UK Leipzig: Erster Jahrgang startet in die spezialisierte Einarbeitung in der Kinderpflege

Im Sommer 2023 verließ der zweite Jahrgang Absolventen der generalistischen Pflegeausbildung die Berufsfachschulen. Um jenen 17 Pflegefachfrauen und -männern, die sich für die Arbeit in der Kindermedizin entschieden haben, einen guten Start zu ermöglichen, nehmen sie seit September an einer spezialisierten Zusatzausbildung und Einarbeitung in der Kinderpflege teil.

Die ersten Teilnehmenden der Zusatzausbildung erhalten von Fachkrankenschwester und Ausbilderin Vicky Janke (Mitte, hinten) in der Zentralen Notfallaufnahme des UKL Einblick in die Thematik „Polytrauma aus pflegerischer Sicht“.

Foto: Stefan Straube /UKL

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – diese Tatsache gilt auch in der Pflege. Pflegearbeit in einer hochspezialisierten Kinderklinik oder auf einer Frühchenstation stellt daher etwas andere Anforderungen an die Pflegenden, weshalb es bis zur Reform der Pflegeausbildung eine gesonderte Ausbildung zur Kinderpflegefachkraft gab. Mit der Einführung der generalistischen Ausbildung entfiel diese Trennung, die Inhalte wurden in die umfassende Ausbildung der Pflege aller Altersgruppen integriert, die unverändert drei Jahre dauert.

„Uns war allerdings frühzeitig klar, dass dabei einiges Spezialwissen nicht im bisherigen Umfang vermittelt werden kann, allein aufgrund der Verdichtung der Wissensvermittlung“, beschreibt Kerstin Voigt, Pflegerische Leitung im Department für Frauen und Kindermedizin am UKL, die damit verbundenen Herausforderungen. Auch der Zeitanteil der praktischen Erfahrung während der Ausbildung, der im Bereich der Kindermedizin absolviert wird, ist deutlich kürzer als bisher. „Das birgt die Gefahr, dass sich Berufsanfänger: innen in der Kinderpflege nicht sicher genug fühlen“, sagt Voigt. Diese Überlegungen sind auch in ein 2015 vom UKL erstelltes Positionspapier eingeflossen, in dem vor allem auf die zu erwartenden Defizite bei der Wissensvermittlung in der Kinderpflege hingewiesen wurde (siehe Link unten).

Als Lösung wurde nun mit der Akademie des UKL, den für die Ausbildung verantwortlichen Mitarbeiter:innen der Kinderstationen und den Praxisanleiter:innen eine hausinterne Option zur Vertiefung in der Kinderpflege entwickelt: Diese besteht aus 180 Stunden theoretischem und praktischem Unterricht sowie einer praktischen, begleiteten Einarbeitung auf den jeweiligen Kinderstationen, An deren Ende verfügt jede Teilnehmer:in über etwa 1300 Stunden Erfahrung in der Kinderpflege und entspricht damit auch den Anforderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses an eine in der Onkologie oder Neonatologie tätigen Pflegefachperson.

Generell ist das Ziel, mit dem Angebot möglichst viele Pflegeabsolvent:innen für die Arbeit in der Pflege kranker Kinder begeistern zu können. Voigt: „Wir möchten den Pflegenachwuchs optimal auf diese Aufgabe vorbereiten, um am Leipziger Universitätsklinikum eine hochqualifizierte Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu garantieren.“

>UKL-Positionspapier zur Reform der Pflegeberufe (2015)

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