzeitig gesehen und richtig gedeutet werden müssen.

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Dieser Satz ist mehr als eine medizinische Binsenweisheit, er ist ein Auftrag“, betont Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des APS. Die Versorgung müsse Alter, Größe, Entwicklung und sprachliche Fähigkeiten der jungen Patient:innen berücksichtigen. Dabei spielen Eltern eine zentrale Rolle: Sie fungieren als Brücke zwischen Behandlungsteam und Kind und nehmen oft Veränderungen wahr, die dem medizinischen Personal entgehen könnten. „Da sollten wir genau hinhören“, so Hecker.

Kindermedizin als Stiefkind der Gesundheitspolitik

Die strukturellen Probleme der Kindermedizin werden seit Jahren vernachlässigt. Dr. Christian Deindl, stellvertretender APS-Vorsitzender und Kinderchirurg, kritisiert die ungerechte Verteilung von Ressourcen im Gesundheitssystem. Kindermedizin bedeute Zuwendung und Empathie und benötige entsprechende zeitliche und personelle Ressourcen. In den ersten Lebensjahren fallen zwar relativ hohe Gesundheitskosten für Vorsorgeuntersuchungen und Impfprogramme an, doch der ökonomische und gesellschaftliche Nutzen zeige sich erst im späteren Erwachsenenleben. „Eine sichere Gesundheitsversorgung von Säuglingen, Klein- und Schulkindern sowie Jugendlichen erfordert altersabhängige fachliche Schwerpunkte und Expertisen“, erklärt Deindl.

Wachsende Ängste bei Eltern

Gleichzeitig wächst die Verunsicherung bei Eltern, wie eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der KKH zeigt. Aktuell äußert ein Viertel der befragten 1.006 Eltern von Kindern bis zu 12 Jahren (26 Prozent) Ängste bezüglich eines Krankenhausaufenthalts ihres Kindes – 2021 waren es noch 19 Prozent. „In erster Linie fürchten 77 Prozent der besorgten Eltern eine Infektion mit Krankenhauskeimen“, erläutert Vijitha Sanjivkumar, Expertin für Kindergesundheit im Kompetenzteam Medizin der KKH. Jeweils knapp zwei Drittel sorgen sich vor notwendigen erneuten Operationen oder Narkosekomplikationen. Dabei würden immerhin 73 Prozent aller Befragten den Ärzt:innen im Krankenhaus vertrauen.
Die KKH-Expertin plädiert für eine Kommunikation auf Augenhöhe: Verbindliche Informationen, gemeinsame Entscheidungsfindungen sowie altersgerechte Sprache seien essenziell. Wenn Eltern und Kinder verstehen, warum welche Therapie notwendig ist, steige die Bereitschaft zur Mitarbeit erheblich.

Krankenhausreform gefährdet Kinderversorgung

Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser, Präsidentin der DGKJ, warnt eindringlich vor den Folgen der geplanten Krankenhausreform: „Die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen geraten zunehmend aus dem Fokus gesundheitspolitischer Entscheidungen.“ Die Versorgung von Kindern sei komplex und erfordere besondere Expertise vom ersten Lebenstag an. Eine Umsetzung des aktuellen Reformentwurfs für das Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) würde die spezialisierte pädiatrische Versorgung gefährden – mit gravierenden Folgen für Patient:innen und ihre Familien.

Paradigmenwechsel gefordert

Joachim Maurice Mielert, Generalsekretär des APS, fordert einen fundamentalen Systemwandel: „Wir brauchen nicht nur eine Reform, sondern einen Paradigmenwechsel.“ Der Patient müsse in den Mittelpunkt gestellt und Patientensicherheit als Rechtsnorm verankert werden. Bislang scheue die Politik diesen Schritt aus Furcht vor steigenden Haftungsrisiken und höheren Kosten. Dabei würde eine gesetzliche Verankerung den Übergang von einer politischen Programmatik zu einem justiziablen Anspruch bedeuten – und genau das sei überfällig.

