Umwelt- und Menschenschutz: Großstadt Wien ist die „Bienen-Hauptstadt“ Europas

Der Welt-Bienentag wurde von der UNO am Geburtstag des slowenischen Imkerei-Pioniers Anton Janša am 20. Mai festgelegt und ist seit 2018 offiziell. Er soll die Menschen in aller Welt auf die – für die Ernährung der Menschheit überlebenswichtige – Bedeutung des Bienenschutzes aufmerksam machen und die enorme Bestäubungsleistung für unsere gesamten Nutzpflanzen, Gemüse und Obstbäume ins Bewusstsein rücken.

Im Rahmen des EU-Projekts LIFE DICCA wird die Donauinsel zur Bienen-Insel
Die Wiener Donauinsel ist eines der vielen Bienen-Paradiese

So bietet beispielsweise die Großstadt Wien mit einem Grüngürtel und den Schutzgebieten mit blütenreichen Naturwiesen gute Lebensgrundlagen für Bienen. Auch im innerstädtischen Bereich finden sich immer mehr bienenfreundliche Wiesen oder Beete in Parks und Wohnhausanlagen. Artenarme Rasenflächen hingegen haben den Bienen nichts zu bieten – und auch nicht den Augen, die eine bunte Vielfalt an Blumen ebenso erfreut. Mähroboter sind auch keine Bienenfreunde, denn sie verhindern, dass Gräser, Kräuter und Stauden überhaupt zur Blüte kommen – abgesehen davon, dass sie für Igel und andere kleine Gartenbesucher eine Gefahr darstellen.

Aktivitäten der Stadt und was wir alle selbst beitragen können, um die Insektenvielfalt in Wien zu fördern, hat die Stadt Wien-Umweltschutz in „7 Punkten für Insekten“ zusammengefasst. Diese reichen von der Anlage von Wiesen bis zum heimischen Kräuterkisterl am Balkon. Mehr Informationen und eine kostenlose Broschüre zu Wildbienen zum Download unter: www.umweltschutz.wien.gv.at/naturschutz/biotop/insekten.html

Wien – Stadt der Bienen

Wie viele Wildbienenarten es in Wien gibt, hat die Stadt Wien-Umweltschutz in einer Studie im Jahr 2015 hinterfragt – insgesamt sind hier 456 unterschiedliche wilde Bienenvölker unterwegs. Das ist einzigartig für eine Großstadt und in Europa unübertroffen!

Die Wildbienen sind fleißig unterwegs und wichtige Bestäuberinnen von Obst- und anderen Kulturpflanzen. Sie sichern damit unsere Nahrungsgrundlagen und sind darüber hinaus ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems – nicht zuletzt selbst als Teil der Nahrungskette für Vögel oder Kleinsäuger. Insektizide sollten deshalb möglichst vermieden werden, denn sie vernichten nicht nur Schädlinge, sondern auch die nützliche Insektenfauna. Als natürliche Alternative z. B. gegen Blattläuse kann eine Lauge aus Wasser, Spiritus und Schmierseife eingesetzt werden.

Am 20. Mai ist der Weltbienentag
                  Am 20. Mai ist der Weltbienentag

Dem Bekanntheitsgrad nach, hinken die Wildbienen trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit den Honigbienen hinterher: In Europa wird nur eine einzige Art von Honigbienen gehalten, die Westliche Honigbiene. Davon allerdings auch in Wien eine beträchtliche Menge – rund 200 Millionen Bienen in etwa 5000 Bienenstöcken, die von privaten ImkerInnen, Vereinen oder städtischen Dienststellen betreut werden.

Viele Bienen – viele Lebensweisen

Die Wiener Wildbienen zeigen sich nicht nur schwarz-gelb, sondern in den verschiedensten Farben von der Ackerhummel mit gelbem Hinterteil bis zur Rostroten oder Blauen Mauerbiene. Auch Form und Größe variieren, so gibt es die Schmalbiene ebenso wie die Große Wollbiene. Alle gemeinsam haben, dass sie Hautflügler mit Wespentaille sind und Pollen und Nektar verspeisen. Manche sind dabei sehr auf einzelne Pflanzen spezialisiert, etwa die Glockenblumen-Scherenbiene. Wildbienen sind darüber hinaus äußerst friedfertig und stechen nur in höchster Bedrängnis!

Im Gegensatz zu den Honigbienen, leben Wildbienen selten in großen Schwärmen zusammen, sondern meist als Solitärbienen oder einige teilen sich ein Nest. Andere finden sich in kleinen, oft nur einjährigen Staaten zusammen, etwa Hummeln. Zur Eiablage werden von den verschiedenen Arten vielfältige Gelegenheiten genutzt: Totholz, sandiger Boden, hohle Stängel oder kunstvoll eingerollte Blätter. Bienenhotels können als Alternativen angeboten werden, bieten aber nur wenigen Arten ein Heim.

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