Vorarlberg: Neue Initiative vernetzt Österreichs Notfallpflege bundesweit

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DGKP Matthias Hellmair, MBA (Bild) ist Stationsleiter der Interdisziplinären Notfallambulanz am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch. Um die Expertise und Erfahrung der Notfallpflege zu bündeln und die Akteur*innen und ihre Arbeit weiter zu stärken, startete er deren Österrreich-weite Vernetzung  in einer neuen Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG).

Notaufnahmen und Akutambulanzen sind zentrale Schnittstellen für die medizinische Primärversorgung der Bevölkerung. „Multimorbidität, demografische Entwicklung und eine nicht mehr ausreichende Versorgungsdichte im außerklinischen Bereich haben die Notaufnahmen in den vergangenen Jahrzehnten stark beeinflusst“, berichtet Matthias Hellmair. Vor wenigen Monaten hat der Notfallpfleger damit begonnen, Fachkolleg*innen und pflegerische Stationsleitungen aus dem Bereich der Notfallmedizin zusammen zu trommeln, um eine Österreich-weite Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) ins Leben zu rufen.

Insgesamt 14 BAG stärken berufspolitische Bedeutung der Pflege

Die neue Arbeitsgemeinschaft versteht sich als Fachgruppe und Teil des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV). „Diese an sich starke Berufsvertretung wird nun um unsere BAG Notfallpflege Österreich ausgedehnt und somit in ihrer fachspezifischen und berufspolitischen Bedeutung gestärkt“, erklärt Matthias Hellmair. „Als Expert*innen aus dem notfallmedizinischen bzw. notfallpflegerischen Fachbereich werden wir bei Weiterentwicklungen und Gesetzesänderungen den ÖGKV mit unserer Erfahrung und Fachexpertise beraten und unterstützen.“

Diese professionelle Vorgangsweise hat durchaus Tradition: Schon seit langem wird der Dachverband von diversen Fachgruppen unterstützt: Derzeit verzeichnet der ÖGKV insgesamt 14 unterschiedliche >Bundesarbeitsgemeinschaften, die dem Verband bei verschiedensten Themenbereichen fachlich zur Seite stehen. Die einzelnen BAG arbeiten zudem laufend an der Verbesserung ihrer jeweiligen Berufsfelder und tun sich bei Bedarf auch bereichsübergreifend zusammen.

Die Kernziele der neuen BAG-Notfallpflege sind:

  • Vernetzung von Leitungspersonen und Erfahrungsaustausch
  • Mitwirken bei notwendiger Weiterentwicklung von Notaufnahmen
  • Beratung des ÖGKV + Politik bei berufsstandrelevanten Themen
  • Notaufnahme als klinischer Spezialbereich
  • Notfallpflege mit Sonderausbildung
  • Anpassung von Personal- und Gehaltsberechnung für Notaufnahmen

Sämtliche Bundesländer im Kernteam vertreten

Die Struktur der neuen Plattform steht bereits, Initiator Matthias Hellmair hat vvorerst auch den Vorstandsvorsitz der BAG inne. Das Kernteam besteht aus Mitarbeitenden der ein bis zwei größeren Notaufnahmen pro Bundesland (also solche mit jährlich mehr als 30.000 Akutpatient*innen). „Dieses Kernteam soll künftig Sacharbeit zum Thema leisten, Positionspapiere ausarbeiten und Empfehlungen für den ÖGKV sowie für politische Entscheidungsträger positionieren“, so Hellmair.

Dazu sind interessierte Stationsleiter*innen von Notaufnahmen Österreichs ab ca. 10.000 Akutpatient*innen pro Jahr aufgerufen, der „BAG-Community“ beizutreten: „Diese Community wird eine Plattform zum niederschwelligen Erfahrungsaustausch für Kolleg*innen mit Leitungsverantwortung in Notaufnahmen bilden. Aus diesen Diskussionen heraus sollen dann auch wichtige Themenblöcke für die weitere Detailarbeit des Kernteams entstehen.

Symposien für Notfallpflege zur Fortbildung

Auf der geplanten Agenda stehen unter anderem Themen wie Notaufnahme als klinischer Spezialbereich, angepasste Personal- und Gehaltsberechnung, Sonderausbildung für Notfallpflegende, Ersteinschätzung, Kommunikation und Deeskalation sowie Opferschutz. Zudem will die neue BAG Notfallpflege Österreich jährlich und in unterschiedlichen Bundesländern ein Symposium für Notfallpflege als Fortbildungsveranstaltung abhalten.

Seinen ersten größeren Auftritt im neuen Amt als Vorstandsvorsitzender absolviert DGKP Matthias Hellmair, MBA bereits kommenden Herbst: „Ich bin als offizieller Vertreter der Notfallpflege zu einer Podiumsdiskussion im Rahmen des 9. Notfallsymposiums am AKH-Wien eingeladen, bei der auch politisch Verantwortliche und europäische Größen der Notfallmedizin vertreten sein werden.“

Fotos: ©Karin Nussbaumer (1), VLKH

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