Konkrete Maßnahmen für mehr Sicherheit

Das APS, die KKH und die DGKJ haben klare Vorstellungen, wie die Patientensicherheit in der Kindermedizin verbessert werden kann: Standardisierte Checklisten, doppelte Kontrollen bei Medikamentengaben, gewichtsbasiertes Dosieren und pädiatrische Datenbanken in der elektronischen Verordnung sind nur einige der geforderten Maßnahmen. Auch die Etablierung einer „Speak-Up-Kultur“ sei zentral: Hierarchien dürften das Ansprechen von Bedenken nicht verhindern – weder bei jungen Kolleg:innen noch bei Eltern.
Die Expert:innen sind sich einig: Eine Investition in die sichere medizinische Versorgung von Kindern ist eine Investition in die Zukunft der gesamten Gesellschaft.




Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Zahlreiche Advanced Practice Nurses nahmen am 1. Advanced Nurses Practice (ANP) Netzwerktag am Campus der Privatuniversität UMIT TIROL teil. Diese Veranstaltung wurde vom Team des Instituts für Pflegewissenschaft organisiert, mit dem Ziel ein starkes ANP-Netzwerk und einen lebendigen Raum zu schaffen, in dem Ideen wachsen und Kooperationen entstehen können.

Das Organisationsteam und der interim. Rektor der UMIT TIROL, Univ.-Prof. Dr. Rudolf Steckel, freuten sich über den erfolgreichen ANP-Netzwerktag. v.l. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Müller (UMIT TIROL), Workshopleiterin Mag. PhDr. Silvia Neumann-Ponesch (FH Oberösterreich), Koordinatorin Mag. Elisa Haid (UMIT TIROL), Keynote Speakerin Selina Mooswald, MSc (IMC Krems), Moderatorin Ass.-Prof. Dr. Christiane Kreyer (UMIT TIROL) und Workshopleiterin Univ.-Ass. Dr. Karoline Schermann (UMIT TIROL). Foto: UMIT TIROL

„Gerade im Bereich der Pflege, wo komplexe Herausforderungen täglich das Handeln prägen, sind solche Orte der Begegnung sehr wichtig. Advanced Nursing Practice steht für Kompetenz, Verantwortung und Innovation in der Pflege. Doch ihre volle Wirkung entfalten diese Stärken jedoch erst, wenn wir sie miteinander vernetzen sowie Erfahrungen teilen, voneinander lernen und gemeinsam neue Wege gehen. Die zahlreichen Teilnehmer*innen der 1. ANP-Netzwerkveranstaltung dokumentieren das klar“, meinte Univ.-Prof. Dr. Gerhard Müller, Institutsvorstand und Leiter des Departments für Pflegewissenschaft und Gerontologie, im Rahmen seiner Begrüßungsworte. Das Vernetzungstreffen bot einen fundierten Überblick über die Entwicklung von Advanced Nursing Practice in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weiters wurde in Workshops über die inhaltliche Weiterentwicklung von ANP sowie über die Ausgestaltung von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten von ANP diskutiert.

Was ist Advanced Nursing Practice (ANP)?

Als Advanced Nursing Practice wird eine erweiterte Pflegepraxis bezeichnet, die über die klassischen pflegerischen Tätigkeiten hinausgeht und zusätzliche Kompetenzen, weiterführendes Wissen und größere Verantwortlichkeiten umfasst. Advanced Practice Nurses sind hochqualifizierte diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, die in der Lage sind, komplexe klinische Herausforderungen zu bewältigen, eigenständig Entscheidungen zu treffen, umso eine umfassende Versorgung von Patient*innen in verschiedenen Fachbereichen zu gewährleisten. Sie nehmen eine zentrale Rolle in der modernen Gesundheitsversorgung ein und tragen dazu bei, die Qualität der Gesundheits- und Krankenpflege weiter zu verbessern.

An der UMIT TIROL ANP studieren

Genau auf diese Aspekte fokussiert das inhaltliche Konzept des viersemestrigen Master-Studiums Advanced Nursing Practice an der Privatuniversität UMIT TIROL. „Mit diesem Master-Studium schaffen wir speziell für berufserfahrene diplomierte Pflegepersonen mit Bachelor-Abschluss zusätzliche berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege. Der inhaltliche Fokus liegt dabei auf einer verstärkten pflegerischen Autonomie und veränderten Handlungskompetenzen in klinischen und mobilen Settings. Auf diese Weise eröffnen wir unseren Absolvent*innen attraktive Karrierechancen sowie langfristige Perspektiven für eine anspruchsvolle und erfüllende Laufbahn in der Gesundheits- und Krankenpflege.“, so die Worte der Studiengangskoordinatorin des Master-Studiums ANP, Univ.-Ass. Dr. Karoline Schermann.

