Int. Tag der Händehygiene: So viel Zeit muss sein!

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(Foto: Aktion Saubere Hände/ LKH Hartberg, Steiermark)

 

Wer beim Pflegepersonal spart, spart vor allem an der erforderlichen Zeit für die Händehygiene – und riskiert damit die Sicherheit der Patient/innen. Daran erinnert wieder nachdrücklich der Deutsche Berufsverband für Krankenpflege (DBfK) in einer Aussendung.

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Patientensicherheit sowie Qualität und Outcomes der Versorgung sind zentrale Themen im Gesundheitssystem, damit verknüpft ist die Notwendigkeit umfassender und effektiver Hygienemaßnahmen in Einrichtungen und ambulanten Diensten. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) nimmt den morgigen Internationalen Tag der Händehygiene zum Anlass, auf dafür erforderliche Grundvoraussetzungen hinzuweisen. „Der wichtigste und kritischste Übertragungsweg von Erregern sind im Gesundheitswesen die Hände der Beschäftigten. Eine gute Händehygiene schützt und muss daher hohen Stellenwert erhalten“, fordert DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel. „Dies ist in der Fachwelt auch unbestritten, entsprechend bedeutsam werden die vom Robert-Koch-Institut (RKI) herausgegebenen Empfehlungen für die Händedesinfektion erachtet. Zu einer korrekten Händedesinfektion gehört demnach nicht nur eine Mindestmenge an Desinfektionsmittel, die flächendeckend und in der richtigen Benetzungstechnik aufzutragen ist, sondern vor allem auch die Einwirkzeit von in der Regel 30 Sekunden. Zeit, die den Pflegenden allerdings kaum zur Verfügung gestellt wird. Wer sich also darauf verlässt, dass mit steigendem Verbrauch an Desinfektionsmittel automatisch die Händehygiene nachhaltig verbessert ist, unterliegt einem Trugschluss. Das ist eine große Gefahr für kranke und pflegebedürftige Menschen“, so Knüppel.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) benennt fünf Anlässe für eine hygienische Händedesinfektion:

  • Vor Patientenkontakt
  • Vor einer aseptischen Tätigkeit
  • Nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material
  • Nach Patientenkontakt
  • Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung.

Hinzu kommt die grundsätzliche Vorgabe, auch nach dem Abstreifen von Schutzhandschuhen eine Händedesinfektion durchzuführen.

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Legt man dann die in Deutschland üblichen Personalschlüssel auf Normal- und Intensivstationen zugrunde, reicht eine simple Rechnung um festzustellen, dass pro Schicht und pro Pflegefachperson allein für eine fachgerechte Durchführung der Händedesinfektion ein Zeitbedarf von bis zu zwei Stunden entstehen kann. Messungen an Arbeitsplätzen haben das auch bestätigt. Zeit, die bei der knappen Personalbemessung nicht berücksichtigt wird. Das RKI beschreibt die Relevanz des Faktors Zeit so: „… ergibt sich aus dieser Kalkulation ein nicht zu vernachlässigender Zeitbedarf für die Händedesinfektion, der bei gleichzeitigem Personalmangel durchaus ein Problem darstellen kann.“[1]

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Der DBfK fordert deshalb, zur Verbesserung der Versorgungsqualität und der Patientensicherheit und für mehr Hygiene die Pflegepersonalbemessung nicht  Sparvorgaben, sondern endlich dem tatsächlichen Pflegebedarf der Patientinnen und Patienten anzupassen.

 

>> Zum Download: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens

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