Für Diabetiker und pflegende Angehörige in Vorarlberg: Wundtag (15.09.) bietet Beratung und Kontrolle

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Die Wundversorgung in Vorarlberg ist breit aufgestellt – die Kooperation intra- und extramural ist hervorragend. Im Bild v.l. Prim. Prof. Dr. Robert Strohal (Dermatologie LKH Feldkirch); Gilbert Hämmerle (Wundambulanz LKH Bregenz); Sandra Müller (Wundmanagement LKH Feldkirch); Peter Jäger (Verein Wundmanagement Vorarlberg)

 

Am Freitag, 15. September, findet österreichweit der zweite Wundtag statt.  So beraten etwa in Vorarlberg zertifizierte WundpflegeexpertInnen betroffene Diabetiker und deren Angehörige von 14-16 Uhr an 5 Anlaufstellen lokaler Krankenpflegevereine. Dort erfahren sie aus erster Hand, was sie selbst zur Prävention zu Hause beitragen können.

Ziel ist es, Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die Probleme von chronischen Wunden betroffener Menschen zu schaffen.  Spezifisches Thema dieses Mal ist die Wundbehandlung am sog. Diabetischen Fuß, eine gefürchtete Folge des Diabetes Mellitus. Aufgrund von krankheitsbedingter schlechter Durchblutung besteht die Gefahr, dass Verletzungen am Fuß bei verzögerter oder nicht ausreichender Behandlung sogar zur Amputation führen können.

Von einer chronischen Wunde spricht man, wenn sie nach 6 Wochen noch nicht abgeheilt ist. Insgesamt sind in ganz Österreich 255.000 Wundpatienten erfasst, die Zahl für Vorarlberg beläuft sich auf 11.000 Betroffene mit chronischen Wunden. Diese chronischen Wunden können sich gerade bei Diabetikern sehr schlimm auswirken, eine gefürchtete Folge des Diabetes Mellitus ist der sog. Diabetische Fuß: Verletzungen am Fuß, die verzögert oder nicht ausreichend behandelt werden, können zur Amputation des Beines führen. „70% aller nicht von Traumen bedingten Amputationen gehen auf zu spät oder schlecht versorgte Wunden am Diabetischen Fuß zurück“, erklärt der diesjährige Organisator der Wundtag-Aktion, Peter Jäger vom Verein für Wundmanagement Vorarlberg. Grund für solche Wunden sind z.B. die verminderte Durchblutung und/oder Schädigung der Nerven. Zuckerkranke Personen haben ein eingeschränktes (Schmerz-)-Empfinden in den Füßen, sie können warm nicht von kalt unterscheiden oder bemerken Verletzungen kaum. „Daher ist die wichtigste Vorsorge die tägliche Kontrolle der Füße durch den Betroffenen selbst: Habe ich eine Wunde? Ist die Haut an den Füßen durchblutet und genügend gefettet? Gibt es Rötungen oder Druckstellen? Habe ich eine Pilzinfektion?“, führt Dermatologe Prim. Prof. Dr. Robert Strohal vom LKH Feldkirch aus. Insgesamt leiden in Österreich 600.000 Personen an Diabetes Mellitus und in Vorarlberg gibt es 28.000 Betroffene.

 

Wundtag 2017: 5 Krankenpflegevereine laden Diabetiker zur kostenlosen Kontrolle

Um hier das Bewusstsein der Betroffenen zu schärfen bzw. auch die Informationen zur richtigen Selbstkontrolle weiterzugeben, laden 5 Krankenpflegevereine in Vorarlberg am Freitag, 15. September, von 14 bis 16 Uhr (Bregenz, Hörbranz, Rankweil, Koblach, Altach) Diabetiker zur Beratung und Kontrolle der Beine ein. Die Experten kontrollieren die Füße der Betroffenen auf Wunden bzw. kontrollieren auch bereits vorhandene Wunden und ihre Versorgung und bieten Informationen und Beratung an. „Hier geht es z.B. darum, dass der Diabetiker bereits beim Schuhkauf darauf achtet, dass es zu keinen Druckstellen kommt, oder dass er die Schuhe am Nachmittag kauft, weil die Füße im Laufe des Tages anschwellen. Auch das Material ist wichtig, da Kunstleder oder Gummi etwa Fußpilz fördern. Socken sollten etwa naht- und bundlos, faltenfrei tragbar und aus Baumwolle sein. Ein weiterer – oder fast der wichtigste Faktor – ist die richtige tägliche Fußpflege und Selbstkontrolle der Füße durch den Patienten – z.B. auch mit einem Handspiegel für die Fußsohlen. Ein tägliches Fußbad wird empfohlen – sofern keine Wunden bestehen – aber nicht länger als max. 5 Minuten und nicht mehr als 35 Grad Wassertemperatur u.v.m.“, beschreibt Peter Jäger einige Präventionsmaßnahmen. „Wir hoffen, dass wir möglichst viele Betroffene erreichen und informieren können am Wundtag.“