 





Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Am 01. September trat DGKP Martina Baumgartl, MSc. (Bild) als neue Pflegedirektorin der Landeskrankenhäuser Bregenz und Hohenems die Nachfolge von DGKP Arno Geiger, MSc. an, der neue berufliche Herausforderungen annimmt.

Foto: ©VLKH

Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin hat vor 15 Jahren in der Abteilung für Innere Medizin am LKH Hohenems begonnen und sich beruflich rasch weiterentwickelt. Neben ihrer Position als Bereichsleitung für „Anästhesie und OP“ im LKH Bregenz hat sie zuletzt in der pflegerischen Kooperation der LKH Bregenz und Hohenems als Bindeglied gewirkt, war als solches unter anderem an der Umsetzung von Pflegekonzepten und an der strategischen Weiterentwicklung des Pflegebereichs aktiv beteiligt.

„Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe, bin mir aber auch der großen Verantwortung bewusst“, sieht die künftige Pflegedirektorin mit Enthusiasmus und Respekt in ihre berufliche Zukunft. Die Positionen ihrer Stellvertretung bleiben in den bewähren Händen von DGKP Nicole Dedic, MSc. (LKH Bregenz) und DGKP Martin Mayer, MSc. (LKH Hohenems).

Häuserübergreifende Leitung bewährt sich

Jedes Landeskrankenhaus verfügt über eine – inzwischen teils häuserübergreifende – Krankenhausleitung bestehend aus Chefärztlicher Leitung, Pflegedirektion und Verwaltungsdirektion. Dabei steht die Pflegeleitung der größten Berufsgruppe vor, den Pflege-Mitarbeiter:innen. Nach dem Bereich „Verwaltung“ ist Anfang 2023 der eingeschlagene Weg der Kooperation innerhalb der Vorarlberger Landeskrankenhäuser auch im Bereich „Pflege“ mit Erfolg fortgesetzt worden. Für die LKH Bregenz und Hohenems hatte der damalige Hohenemser Pflegedirektor DGKP Arno Geiger, MSc. die erste häuserübergreifende Leitung übernommen.

Mit Anfang September 2025 wechselt Arno Geiger nun an die Fachhochschule Vorarlberg, wo er als Studiengangsleitung für den „Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege“ neue berufliche Herausforderungen annimmt.

Stärkung der Zusammenarbeit und gelebte Beteiligung

Martina Baumgartl ist ab September nun Führungskraft und Ansprechpartnerin für insgesamt rund 650 Mitarbeiter:innen im Pflegebereich. Ihre besondere Schwerpunkte lagen bislang bereits in der Stärkung der häuserübergreifenden Zusammenarbeit im Projektmanagement sowie in der operativen Personalbetreuung. Ein zentraler Treiber der strategischen Ausrichtung bleibt nach Ansicht von Martina Baumgartl der Fachkräftemangel – „er erfordert nachhaltige Lösungen und neue Strukturen, die sowohl den Arbeitsalltag entlasten als auch die Versorgungsqualität sichern.“

Den Weg der Vernetzung will Martina Baumgartl konsequent weiterentwickeln. Dafür hat sie sich bereits erste Eckpunkte gesetzt: „Dazu zählen etwa das Erkennen und die optimale Nutzung von Ressourcen, Entlastung durch gegenseitige Unterstützung, Wissenstransfer und gemeinsame Qualitätsentwicklung, die Stärkung der Arbeitgeberattraktivität und ein gemeinsames Auftreten nach außen.“ Als Schlüssel zu all dem sieht die künftige Pflegedirektorin den partizipativen Strukturdialog: „Das bedeutet offene Kommunikation, gelebte Beteiligung sowie ein respektvoller Umgang mit den Herausforderungen und den Menschen, die ihnen tagtäglich begegnen. Immerhin stehen große Veränderungen in der Spitalslandschaft an“, schließt Martina Baumgartl: „Mein Ziel ist es, diesen Weg dorthin gemeinsam mit allen Beteiligten konstruktiv und erfolgreich zu gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei ein behutsames Veränderungsmanagement, das auf Transparenz, Mitwirkung und schrittweiser Umsetzung basiert.“





Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Der Klimawandel stellt nicht nur das Gesundheitssystem, sondern auch pflegende Angehörige und Betreuungspersonen vor neue Herausforderungen. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems untersucht im Rahmen des Forschungsprojekts „Klimawandel und Gesundheit im Kontext von informeller Pflege (KuG)“, wie sich Klimawandelfolgen – etwa Hitzeperioden oder Luftverschmutzung – auf die Gesundheit von pflegenden Angehörigen, 24-Stunden-Betreuungskräften und den von ihnen betreuten Personen auswirken.

