20 Jahre ÖGVP: Jubiläumskongress in Wien

ÖGVP Kongress 2017

Unter dem Titel „Pflege und Wundmanagement – 20 Jahre ÖGVP“ fand in Wien am 21. und 22. September 2017 der Jubiläumskongress der Österreichischen Gesellschaft für vaskuläre Pflege statt. Ein Teilnehmer aus Liechtenstein berichtet:

Dieser Kongress mit internationalem Charakter unter dem Ehrenschutz von Dr. Michael Häupl, Bürgermeister der Stadt Wien, war einmal mehr ein Anlass zum Lernen, Austauschen und Netzwerken. Für Vortragende und mehr als 300 KongressteilnehmerInnen gab es auch dieses Jahr als spezielles Dankeschön wieder eine Auszeichnung in Form einer Brosche in Bronze, Silber oder Gold mit dem Logo der Gesellschaft.

Im Rückblick auf die 20 Jahre berichteten die beiden Gründer der ÖGVP, Vizepräsident DGKP (WDM®) Univ.-Prof. Dr. Vlastimil Kozon, und Präsident DGKP (WDM®) Norbert Fortner, dass es damals weltweit zur vaskulären Pflege kaum Angebote gab. Aus dieser Erkenntnis gründeten sie kurzerhand die Österreichische Gesellschaft für vaskuläre Pflege, und zur Publikation des Wissens auch einen ÖGVP Wien Verlag. Seither organisiert die Gesellschaft Kongresse, sowie Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen. Die ÖGVP ist mittlerweile einer der führenden Anbieter von Fachinformationen im Bereich der vaskulären Pflegethemen im deutschsprachigen Raum. Was so leicht dahingesagt wurde, zeigte den grossen Idealismus und lies erahnen, mit wieviel Arbeit dies verbunden war und noch heute ist. Hut ab vor dieser Leistung und dem Durchhaltevermögen. Ganz herzliche Gratulation zum 20-jährigen Jubiläum.

oegvp-wund

Der Jubiläumskongress bot auch wieder eine spannende Vielfalt zu fachlichen, wie auch gesundheitsberufspolitischen Themen. Verbindendes Element war der Focus auf die Lebensqualität der Betroffenen. Die Wichtigkeit der ÖGVP und Anlässe zum Gebiet vaskulärer Pflege unterstrichen die Vorträge von Norbert Fortner zum Thema „Differentialdiagnostik bei Dekubitus“, sowie „Kompressionstherapie – Versorgungssituation in Deutschland“ von Kerstin Protz aus Hamburg. Dies deshalb, weil zu diesen langjährig gut erforschten Themen zwar viel evidenzbasiertes Wissen zur Behandlung vorhanden ist, dieses aber in der Praxis erschreckend wenig angewendet wird.

Mit dem Titel „Es ist solange zu früh bis es zu spät ist“ berichtete Mag. Michael Rogner von der Liechtensteinischen Alters- und Krankenhilfe (LAK) über die Qualitätsverbesserung und Erhöhung der Sicherheit bei Entscheidungen in palliativen Notfällen, nach erfolgreicher Verankerung von Advanced Care Planning in der stationären Langzeitpflege.

PhDr. Karolína Maloň Friedlová beeindruckte mit dem gelungenen Projekt in Tschechien und in der Slowakei zu einer landesweiten Implementierung der Basalen Stimulation in der Praxis mit Zertifikat.

Dr. Orsoloya Máté berichtete, wie in Ungarn versucht wird, über Masterabschlüsse in Advanced Practice Nursing die pflegerische und medizinische Versorgung zu verbessern. In Österreich sollen die allgemeine, die psychiatrische sowie die Kindergesundheits- und Krankenpflege künftig als gemeinsame Grundausbildung (mit nachfolgender Spezialisierung) ausschließlich an den Fachhochschulen angeboten werden. Ergänzend dazu wird eine neue zweijährige Ausbildung zur „Pflegefachassistenz“ eingeführt. Diese Schwerpunkte der GuKG-Novelle 2016 präsentierte die Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands, Ursula Frohner. Sehr viel praktische Erfahrung sprach aus dem Vortrag „Einsatzgebiete der keimzahlreduzierenden Verbände – Pro und Contra der jeweiligen Technologien“, von DGKP (WDM®) Michaela Krammel. Ein erstaunliches Resultat präsentierte DGKP (WDM®) Norbert Fortner zum Wundmanagement bei postoperativen Lymphfisteln mit einer hundertprozentigen Erfolgsrate bei mehr als 750 Patientinnen und Patienten über 17 Jahre.

Wie üblich bei den ÖGVP-Kongressen kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Wer der Einladung zum Cocktailempfang gefolgt war, konnte in ansprechender Ambiente im Lehar Saal des Rathauskellers bei einem Glas Wein und diversen Köstlichkeiten den Austausch pflegen.

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön bei allen Organisatoren für den gelungenen Kongress mit interessanten Vorträgen und wertvollen Begegnungen. Auf die nächsten 20 Jahre.

 

Martin Wanger
Dipl. Pflegefachmann, Nachdiplomstudium Management in Gesundheitseinrichtungen
Leitung Haus St. Laurentius
Liechtensteinische Alters- und Krankenhilfe (LAK)
martin.wanger@lak.li

image_pdf
Share on Google+