DE: Geringe Nachfrage nach Heimplätzen, häusliche Pflege boomt

Um nahezu zehn Prozent (exakt: 8,9 %) ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland binnen zweier Jahre angestiegen, wie aus jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Per Ende 2015 gab es insgesamt knapp 2,9 Millionen Pflegebedürftige.

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27 Prozent wurden in Pflegeheimen stationär betreut, der Großteil (73 %) der Pflegebedürftigen wurde von Angehörigen und ambulanten Pflegediensten zu Hause betreut. Mit der Zahl der Pflegebedürftigen wächst auch die Nachfrage nach mobilen Pflegediensten. Während die Nachfrage nach Heimplätzen nahezu stagniert (+ 2,5 %), explodierte die Nachfrage bei mobiler häuslicher Pflege und Betreuung innerhalb von drei Jahren um +12,4 Prozentt der Pflegebedürftigen. Seit dem Jahr 2001 ist die Zahl der Pflegebedürftigen um 40 % angestiegen.

 

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht in den jüngsten Daten der Pflegestatistik einen wichtigen Ansporn für die amtierende sowie die in diesem Herbst zu wählende neue Bundesregierung. „Aus der Pflegestatistik 2015 lässt sich ablesen, welche Bedeutung die Sicherstellung einer guten Versorgung der Bevölkerung bei Pflegebedürftigkeit hat; allerdings auch, wie groß und herausfordernd diese Aufgabe ist und bleibt“, sagt DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel. „‚Ambulant vor stationär‘ muss die Devise heißen – und so konsequent wie möglich umgesetzt werden. Die jüngsten Reformen der Pflegeversicherung bahnen den richtigen Weg, er ist nun mit Augenmaß und dem Blick auf die Pflegezukunft zu gehen“, sagt die Pflegeexpertin.

 

Aktuelle Übersicht der Neuregelungen im Jahr 2017 im Bereich Gesundheit und Pflege in Deutschland

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