© IMC Krems

Pflegende Angehörige im Fokus: Studie zu Klimafolgen und Gesundheit

Ziel der Studie ist es außerdem, zu erforschen, wie und welche digitale Technologien im Pflegealltag unterstützen können: „Pflegende Angehörige leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Gesellschaft. Gerade sie sind häufig besonders stark von klimatischen Veränderungen betroffen. Mit unserer Umfrage möchten wir ihre Perspektiven und Bedürfnisse sichtbar machen und in die Entwicklung praxisnaher Lösungen einfließen lassen“, erklärt Projektleiterin Jette Lange.

Wer kann teilnehmen?

  • – pflegende Angehörige
  • – Personen in der 24-Stunden-Betreuung
  • – Mitarbeiter*innen in der Tagesbetreuung
Die Teilnahme ist anonym, dauert nur etwa 15 Minuten und alle Angaben werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Hier geht es direkt zur Umfrage: https://s2survey.net/KuG/

Mit den Ergebnissen soll ein wichtiger Beitrag dazu geleistet werden, die Gesundheit von pflegenden Angehörigen und Betreuungspersonen unter veränderten Umweltbedingungen zu schützen und digitale Hilfsmittel gezielt weiterzuentwickeln.




Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Die im Juli 2025 vom Bundestag beschlossene Enquete-Kommission zur „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ hielt am 08. September ihre konstituierende Sitzung ab. Der Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) bemängelt die Zusammensetzung der Kommission und fordert, die Expertise der Professionellen Pflege miteinzubeziehen.

Foto: Susanne Schmidt-Dominé

„Zu einer umfassenden Aufarbeitung aus allen wesentlichen Perspektiven gehört essenziell die unserer Berufsgruppe“, betont Vera Lux (Bild), die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Da sich weder unter den 14 Bundestagsabgeordneten noch unter den 14 Sachverständigen in dieser Kommission Pflegefachpersonen befinden, appellieren wir eindrücklich daran, unsere Expertise in geeigneter Form einzubeziehen. Wir haben unmittelbare Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Auswirkungen dieser Pandemie gemacht, und wir haben konkrete Ideen für ein besseres Handling in der Zukunft.“

Dazu gehört z. B. eine bedarfsgerechte Ressourcensteuerung, denn Pflegefachpersonen kennen die Bedürfnisse von pflegebedürftigen Menschen und vulnerablen Personengruppen. Sie haben umfangreiche Erfahrungen in der direkten Versorgung, der Überwachung von Patient:innen und der frühzeitigen Erkennung von Verschlechterung. Damit können sie gezielt und frühzeitig gegensteuern und Eskalationen vermeiden. Pflegefachpersonen eignen sich zudem als zentrale Koordinationsstelle zwischen Pflegebedürftigen und Angehörigen einerseits und weiteren Gesundheitsprofessionen wie Ärzt:innen und Therapeut:innen andererseits. Hinzu kommen die pflegerische Expertise in Gesundheitsförderung und Prävention ebenso wie die im Hygienemanagement oder bei der Durchführung von Impfkampagnen.

„Ohne die Einbindung von Pflegefachpersonen in die Planung, Durchführung und Evaluation von künftigen Maßnahmen vergibt diese Kommission die Chance, die Kenntnisse und Fähigkeiten unserer Profession für kommende Krisen und Pandemien zielgerichtet zu nutzen“, so Vera Lux weiter. „Die Profession Pflege muss als wesentlicher Leistungserbringer durch die Festlegung klarer Rollen und Verantwortlichkeiten in Krisenplänen eingebunden werden. Wir stehen für eine konstruktive Mitarbeit gern zur Verfügung.“

