Kräftiges Lohn-Plus für Pflegende: „Wichtiges Signal, aber nicht spektakulär“

 

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Eine der zahlreichen Stellschrauben wurde jetzt deutlich nachjustiert – ein wichtiges Signal an die Pflegenden in Deutschland: Die Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst der Länder brachte Gehaltszuwächse von ca. 8% in drei Stufen bei einer Laufzeit von 33 Monaten und rückwirkend ab 01. Januar 2019. Für Pflegekräfte gibt es zusätzlich 120,- Euro pro Monat.

Bienstein Prof Christel UWH 01-2017

Der deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) begrüßte  diese Einigung verhalten: „Das ist zwar ein überfälliges Signal der Anerkennung an die beruflich Pflegenden, in der Höhe aber nicht spektakulär. Die sozialen Berufe haben, was das Gehaltsniveau angeht, noch immer viel aufzuholen, und in etlichen Industriebranchen sind vergleichbare Tarifabschlüsse in den letzten Jahren deutlich höher ausgefallen“, sagte DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein (li.). Die Zugeständnisse der Arbeitgeber seien in erster Linie dem immensen Fachkräftemangel in der Pflege geschuldet. Ohne einen deutlichen Zuwachs in der Lohntüte hätten die Pflegeberufe noch mehr an Attraktivität eingebüßt, so Bienstein mahnend. Das könne sich eine alternde Gesellschaft auf gar keinen Fall leisten.

„Mehr Gehalt allein wird jedoch keine qualifizierte Pflegefachperson an ihren Arbeitsplatz binden oder in ihren Beruf zurückholen. Dreh- und Angelpunkt und deutlich verbesserungswürdig bleiben weiterhin die spürbare Arbeitsbelastung in der Pflege, der tägliche Umgang mit den Fachkräften und die Unternehmenskultur, die Qualität und Nachhaltigkeit der Ausbildung, die Durchsetzung geltenden Arbeitsrechts sowie die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf“ (Bienstein).

Ob und in welchem Ausmaß die privaten und kirchlichen Träger den – durch Steuern finanzierten – Tariferhöhungen des öffentlichen Dienstes bei ihren Gehältern für Pflegende folgen können und werden,  bleibt derzeit offen. Wahrscheinlich ist wohl, dass kein Weg am derzeit heftig diskutierten, flächendeckenden Tarifvertrag vorbeiführt…

 

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