KV-Verhandlungen der Sozialwirtschaft Österreich: Fronten verhärtet – Warnstreiks bereits fix

ArmdrückenOhne Einigung ist heute Nacht die fünfte Verhandlungsrunde der Kollektivvertragsverhandlungen für die mehr als 100.000 Beschäftigten im privaten und gemeinnützigen Sozial- und Gesundheitsbereich zu Ende gegangen. Nachdem auf die zentralen Forderungen nach einer deutlichen Lohn- und Gehaltserhöhung, der Besserstellung für Pflegeberufe und eine Arbeitszeitverkürzung nicht eingegangen wurde und das Verhandlungsteam der ArbeitnehmerInnen das Angebot für unzureichend erklärt hat, wurde beschlossen, am Donnerstag und Freitag österreichweit in Betrieben der Sozialwirtschaft Warnstreiks durchzuführen.

„Die Arbeitgeberseite hat sich im ernsthaften Bemühen, doch zu einem gemeinsamen Abschluss zu kommen, bis an die Grenze des irgendwie Vertretbaren bewegt“, so der Verhandlungsführer der Sozialwirtschaft Österreich, Walter Marschitz. „Bei einem Angebot einer Lohn- und Gehaltserhöhung um 2,45%, einer Erhöhung für Pflegeassistenten um insgesamt 3,45 % und für Diplomierte Pflegekräfte von durchschnittlich 4,35 % sowie einer Besserstellung von Teilzeitkräften können wir guten Gewissens von einem fairen Angebot sprechen. Die volle Erfüllung der Forderungen der Gewerkschaft hätte die Branche vor existenzielle Probleme gestellt und tausende Arbeitsplätze und die soziale Versorgung in Österreich gefährdet.“

SWÖ-Vorsitzender Erich Fenninger zeigt sich darüber verärgert, dass die Arbeitszeitverkürzung -im Gegensatz zu anderen Branchen – im Gesundheits- und Sozialbereich zu einer Fahnenfrage gemacht wird. „Dass gerade unsere Branche, die weder maßgebliche technologische Produktivitätsfortschritte noch Gewinne zu verzeichnen hat und ohnehin schon unter einem Fachkräftemangel leidet, dafür ausgesucht wurde, stößt bei uns auf großes Unverständnis,“ so Fenninger.

Die Verhandler der Arbeitnehmerseite bedauern, dass von der Gegenseite kein Angebot zur Sache Arbeitszeitverkürzung vorgelegt wurde, und halten die Lohnerhöhungen für zu gering. „Die Stimmung in den Einrichtungen unter den Beschäftigten ist extrem kämpferisch, das haben die bisherigen Aktionen gezeigt. Wir gehen davon aus, dass die Arbeitgeber ihr letztes Angebot noch nachbessern“, so die VerhandlerInnen von GPA-djp und vida.

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