Hintergrund zum Untersuchungsausschuss

Seine Aufgabe ist es, zu klären, welche Informationen und Erkenntnisse der Bundesregierung und ihren nachgeordneten Behörden wann über die von China aus beginnende Verbreitung sowie über die tatsächliche Gefährlichkeit des Coronavirus vorlagen und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen wurden oder hätten gezogen werden müssen. Ebenso soll geklärt werden, inwieweit die Bundesregierung und ihr nachgeordnete Behörden in ihrem Sinn Einfluss auf das Robert Koch-Institut und andere Institute sowie einzelne Expert:innen genommen haben. Das Ziel ist eine bessere Vorbereitung auf pandemische Situationen in der Zukunft. Die Kommission plant laut Vorsitzender Hoppermann monatliche öffentliche und auch nicht-öffentliche Sitzungen. Am 22. September soll die nächste Zusammenkunft stattfinden.





Deutscher Pflegerat: Expert:innenpapier fordert 300 Mio. Euro für die Pflege-Informatik

Burgenland

Foto: Landesmedienservice Burgenland/Daniel Fenz

Am Donnerstag, 11. September 2025, erhielten 44 Absolventinnen und Absolventen der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege der Gesundheit Burgenland in feierlichem Rahmen  ihre Diplome überreicht – sie sind somit bereit, mit dem erlernten Wissen in den Dienst der Gesundheitsversorgung zu treten. In diesem Jahr absolvierten die Prüfung zum Diplom im gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege am Standort Oberwart 28 Kandidatinnen und Kandidaten, darunter zwei Männer, sowie 16 Kandidatinnen und Kandidaten am Standort Eisenstadt, darunter ebenfalls zwei Männer, positiv.

Vorarlberg

Foto: Lisa Mathis

Ein doppelter Anlass zum Feiern: Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule Bregenz beging kürzlich ihr 60-jähriges Bestehen und verband das Jubiläum mit der feierlichen Diplomverleihung an die Absolvent:innen des aktuellen Jahrgangs. Nach drei intensiven Ausbildungsjahren konnten die Absolvent:innen des 64. Kurses ihre Diplome entgegennehmen – ein Moment, der den erfolgreichen Abschluss eines anspruchsvollen Weges markierte. Mit viel Applaus wurde die Leistung der jungen Pflegefachkräfte gewürdigt, die künftig einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung in Vorarlberg leisten werden. Landesrätin Martina Rüscher, MBA, MSc, überbrachte ihre Glückwünsche persönlich und unterstrich die Bedeutung der Pflege für die medizinische Versorgung.

Niederösterreich

Foto: Landesklinikum Hollabrunn

Anfang September nahmen 14 Absolventinnen und fünf Absolventen der einjährigen Pflegeassistenz-Ausbildung (Bild oben) ihre Zeugnisse und 19 Absolventinnen und drei Absolventen der zweijährigen Pflegefachassistenz-Ausbildung (Bild unten) ihre Diplome bei der Abschlussfeier in der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Hollabrunn entgegen. Abgeordneter zum NÖ Landtag Richard Hogl hielt, in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Festrede, überreichte die Zeugnisse und Diplome und gratulierte den Absolventinnen und Absolventen sehr herzlich zu den erbrachten Abschlussleistungen mit 16 ausgezeichneten Erfolgen.

Foto: Landesklinikum Hollabrunn

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Foto: Stefan Germershausen

Am 12. September 2025 hatte die Schule für allgemeine Gesundheits-und Krankenpflege Neunkirchen wieder einmal Grund zum Feiern. Stolze 23 Absolventinnen und Absolventen konnten ihre Abschlusszeugnisse und Diplome für Pflegefachassistenz (Bild oben) und Pflegeassistenz (Bild unten) entgegennehmen. Im Festsaal der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege fand ein Festakt mit Ehrengästen, Angehörigen, Familie und Freunden statt.
Hermann Hauer, Abgeordneter zum NÖ Landtag und in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, hielt die Festrede, in der er den Absolventinnen und Absolventen herzlich zum erfolgreichen Abschluss gratulierte. Gemeinsam mit der Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur, Mag. jur. Dr. med. Elisabeth Bräutigam, MBA, und Schuldirektorin Barbara Rupprecht, MSc, überreichte er 18 Pflegefachassistentinnen und -assistenten ihre Diplome sowie 5 Pflegeassistentinnen und -assistenten ihre Abschlusszeugnisse.

Foto: Stefan Germershausen