 

Expertise zum Thema Wunde in Vorarlberg

Die „Wundversorgung“ ist in Vorarlberg breit aufgestellt: Sowohl in der Hauskrankenpflege wie im stationären Bereich gibt es so genannte Wundmanager aus dem pflegerischen Bereich, die zur Beratung herangezogen werden können. Im ärztlichen Bereich sind die Wundexperten z.B. in den Disziplinen Dermatologie, Innere Medizin und Gefäßerkrankungen sowie bei der Plastischen Chirurgie zu finden.

„Die Zusammenarbeit zum Thema Wundversorgung zwischen stationärem und extramuralem Bereich funktioniert ausgezeichnet – ebenso die Kooperation mit den Erstansprechpartnern – die niedergelassenen Ärzte.  So finden regelmäßige Treffen statt, die dem Informationsaustausch über neue Therapien oder neue Produkte zur Wundversorgung dienen“, erklärt Doktor Strohal.

In den Landeskrankenhäusern hat sich die sog. Wundgruppe formiert, Mitglieder sind Wundexperten, die innerhalb der LKH zur Wundberatung und -behandlung geholt werden. Am LKH Bregenz ist auch eine Wundambulanz eingerichtet, Leitender Wundpfleger ist Gilbert Hämmerle. Zudem hat sich in Vorarlberg eine Qualitätssicherungsgruppe mit Vertretern aus jedem Krankenhaus etabliert zum Austausch und zur Einführung von Behandlungsstandards.

2011 wurde dann auch der Verein für Wundmanagement Vorarlberg gegründet, er zählt insgesamt 64 Mitglieder im extramuralen Bereich und ist kooptierter Verein der Österreichischen Gesellschaft für Wundbehandlung (AWA). Aufgabe des Vereins ist die Vernetzung, Fortbildung und Informationen sowie Bewusstseinsbildung und Beratung bzw. Aufklärung und Prävention.

Der Weg eines Betroffenen zur Wundversorgung führt immer über den Erstkontakt mit einem niedergelassenen Arzt des Vertrauens. Hier erhält der Patient eine Zuweisung entweder in die Wundambulanz oder – je nach Schweregrad – auch ins Krankenhaus.

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FACTBOX:

Wundtag 2017 in Vorarlberg

Thema „Der Diabetische Fuß‘“

Möglichkeit der Kontrolle für Betroffene

Information zur Prävention

14-16 Uhr

5 Anlaufstellen in Vorarlberg:

  • Krankenpflegeverein Bregenz, Schendlingerstr. 36, 6900 Bregenz
  • Krankenpflegeverein Hörbranz, Heribrandstr. 14, 6912 Hörbranz
  • Krankenpflegeverein Koblach, Wegeler 12, 6842 Koblach
  • Krankenpflegeverein Rankweil, Ringstr. 49, 6830 Rankweil
  • Krankenpflegeverein Altach, Achtstr. 8a, 6844 Altach

 

Wunden – Zahlen/Daten/Fakten

  • Chronische Wunde: nach 6 Wochen nicht abgeheilt
  • Österreich: 255.000 erfasste Wundpatienten
  • Vorarlberg: 11.000 erfasste Wundpatienten,
    • davon 3.800 Wundpatienten erfasst durch Hauskrankenpflege,
    • 000 Wundpatienten jährlich in der Wundambulanz,
    • 500 Wundpatienten in der Dermatologie am LKH Feldkirch (2016),
    • 500 Neubetroffene jährlich stationär
  • Versorgung: 20% nach modernen Methoden und Therapien #
  • 80% erhalten nur Basisversorgung

 

Diabetes Mellitus

600.000 Betroffene in Österreich

28.000 Betroffene in Vorarlberg

 

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