Wieder medialer Wirbel um angebliche Missstände in Österreichs Pflegeheimen:

VA-Bericht-Heime-2016

Viel Lärm um … ein völlig überholtes Modell?

— Kommentar von Erich M. Hofer —

 

Es hat den Anschein, als käme es der Politik nicht ungelegen, dass die strukturell aus dem 19. Jahrhundert stammenden, heute sündteuren Pflegeheime immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Ebenso stereotyp wiederholen sich – in immer kürzren Abständen – die Abwehrreflexe der zuständigen Politiker/innen und Berufsverbände. Tatsächlich wird in den Altenheimen – nicht nur in Österreich – trotz knappster Personalschlüssel schier Übermenschliches von den Beschäftigten geleistet – aber:

Ein überholtes Konzept der „Sammelverwahrung im *****-Hotel-Ambiente“ ist einfach nicht zukunftsfähig, inhuman und extrem teuer. Es sollte zügig nach dem neuen Paradigma „Ambulant vor stationär“ durch neue Wohn- und häusliche Betreuungsformen ersetzt werden. Für die hohen Pflegestufen könnten bestens ausgerüstete „Geriatrische Krankenhäuser“ die Alten- und Palliativpflege übernehmen und diese damit deutlich verbessern und aufwerten.

So lange dieser bereits angelaufene Paradigmenwechsel andauert, werden die (wenig hilfreichen) medialen Aufreger und sinnlos wiederholten Rufe nach „noch mehr Kontrolle“ nicht verstummen. Wir alle sind gefordert, unser bisheriges Engagement auf den überfälligen Reformprozess umzulenken und das Tempo zu erhöhen, um möglichst bald „Heim-frei ins nächste Dienstleistungsjahrhundert“ (Klaus Dörner 2012) zu gelangen.

 

Bitte machen Sie sich aus folgenden Quellen selbst ein Bild:

>  zum Download: Bericht 2016 der Volksanwaltschaft (Seiten 29 ff.)
>> zur Stellungnahme des Dachverbandes „Lebenswelt Heim“
>>> zum ZIB-2 Interview mit Präs. Markus Mattersberger (nur kurze Zeit abrufbar)
>>>>  LAZARUS  Buchempfehlung zur neu angedachten Zukunft der Altenpflege

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